Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 38 (14.5.1885)
- Date
- 1885-05-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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640 die reinsten Freuden bereiten, die Freuden, welche die Entwickelung des Kindes gewährt. So lange Israels Töchter erzogen werden, so lange freue sich Israel und frohlocke Jehuda. Im nächsten Briefe will ich über die Erziehung im schulpflichtigen Alter sprechen. Bis dahin lebe wohl! Dein B. ZeitnngSnachrichteu nnd Correfpondenzen. Deutschland. Pfungstadt, im April. Am 20. April nahm am dies. Lehr- und Erziehnngsinstitut das Sommersemester seinen Anfang. Dieses Faktum wäre an und für sich, besonders für die dem Institut nicht direkt Nahestehenden von keiner besonderen Tragweite, wenn nicht Herr Dr. Barnaß mit der Eröffnung dieses Schuljahres seine Thätigkeit als Direktor dieser Anstalt begonnen hätte. Es ist wohl überflüssig, der guten Eigenschaften des jetzigen Directors noch einmal Erwähnung zu thun, zumal er jüngst den Lesern dieses gesch. Blattes als ein Mann von gediegenster Bildung vorgeführt wurde. Noch vor wenigen Wochen stellten der Schule solche, denen das Weiterbestehen derselben am Herzen lag, nicht gerade das günstigste Prognoslikon. Dessenungeachtet setzten wir unsere Zuversicht einestheils darin, daß das Institut weiter geführt werden sollte im Geiste des Dr. Joel yv'i, dem von vielen Seiten ein sehr weitgehendes Vertrauen entgegengebracht wurde, anderentheils gab uns schon der ausgezeichnete Ruf des Herrn Dr. Barn aß feste Bürgschaft für die Erhaltung dieser Pflanzstätte nampn umim. Unsere Hoffnungen haben sich denn auch ri"a verwirklicht: Das Sommersemester konnte zu unser Freude mit der Schülerzahl der vorhergegangenen Jahre eröffnet werden. Die Schule kann sogar einer noch stärkeren Frequenz entgegensehen, da noch mehrere Schüler angemeldet sind. Das muß gewiß jeden guten Jehudi höchlichst erfreuen; denn er sicht die gedeihliche Entwickelung einer Schule, welche sich zur Aufgabe gestellt hat, vornehmlich der jüd. Jugend durch Unterricht und Erziehung die Grundlagen sittlich religiöser Bildung zu gewähren. Was der Jndifferentismus unserer Zeit der Erziehung der Knaben vorenthält, das ersetzt das Institut in vollem Maße in der gesunden Atmosphäre eines echt religiösen Lebens. Möge ’'V'n für das Institut, den von Herrn Dr. Barnaß bei der Eröffnungsfeier des Semesters ausgesprochenen Wunsch: wi?y wt neyoi iy;y wp^N 'n Qyi tti lruii? u’T rroyoi in Erfüllung gehen laffen, auf daß die Schule bestehe zum Heile und Segen des wahren Judenthums. 8—». Vom Rhein. Das Werk der Begründung des Israelitischen Waisenhauses zu Dinsläken ist nunmehr glücklich vollendet. Im März hat bereits die constituirende Generalversammlung der Zeichner stattgefnnden und konnten in der Zeit bis jetzt mit Gottes Hülfe die Arbeiten so gefördert werden, daß nunmehr die Aufnahme von Kindern bereits stattsinden konnte. Wenn auch von gewisser Sekte dem Unternehmen nicht von Anfang an gerade Liebe entgegengebracht wurde, so hat doch das edle Werk so viele Freunde gefunden, daß es Wy's mit Zuversicht in die Zukunft blickend seine Thätigkeit nunmehr bebeginnen kann und hoffen wir, daß der Kreis der Freunde sich n'v'N immer mehr erweitern wird und wir sagen können imren nyso "mwo *rv niND ruEr. Zugleich besteht auch die Absicht nach dem schönen Beispiele Fürths eine nun ■m&n zu gleicher Zeit in's Leben zu rufen, indem in der Rheinprovinz noch kein Institut eristirt, wo die Kinder neben der Ausbildung im Profanen zugleich eine gründliche im Hebräischen erhalten. Es wird mit der Ausführung dieses Planes sofort begonnen werden; es können jetzt schon Knaben Aufnahme finden, und hoffen wir, daß auch diesem Theile der Thätigkeit die Unterstützung niemals fehlen wird. Afchaffenburg. Die „Bemerkungen zur talmudischen Sprach- und Fachkunde" in Nr. 35 des „Israelit" enthalten eine interessante Behandlung der Stelle in Joma 78. Npua pcso nn. Ohne nun die Zulässigkeit der versuchten Lösung der Schwierigkeit nach oy'm u. A. in Abrede stellen zu wollen, möchte ich hiermit auf 3"nr 'n dnu p*"-» S. xai aufmerksam machen, wo nebst verschiedenen wndvj auch eine Erklärung über das Npira pcuo von w un sich findet, wonach es gerechtfertigt, wenn -no und y"l7 2c. die Leseart #pir in der gewöhnlichen Deutung beibehalten. '8. 8. Mülheim, 6. Mai. Gestern wurde in der geschmückten Synagoge das hundertjährige Bestehen des israelitischen Wohlthätigkeits-Vereins (Nan? rron) gefeiert. Nach einigen vom Schülerchor hübsch vorgetragenen Lieder hielt Lehrer Brisch die Festrede, welche die Geschichte der Gemeinde behandette und