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Der Israelit · 1885-06-11 · Heft 46 (11.6.1885) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 46 (11.6.1885)
Date
1885-06-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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753 sicht, daß ein Kind, da» am Freitag nach rer rV>2p geboren wird, nicht am darauf folgenden Freitag, sondern erst am rer „gewallt" werden darf. AlsConscqnenz dieses Jrrthums kam nun in den jüngsten Tagen ein Fall vor, daß an einem am rer nach nroo rcsp. nm 7 Uhr zur Welt gekommenen Kinde am Sonntag die n^e mye vollzogen wurde. Als Mohel fühlte ich mich verpflichtet, den. Later des Kindes, den ich zufällig vorher gesprochen habe, darauf aufmerksam zu machen. Er erklärte mir aber, daß ihm eine maßgebende (!) Person, deren Namen er mir nicht nennen wollte, obwohl ich darauf drang, belehrt habe, daß erst Sonntag die Miloh stattzusinden habe. Ich will hiermit öffentlich dieses Factum festnageln, weil ich überzeugt bin, daß diesem Irrthum eine Absicht zu Gründe liegt. Ich möchte aber auch meine Herren Eollegen darauf aufmerksam machen, wenn besonders vom Lande Aufforderung an sie ergeht, nb'K myc vorznnehmen, sich genau zu erkundigen, wann das Ktnd zur Welt gekommen, da ich schon in die Lage kam, den mich zum rre einladenden Vater dahin zu rcctificiren, daß nicht an dem Tage, wie er meinte, der nnz stattfindcn darf. Ein Mohel. Vom Rhein. Vor einigen Tagen zeigte mir ein Knabe ein Paar pt^n und frug, ob die „recht" seien. „Nein, mein liebes Kind, säg Deinem Papa, sie seien nicht uto, er möchte Dir von einem benachbarten -idid ein Paar ybsn bestellen." Als ich dann zum x^ir-Gebet in die Synagoge kam, war eine lebhafte Unterhaltung unter den Anwesenden, die sich nm meine kategorische Erklärung betr. der ybsn drehte. „Wie könne man," so ging die Rede, „ohne die pkn ausgemacht zu haben, sie für nicht -»so erkärcn!";Jch wurde auch sofort nach meinem Eintritt in diesem Sinne interpcllirt. „Abgesehen davon, daß es auch Vorschriften über die äußere Beschaffenheit der pfen gibt," sagte ich, „behaupte ich, daß diese ybzn auch innen ^ds sind." „Wie könnnen Sie das wissen?" Lächelnd erwiederte ich: „Ich kann eben durch meinen Scharfblick bis in's Innere derselben sehen. Wenn Sie sich überzeugen wollen, daß diep^n nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich b'cz sind, so wollen wir die Probe machen und sie öffnen." Ich öffnete hierauf two bv pbsn, nahm die letzte ntr© heraus, und schon das zweite Wort war für meine „kühne" Behauptung der beste Beleg. Statt cn rrm stand deutlich hm rrm. „Lesen Sie!" sagte ich zu den Umstehenden, die gespannt auf meine Eröffnung warteten. Und Groß und Klein — denn auch die Kinder rief ich herbei — las m rrm. „Sind Sie zufrieden mit dieser Probe?" fragte ich. „Uebrigcns können Sie sich auch überzeugen, daß kaum ein Buchstabe richtig geschrieben ist." Die nnre waren ferner auf fast durchsichtigem Pergament geschrieben nnd das rre war ganz und gar nicht vorschriftsmäßig. Hierauf sagte ich zu den Anwesenden: „Sie wollen doch Alle, daß Sje und Ihre Kndcr p^sn rnrrv erfüllen. Wenn Sie aber, um vielleicht eine oder zwei Mark zu sparen, p^-rn kaufen von jedem Händler, ob bekannt oder unbekannt, so täuschen Sie sich selbst damit nnd erfüllen nie die p^r» rose und sagen beim jedesmaligen p>xn-Anlcgen eine Wir haben ja in Deutschland anerkannte, brave ans® genug. Und nur von diesen sollte man p&n beziehen." Ich will nur noch die Bemerkung anknüpfen, daß cs Pflicht der Rabbinen, Lehrer nnd Vorsänger ist, bei jeder Gelegenheit darauf hinzuwirken, daß p'^n nur von anerkannten on^o gekauft werden und daß alte nicht von diesen gekauften p?n für erklärt werden. Man kann es ja den Händlern und Geschäftshäusern nicht wehren, wenn sie der Nachfrage nach billigen zn entsprechen suchen. Wenn aber überall von den maßgebenden Persönlichkeiten fortgesetzt auf Anschaffung' von koscheren p^n hingewirkt wird, dann wird auch die Nachfrage nach solchen entsprechend sein. Da nun das Selbstbezieheu von einem 1210 zu umständlich ist, Viele auch gar nicht wissen, wo ein nros -©id ist, so ist wohl der Zwischenhandel nicht zu entbehren. Um nun dein bisherigen Mißstandc vorznbeugen nnd Mißbrauch zu verhüten, sollte der -eio, von welchem der Händler oder das GeschäftshausjHvn in größeren Partien bezieht, jedes Paar ph>n mit seinem Siegel versehen in einer Weise, die eine weitere. Benutzung des Siegels unmöglich macht. Aber auch die ense müssen darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie keine pbsn anfertigen dürfen, die nicht den -.ijw haben. Das Publicum, das zum größeren Theil kein Urthcil hat, welche p^vn * koscher sind, oder nicht, wird sich leicht belehren lassen, da wenn es aufmerksam gemacht wird, es keine kaufen wird, ohne vorher sich bei den maßgebenden Personen zu befragen. Ans Herz möchte ich es schließlich nochmals Allen legen, die es angeht, endlich energisch diesem Handel mit unbrauchbaren pten cntgegenzutreten ucy \do bntoo ydt6! Dr. H. S. Aus Wcftprerrtzen wird berichtet, daß in der Ausweisungsangclcgenhcit eine mildere Handhabe der ergangenen Verordnungen wahrgenommen wird. In mehreren Ortschaften sind die nachträglich erbetenen Aufenthaltsgenehmigungen Seitens des Ober-

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