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Der Israelit · 1885-06-18 · Heft 48 (18.6.1885) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 48 (18.6.1885)
Date
1885-06-18
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Manne herzurühren. der, gleich den Kundschaftern in der Wüste, zwar zuerst die guten Seiten des Landes berührt, aber schliesslich zum Hauptzwecke kommt, nämlich die Schattenseiten mit möglichst starken Farben zu zeichnen, um hierdurch den Freunden der Colonisatiou entgegenzuarbeiten. Darum, meine werthgeschätzten Leser und Freunde, lasset Euch durch solche Darstellungen nicht irre fuhren. Wenn es des Höchsten Wille ist, können wir noch sehr viele Ansiedelungen schaden, können Aecker kaufen, können Landbau, Viehzucht n. Handwerke treiben. Der beste Landstrich Palästina^ ist Galiläa, und dieses Land ist heute noch so geräumig und so gross, dass es noch einige tausend jüdische Familien aufnehmen kann. Zwar ist ein Theil des Landes, wie das Thal Israel, die Umgebung von Cliaifa und Nazareth, schon von Nichtjuden angesiedelt; allein was will das Alles sagen gegen die vielen und weit besseren Orte die noch unbewohnt sind mit ihrem fetten Boden, ihrer reinen Luft und ihrem herrlichen Klima. Die Orte, deren Besitzer mir allein Auftrag zum Verkaufen ertheilten, lassen 1000 Familien. Das Dorf Kedesch auf dem Gebirge Naftali, umfasst etwa 10,000 Dulara Ackerfeld, 50 Hofe, 2000 Olivenbäume, 2000 Feigenbäume. Die Hälfte des Dorfes Gusch Ohalab fasst etwa i:1,000 Dulain Feld, 2000 Weinberge, mehr als 1,000 Feigenbäume, über 1000 verschiedene andere Bäume, 75 Tabackfelder, 15 Gärten, welche von 11 nie versiegenden Quellen gespeist werden, 2 Mühlen, 80 grosse Höfe, 150 Cisternen, mehr als 100 Höhlen, die zu Magazinen verwendet werden können, melir als 100 Scheunen; Holz und Waldung besitzen beide Orte in Masse. Das Dorf Meschol bei Tiberias; das Dorf Tauclium am Ufer Chinereth (Genezaret); das ganze grosse und fruchtbare Thal Genuser; viele Orte in der Nähe der Colonie "n*?5ön und "n;s Uan„; die Hälfte des Dorfes En Sesim in der Nähe von Safed, die Hälfte des Dorfes Sasa, das Dorf Berum, die Hälfte des Dorfes Armesch. Alle diese Ortschaften sind sehr gut. — Hätten Diejenigen, welche Colonien im Lande Juda gründeten, dieses in Galiläa gethan, so wären sie heute weit besser daran. Denn auch die Begierungsbeamten sind' hier viel coulanter. Die Leute aus Odessa und Suwalk, welche hipy waren und Galiläa besuchten. fanden dieses Land weitaus besser als das Land Juda. Möge sich daher Jeder, der in Galiläa Land zu kaufen beabsichtigt, vertrauensvoll an mich wenden. — Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch edelgesinnte Glaubensgenossen bitten, den Colonisten auf *71*75011 Tö\. durch Geldmittel . unter die Arme zu greifen, welche sonst ihrer Last unterliegen müssten. Sie haben in diesem Jahre Vieh und Ackergeräthschaften geliehen, um ihre Felder an pflanzen und an säen zu können und hoffen auch auf einigen Erfolg ihrer grossen Bemühung. Allein ihre türkischen Gläubiger fordern Geld zu einer Zeit, wo sie nicht einmal die Mittel zum täglichen Brode für sich und ihre Kinder besitzen. Bis jetzt hofften sie vergeblich auf Unterstützung von Seiten der Gesellschaft der „Zionsfreunde“. Wenn diesen Colonisten nicht schleunigst geholfen wird, so steht Hl das Schlimmste zu befürchten. Darum erbarmet Euch, Ihr Freunde, der Colonie "TD\ ".“ibVE!“!, deren Insassen zwischen Leben und Tod schweben. Ich schreibe vorstehende Zeilen betreffs dieser Colonie nicht mit Dinte, sondern mit meinem Herzblute. Diese Colonisten waren die Ersten, welche der Colonisation die Wege bahnten, und jetzt befinden sie sich in der schrecklichsten Noth und der Verzweiflung nahe. Ich bin fest überzeugt, dass Ihr dieser Colonie baldmöglichste Hilfe leistet. Vielleicht dringen diese Zeilen auch bis zu jenem grossen ungenannten Wohltliäter, der schon so viele Colonien gerettet, und erwecken sein Herz, sich auch dieser zu erbarmen. Die Vorbedingungen zu einer glänzenden Entwickelung sind bei keiner Colonie so günstig, wie bei dieser. In einer der fruchtbarsten Ebenen gelegen, wasserreich und für jede Art von Anpflanzung und Fabrikation geeignet, mit der Aussicht, demnächst durch eine neue Strasse mit Safed und Damascus verbunden zu werden, wird diese Colonie ohne jeden Zweifel bald die herrlichste und vorzüglichste aller Colonien werden. Zum Schlüsse rufe ich noch einmal allen Zionsfreunden zu: Misstrauet all* Denjenigen, welche von Colonisirung und Ackerbau abrathen und dabei schöne Worte im Munde fuhren. Für Leute, die an Landbau nicht gewöhnt sind, ist der Anfang wohl schwer und sind vielerlei Hindernisse aus dem Wege zu räumen, wie das in der Natur der Sache liegt; allein unwahr ist

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