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Der Israelit · 1885-06-04 · Heft 44 (4.6.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 44 (4.6.1885)
Date
1885-06-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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723 aus, steckte ihn in eine Kiste, die man in der Luft schweben läßt. Was soll das Alles bedeuten? Wenn dies bloße Späße sind, muß sie ein Jeder nicht nur für geschmacklos, sondern auch für barbarisch halten. Wenn die Vorgänge ihren Ursprung im Haß nnd im Rachedurst der Einzelnen gegen die Juden haben, sind sic absolut verwerflich. Die Papierfabrik zn Bacan hat den legitimen Stolz, eine National-Jndnftric einzubürgern, dies ist sehr schön, aber wir fragen uns, ob solche Manifestationen des Hasses dau geeignet sind, die Gründung einer National- Jndustrie zu unterstützen. Wir hörten lieber von der Vorzüglichkeit des Papiers reden, von der Vermehrung der Arbeiter, der Entwilnckng der Fabrik als von schmachvollen Thatsachen, die sowohl von der Menschlichkeit als von der Civilisation getadelt werden." Wir haben zn vrschiedcnen Malen Thatsachen erwähnt, welche beweisen, daß die rumänischen Kammern systematisch jedes Natnralisationsgcsuch, welches von einem Inden ansgeht, verweigern. Der folgende in Galatti vom 21. März (a. Styl) publicirte Brief beweist es von Neuem. Dieser Brief wurde von einem Sergeanten der Reserve-Armee Herrn Mar Schapira ans Galatz, an das Blatt gerichtet. Herr Redacteur! In der Senatssitznng vom 1/13. Februar hat man den Bericht über meinNaturalisatios - Gesuch verlesen. Der Berichterstatter endigt mit der Zurückweisung desselben und begründet folgendermaßen seinen Vorschlag: „Indem wir die Akten besichtigen, haben wir conftatirt, daß Herr Max Schapira durch keine, von irgend einer Behörde stammende Bescheinigung beweist, daß er in Rumänien geboren und von daselbst wohnhaftenEltcrn erzogen wurde, und daß weder er noch sein Vater unter fremdem Schutz ständen, wie dies im Absatz d, § II des 7. Artikels der Constitution verlangt wird.... Ans diesen Gründen hat die Commission das Gesuch des Herrn Schapira nicht angenommen nnd den Unterzeichneten damit betraut. Sie zu ersuchen, dieselbe gleichfalls zu verwerfen, iitbcm Schapira nicht die von der Constitution verlangten Bedingungen erfüllt." Diese Conclusion wurde ohne Einwand von 35 Stimmen gegen 13 angenommen. Ich bin denjenigen Herren Senatoren, welche zn meinen Gunsten gestimmt haben, sehr dankbar, aber ich wäre es noch viel mehr demjenigen Herrn Senator gewesen, welcher an den Berichterstatter I. G. Diamandi folgende Frage gestellt hätte: „Warum hat die Commission in diesem Falle nicht gehandelt, wie sie es sonst bei allen Naturalisations-Gesuchen thnt? Warum zeigt dieselbe nicht die von mir übergebenen Aktenstücke? Dies hätte es den Herren Senatoren ermöglicht, sich selbst über den vorliegenden Fall ein Urtheil zu bilden. Zweitens hätte man in öffentlicher Senatssitzung die Akten über meine Naturalisation fordern sollen, um die vvn mir eingcsandten Aktenstücke in Augenschein zu nehmen. Da dies nicht geschehen ist, erlaube ich mir anbei eine Notiz über die Aktenstücke, welche ich dem Herrn Justizminister zusandte, welche derselbe seinerseits dem Senat überwies mit der Königlichen Botschaft Nr. 2,35u vom l l. November 1383, in welcher er den Vorschlag machte, nur die Naturalisation zu gewähren. Hier die besagten Akten: 1. Eine lcgalisirtc Copie meines Geburtsscheines Nr. 728, von der Civilbchörde znFolticeni (meiner Geburtsstadt) ausgestellt, und bestätigt vom Bezirks-Gericht zu Succava, unter Nr. 2355 am 6. März 1879; 2. Eine lcgalisirtc Copie meiner Personalien vom ll. Regiment der Dorobantzi zu Galatz, wo ich in dem Pcrmancnz-Cadre (als Freiwilliger) gedient und mit dem Grad eines Sergeanten entlassen wurde; 3. Cin Führungs- oder Moralitätszengniß, welches am l. März 1883 unter Nr. 106 vom gesammtcn Rath des u. Regiments Dorobantzi unterzeichnet wurde; 4. Eine legalisirtc Abschrift eines vom Bürgermeister zn Chilia-Vcchc ausgestellten Zeugnisses (Nr. 989) vom 5. Oktober 1881 bestätigend, daß ich in Rumänien geboren, daß mein Betragen in bürgerlicher und commcrcicltcr Beziehung musterhaft ist, daß ich stets bereit war, für alles Nutzbringende die Initiative zn ergreifen, und daß meine Sitten nnd Gebräuche ganz diejenigen der Rumänen sind; 5. Ein ähnliches Zeugnis; vom Bürgermeister zu Bnzeu, vom in. Oktober 18S3 (Nr. 3,479). 6. Ein Attest (Nr. 664) vom 11. Februar 1883, vom Bürgermeisteramt zu Galatz, in welchem conftatirt wird, daß ich gleich bei Erlangung meines 2l. Jahres die rumänische Nationalität gewählt, im Einklang mit dem Artikel 8 des Civil-Codex. 7. Ein rumänischer Pas; (Nr. 48), vom 10. November 1879 von der Präfektur zu Succava, an der Grenze visirt, was den Beweis liefert, daß ich als Minorenn den rumänischen Schutz genossen habe; 8. Eine legalisirtc Abschrift des Ältestes vom Bürgermeisteramt zu Chili-Veche, (Nr. 513) vom 25. Mai 1881, daß ich unter rumänischem Schutz stehe und zu den einheimischen Stenerzahlern zähle; 10. Ein Original-Aktenstück des Finanz-Ministers der Moldau, welches conftatirt, daß mein

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