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Der Israelit · 1885-06-18 · Heft 48 (18.6.1885) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 48 (18.6.1885)
Date
1885-06-18
Page
– (sequence 28)
Language
German
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es, wenn behauptet wird, es gäbe für Colonisirung im heiligen Lande keinen Platz mehr. Wenn die Sache mit Vorsicht und Umsicht in die Hand genommen wird und es nie an den nötbigen Geldmitteln fehlt, so wird sie .T’S gelingen. Die Liebe zum heiligen Lande und die begründete Aussicht, unter der Herrschaft des gnädigen Sultans in Frieden und Buhe zu leben, wird der Angelegenheit und ihren Anhängern den Sieg verleihen. Möge Gottes Beistand Allen hierbei zu Theil werden! Dabei möchte ich jedoch nicht unterlassen, auch meinerseits Unbemittelte zu warnen, dass sie ja nicht hierher kommen und sich auf Wunder verlassen, denn sie hätten sich die unausbleiblichen Folgen selbst zuzuschreiben. Ihr ergebener Mosche Pelkinsohn. II. Geehrter Herr! Sie kennen gewiss unseren Verein "rm.T!V2„ und den Bericht hierüber im „Jew. Chron.“ von einem der edlen „Zionsfreunde“, wonach es dringend empfohlen wird, einen Strich Landes in der Nähe von S a f e d anzukaufen und dort die Einwohner von Safed anzusiedeln, welche zum Ackerbau weit geeigneter sind, als solche, die vom Auslande kommen. Durch jenen Bericht ist die irrige Ansicht Derjenigen widerlegt, welche uns der Trägheit zeihen. Sie kennen ohne Zweifel unsere Berichte im „Jew. World.“ und „Jew. Chron.“, sowie unser Abgesandter, der geehrte Herr Kaiser mann seiner Zeit aus Veranlassung der Versammlung der „ZionjjJ'reuude“ in London auch die Ehre hatte, Sie zu sprechen und von Ihnen das Versprechen erhielt, uns zur Seite stehen zu wollen. Zu unserem grossen Bedauern ist uns bis jetzt keine Hilfe zu Theil geworden. Sie wissen genügend, wie sehr wir im heiligen Lande zu leiden haben und wie das Ausland uns Alle so gern zu Faullenzem stempelt, die nur gemessen, aber nichts arbeiten wollen. Dem ist jedoch nicht so! Die Mitglieder unseres Vereins sind alle sehr bestrebt, durch Ackerbau ihren Unterhalt zu verdienen. Wir kennen die Landessprache und die Volkssitten und wissen, mit unseren Nachbarn, den Türken und Beduinen, in Frieden zu leben; wir kennen die Anschauungen des Landes und seiner Kegierung und bedürfen keiner kostspieligen Ausgaben für Dolmetscher und Lehrer, wie die Ausländer, welche hierher kommen. Die Regierung legt uns keine Hindernisse in den Weg, denn wir sind Landeskinder und können uns niederlassen, Land kaufen und Häuser bauen, wo wir wollen. Warum will sich nun Niemand unser annehmen, dass auch für uns eine Colonie gegründet werde, die es uns ermöglicht, von unserer Hände Arbeit 'uns zu ernähren? Die „Zionsfreunde“ wissen es doch, dass wir am besten dazu geeignet sind, für die Colonisation Propaganda zu machen und durch unsere Ansiedelung Anderen den Weg zu bahnen. Die meisten Versuche anderweitiger Colonisation sind bis jetzt an der Unkenntniss des Landes, seiner Sitten und Bewohner gescheitert, was bei uns nicht der Fall ist. Darum bitten wir alle „Zionsfrennde“, im Interesse des ganzen Unternehmens uns ihre Beihilfe zu gewähren und die Erreichung des längst gehegten Wunsches uns zu ermöglichen. Ergebenst Folgen die Unterschriften. Anmerkung der Redaktion des "T30n„. Wir haben zwar oben genannten Verein nicht vergessen und unser Möglichstes für denselben gethan, allein zu unserem grossen Bedauern ist es zur Zeit den „Zionsfreunden“ nicht möglich, eine neue Colonie zu gründen, so sehr wir überzeugt sind, dass die Genannten die geeignetsten Gründer des Ackerbaues wären. Es ist unabänderlicher Beschluss der „Zionsfreunde“, zuerst die Existenz der bisherigen Colonien vollständig sicher zu stellen und dann erst neue Colonien zu gründen. ♦ Druck von David Lonia Wolff, Uagdatar*

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