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Der Israelit · 1885-05-14 · Heft 38 (14.5.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 38 (14.5.1885)
Date
1885-05-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Danzig, ri. Mai. Vs» Frankfurt a. O. ist ein Brief an den hiesigen Staatsanwalt gelangt, dessen Verfasser sich. Md Josephsohn als die Mörder des Knaben Cybulla in Sturz denunzirt. Die Recherchen blieben bisher erfolglos. Man vermuthet, daß die Sache von antisemitischer Seite aus geht. Hamburg, 11. Wai. Es ist eine traurige Mittheilung, die ich Ihnen heute zu machen habe. Herr Rabbiner Dr. Isaaksohn y"s ist heute Vormittag 11 Uhr in Folge eines Herzschlages verschieden. (Herr Dr. Joseph Zfaaksohn stammte ans Filehne, Proginz Posen. Als noch ganz junger Mann nahm er eine Lchrerstclle in einem kleinen Orte in der Nähe von Frankfurt a. M. an. In letztgenannter Stadt erwarb er sich Freunde, die seine große Begabung rrkmmtcn und ihm dazu behilflich waren, daß er die Universität beziehen und sich zunl Rabbiner ausbilden tonnte. Nach vollendeten Studien wurde er nach Frankfurt a. d. O. als Rabbiner berufen und bald nachher wurde er zum Königlich Hannoverischen Landrabbiner für Ostsriesland mit dem Rabbmatssitze Emden ernannt, von wo er nach Verlauf weniger Jahre nach Rotterdam als Oberrabbwer berufen wurde. Religiöse Reformen, welche der Vorstand der dortigen Gemeinde einznführen beabsichtigte, veranlaßten ihn, seine Stelle niederznlcgeu und das Rabbinat in seiner Vaterstadt Filehne zu übernehmen. Ein trauriges Familienereiguiß, der Tod von 5 Kindern im Verlaufe einer Woche — es verblieb ihm nur ein einziger Sohn *v — war der Beweggrund, daß er auch diese Stelle nicdcrlegte und nach Hamburg übcrsiedclte. Der Verewigte war cm ausgezeichneter Kanzelreduer, und fanden seine Vorträge auch in Hambm'g großen Beifall. Ein vielbewcgtes, dem Dienste nuferer heiligen Religion gewidmetes Leben hat pnt tiefsten Schmerze der ahlrcichcn Freunde ibes Dahmaeschicdenen nunmehr einen Abschluß gefunden. Möge der allgütige Gott der trauernden Wsttzve 'n einer Tochter des weltberühmten Rabbi Jakob Ettlinger *?"i, und ihrem Sohne *'v Trost spenden. n'WV'n Ocsterr.-Ungnr. Monarchie. Peßth. Um das Zustandekommen der Anfangs dieses Monats eröffneten nngarischen Landesausstellung haben die Israeliten sich große Verdienste erworben. Sticht we»Wr als 60 Proc. der Aussteller sind Juden. 2>*efe Thatsache ist um so erfreulicher, als die Ungarns nicht mehr als 4 Proc. der gefammten Bevölkerung ausmacht. Was sagen hierzu die Antisemiten in Ungarn? Der Kaiser hat am Tage der Eröffnung der Ausstellung mehrere jüdische Aussteller durch Ansprachen ausgezeichnet. Des Kaisers besondere Aufmerksamkeit erregten die von dem Kunsttischler Isidor König ausgestellten Gegenstände. Der Monarch ließ den Meister hcrbcirufcn und belobte ihn laut für seine großartigen Leistungen. Pcsth, n. Mai. Isztoczii tritt aus der Antisemiten - Partei aus. Seine Erklärung ist heute erfolgt. Dieser Zwischenfall bedeutet die Auslosung der Partei. Ursache ist der Verlust bei dem Blatt der Antisemiten. Bruck a. d. Mur. In der Nacht vom 8. April verschied im Alter von 68 Jahren nach langer Krankheit in der Gemeinde Lakenbach (Ungarn) der F"» Rabbi T. Schwarz. Obwohl schon seit 30 Jahren blind, war es doch sein einziges Bestreben, um das Studium berr-nm sich verdient zu machen, und seinen Nebenmenschcn sich nützlich zu erweisen, er war ein p**s wie man selten einen findet, und sein Verlust wird daher von der Gemeinde und seinen Freunden doppelt schwer empfunden. Leider hat er in seiner Familie so manchen Schicksalsschtag erhalten; zwei hoffnungsvolle Söhne sind ihm in der Blüthe ihrer Jahre durch den Tod entrissen worden; einen Ersatz fand er an seinen Schwiegersöhnen den Herren M. Griesfeld, Lehrer der Talmud-Thora-Schule in Lakenbach, Löwinger, Rabbiner in Wicselbnrg, und Jakobowitsch in Lakcnbach, welcher ebenfalls mm p ist. Bei dem Lcichenbegängniß gab das zahlreiche Geleite den besten Beweis, in welch' großer Achtung und Liebe der Verblichene bei seinen Nebenmenschen stand; seine Schwiegersöhne hielten im Hause und beim Tempel Trauerreden, wobei mancher greise Mann zu Thränen gerührt war, als von den Tugenden und den reichen nini-Kenntniffen. welche da zu Grabe getragen wurden, die Rede war. Möge der Allmächtige die Gemeinde vor solchen Verlusten ferner bewahren, den Heimgegangenen aber aufnchmen im Verbände des ewigen Lebens. n"3'V'j"n M. Stößl. Italien. Rom. Vorige Woche fand hier in dervon der Regierung errichteten höheren Töchterschule die halbjährige Prüfung statt. Das Unterrichtsministerium hatte für die fleißigste Schülerin eine goldene Me-

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