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Der Israelit · 1885-06-04 · Heft 44 (4.6.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 44 (4.6.1885)
Date
1885-06-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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722 Josef R'ozsay hat ca. 00,000 fl. für Wohlthätigkeitszwecke tcftrrt; davon sollcu erhalten die hicfiflc israelitische Gemeinde 51« Errichtung eines Operationssaales in ihrem 5trankenhause 5000 fl., der israelitische Landesstipendien - Verein 2000 fl., die Ehewrah-Kadischa 1000 fl., das Sicchcnhans derselben 1000 fl., das isracl. Taubstnmmen-Inftitiit 1000 fl., die israel. Volksküche .'>00 fl., der isr. Francnverein 500 fl., die Alliance israelitc universelle in Paris 1000 fl. Fran krei ch. Paris. Monatsbericht (April) der „Alliance Isr. Nniv." (Israeliten Bulgariens.) Ans Sofia wurden dem Eentral-Eomite folgende Mittheilungcn gemacht : Am 2. Ostertage verschwand ein kleines achtjähriges italienisches Mädchen aus der Stadt. Alsbald durchsuchten die Eltern, von eincnl Gcnsdarmcn gefolgt, die benachbarten jüdischen Häuser, natürlich ohne Erfolg. Die nm das Geschick ihres Kindes sehr besorgten Eltern, immer noch die Inden beargwöhnend, fingen an, diese zu bedrohen und erklärten, daß, wenn man ihnen ihre Tochter nicht hcransgäbe, cs den Juden schlecht erginge. Die Gemüther waren erregt; ein Unglück war zu befürchten. Znm Glück erschien am nächsten Morgen ein Grieche und erklärte, die kleine Italienerin befinde sich in einem benachbarten Dorfe. Die Inden nahmen gleich selbst diesen Mann fest, lieferten ihn dem Gericht ans und Herr Pisaro, Secretär des Eomitüs der Alliance, beeilte sich, dem Gencral-Eousnl für Italien die Mittheilnng zu machen. Dieser hatte im Uebrigen seinen Landsleuten bereits Nutze anempfohlen. Er sandte alsbald den Vater des vermißten 5t indes in Begleitung seines Dragomeu und seines Eavassen in die Localitat. Dort wurde in der That das Mädchen vorgcsunden und ihren Eltern wiedcrgegeben. Ans der Untersuchung des Griechen geht hervor, daß er selbst das Kind geraubt hatte. Die Veranlassung hierzu ist noch nicht festgestellt. Der italienische Eonsnl, dee sich bei dieser Gelegenheit rühmlichst hervorgethan, erklärte seinen Landsleuten, daß sie einer so lächerlichen Anklage keinen Glauben hätte schenken sollen. (Nnmänien.) Wir haben bereits von den Mißhandlungen gesprochen, die ein jüdischer Kutscher auf Befehl eines gewissen Porunlbar, Dircctor einer Papierfabrik in Bacan, erdulden mußte. Eine neue Großthat desselben Schlages wird von demselben Pornmbar von der Zeitung Hayoetz am 15/20 März, sowie der Fratcruitate vom nämlichen Datum erzählt: Am vergangenen Donnerstag, 7,-19. März, begab sich der Jude Jsaac Lntwig von Jassy »ach Sascnt bei Bacan, um zwei Pferde dorthin zu führen. Da er in der Nachbarschaft von Bacan unbekannt war, frug er einen Italiener, der ihm ans dem Wege begegnete, welches die Straße nach Sascnt sei. Der Italiener führte ihn nach der Papierfabrik, in welcher sich Pornmbar befindet. Hier packte man Lntwig und sperrte ihn eine Viertelstunde in ein Zimmer. Dann erschienen drei Männer, schleppten ihn nach einem ganz einsamen Orte unweit der Fabrik und zwangen ihn sich vollständig auszukleiden. Dann brachten sie ihn kn eineganz enge Kiste und zwei von ihnen schlugen ihn mit Hämmern auf die Brust und der dritte auf den Bauch, wahrend sic ihn frugen, wo sich die Juden das zu ihrem Osterfest nöthige Blut verschafften und was sie damit machten. Ter arme Mensch schwor, daß sich die Juden keines Blutes bedienten und flehte feine Henker an, ihn nach Hause zurückkehren zu lassen. Als die Arbeiter sahen, daß cs ihnen vermittels der Hammerschläge nicht gelang von dem Lntwig das Geständnis zu erpressen, daß die Israeliten zu Ostern des Blutes bedürfen, nahmen sie ein Messer, setzten es ihm an die Kehle, stießen es allmählich in das Fleisch und drohten dem armen Lntwig, ihn nmzubringen, wenn er nicht gestehe. Der Jude blieb energijch dabei, daß seine Glaubensgenossen niemals Blut zu ihrem Osterfeste verwendeten. Die Handwerker hatten nicht den Mnth ihr Opfer zu tobten; sie ließen cs aus dem Kasten heraus, führten cs zum Eanal, legten ihm ein Seil um den Hals und hingen ihn in einem Kessel über den Eanal auf. Der Jude blieb bei seinem Langneu : sie zogen ihn beim Seil aus dem Kessel heraus, schleppten ihn halb erstickt an dem Seil bis zu einem Flüßchen in der Nähe der Fabrik, steckten ihn dort in eine Art Käfig, den sie ins Wasser tauchten, während sie ihn heftig schüttelten. Lutwig flehte seine Peiniger an, ihn lieber gleich todt Zuschlägen, anstatt ihm solche Leiden aufznerlegen; sie ließen ihn dann sich anklciden und stießen ihn mit Fäusten zur Fabrik hinaus. Die Lupta von Jassy publicirte in ihrer Nummer vom 20. März (a. Styl.) folgende Bekanntmachungen über die Vorgänge in der Papierfabrik zu Bacan: „Seit einiger Zeit folgen einander in der Papierfabrik zu Bacau Zwischenfälle, in welchen die Inden die Nolle des Opfers spielen. Bald faßt man dort einen Juden, bepinselt ihm das Gesicht mit verschiedenen Farben, bald kleidet man dort einen Anderen

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