Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 48 (18.6.1885)
- Date
- 1885-06-18
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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II. Klasse. Fleissiges Ueben der 4 Spezies mit benannten Zahlen. Anfang der Bruch* rechnung. IV. Geometrie: Nur in der I. Klasse. Uebungen in Constructionen, Uebertragungen und Umwandlungen von Drei- und Vielecken nebst ihren Berechnungen. Lehre vom Kreise und von den Proportionen. V. Geographie: I. Klasse. Physische Geographie von Europa, Wiederholung der politischen. Politische und physische Geographie von Asien. II. Klasse. Anfänge der politischen Geographie von Europa. VI. Arabisch: (Theilnahme sämmtlicker Waisen und der meisten Tagesschüler.) Lectüre, Dictat, grammatische Uebungen. Also hat unsere Schule schon das Niveau der Volks- und Elementarschule überschritten, auf welchem sich die anderen Institute Jerusalems bewegen; die Anregung und Vorbereitung zu einer höheren Lehranstalt ist damit gegeben. Auch in den Familien macht sich bereits der reinigende Einfluss der deutschen Sprache bemerkbar. Die Kinder bringen die reine Aussprache mit nach Hause und veranlassen dadurch ihre Verwandten, sich unwillkürlich des hässlichen Jargons zu entwöhnen. Wir haben schliesslich die Genugthuung zu berichten, dass der k. k. österreichisch-ungarische Gonsul, Ritter von Strauss, auf die Einladung des Dirigenten die Anstalt besuchte, ihre Einrichtungen sorgfältig in Augenschein nahm und die Kinder mehrere Stunden hindurch eingehend prüfte. Der Coiisul, der sich für unsere Anstalt lebhaft interessirte, sprach uns seine hohe Befriedigung zumal über die Leistungen der Schule aus, in der er die Morgenröthe einer neuen Zukunft für die Aschkenasim erblickte. Herr Ritter von Strauss ist um so berufener in dieser Sache ein kompetentes Urtheil zu fallen, als er die grösste Anzahl von Aschkenasim (1200 Familien) zu seinen Schutzbefohlenen zählt. Für uns liegt in der uns gewordenen Anerkennung umsomehr ein Sporn, die Leistungen der Schule zu erhöhen und zu vermehren. Wir vertrauen, dass die segensreiche Fracht unserer Arbeit schon in nächster Zeit zum Heile Jerusalems offenbar werden wird, und wir hoffen und wünschen, dass unsere Glaubensgenossen diesen Bestrebungen, sowohl auf dem Gebiete des Unterrichts, als dem der Waisenpflege weiter ihre warme Sympathie zuwenden mögen. Namentlich für letzteren Punkt wäre es sehr erfreulich, wenn die schöne englische Sitte, wonach reiche Leute aus eigenen Mitteln ein Waisenkind unterhalten, sich auch in anderen Ländern einbürgern möchte, und mit aufrichtiger Freude können wir constatiren, dass hierin bei uns ein Anfang gemacht worden ist. Der 14. Waisenknabe, der in die Anstalt aufgenommen wurde, wird von einem unbekannten Wohlthäter in Frankfurt a. M. unterhalten, dem wir auf diesem Wege den innigsten Dauk aussprechen. Wir bemerken zum Schlüsse, dass die Jahrzeiten, wie immer, pünktlich und gewissenhaft vom Chaeham mit Kaddisch, Mischnahlernen und Lichtauzünden abgehalten worden sind. , , Anfang Tebeth 5645, Jerusalem, ,, -r—^-r— Ende December 1884. Dp. W: Herzberg. d-i——- Briefe aus Safed an die Redaction des "TJöTV i. Geehrter Herr! Aus verschiedenen Gründen wurde ich bis jetzt zurückgehalten, über meine mannigfachen Erfahrungen hinsichtlich der Colonisation des heiligen Landes an Ihre Leser ausführliche Mittheilungen gelangen zu lassen. Heute drückt mir ein Artikel aus der Zeitschrift J,nT22ET, die Feder in die Hand und zwingt mich, mein bisheriges Schweigen zu brechen. Der daselbst enthaltene Artikel über das heilige Land and seine Beschaffenheit scheint mir nämlich von einem