Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 37 (11.5.1885)
- Date
- 1885-05-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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623 dende Function, wie es die Ausübung dcr 2"i"tr ist, einem jeden darum Nachsuchenden und wenn er auch der größte pLnvicy ist, übertragen. Oder sollten die Herren Rabbiner nicht tue Pflicht haben, sich, bevor sie nV72p ertheilen, überdas Vorleben der Aspiranten zu erkundigen, sich besonders Gewißheit d a r ü b er zu verschaffen, ob die betreffenden Personen nicht in erster Linie N'DmDz L"-l rer '77no sind? von Rasiren, vom Gennffe von und andem Nn*T.*n gar nicht zu reden! Sicher müssen diese und verwandte Fragen mit einem kategorischen „Ja" beantwortet werden. Es sei uns erlaubt, die im Vorgehendcn gerügten Hebel- und Mißstände durch ein paar Facta zu beleuchten, wir erklären aber sogleich, daß diese Fälle in W. nicht vereinzelt, sondern zu hunderten Vorkommen. Vor etwa zwei Jahren reiste ein Jüngling aus W. a. d. R. nach der Rheingcgend und kehrte noch an demselben Tage, als autorisirter cmr wieder zurück, trotzdem derselbe auch gleichzeitig Metzger, c'Vr 77ns «rrn-ijn nxr 7y i2iyi K‘om02 und dabei noch so unwiiicnd, daß er, als der Rabbiner mit der Ausfertigung des n?2p zrc beschäftigt war und ihn nach seinen irron er fragte, diesen nicht anzngeben wußte, um denselben behufs Eintragung in das Qualificationszengniß zu erfahren. — Vor einigen Wochen traf ich mit einem juugen Rietzger zusammen. Dieser erzählte mir, daß er bei einem gewissen C..n in Dortmund nsrnr gelernt und Anfangs wenig Begriff davon gehabt habe; trotzdem sei er in 8 Tagen — sage in acht Tagen — mit der Erlernung, sowohl des thiwretischen, als praktischen Theils der Schechita fertig geworden. Auf meine Frage, von wem seine n720 ausgestellt sei, antwortete nur der Mann, daß ein Zeugnis; von genanntem C... n in D. sich in seiner Tasche befände. Er zog es heraus; wie staunte ich, als uh daraus Folgendes las: „Dem N. N. wird hiermit bescheinigt, daß derselbe Lei mir das nrp schachten (?) (so steht es in dem Dokument, der orthogrechhischen und grammatikalischen deutschen Fehler nicht zu gedenken) gelernt. und die Prüfung gut bestand«! hat. Ich kann denselben deßhalb meinen Glaubensgenossen als (?) Schächter bestens empfehlen. Ich habe den guten Mann darauf aufmerksam gemacht, daß das von genanntem E. ausgestellte Schriftstück keine m?:d, und daß nur ein ordnnngsmaßig angcstcllter Rabbiner zur Ausstellung solcher Schriftstücke antorifirt sei, er zum Koscherschächren nicht eher befugt sei, bis er im Besitze eines solche« Dokumentes sich befinde. 7w2O tch7 habe ich auch die in der Umgegend darauf aufmerksam gcuracht, daß sie von dem Fleische der rv.cr.2, die dieser Schachet geschlachtet, nicht genießen dürfen, u. G. f. D., viele haben meinen Rath befolgt und werden ihn auch weiter befolgen. Eine große Schuld an diesen traurigen Zuständen trifft auch die Gemeindevorsteher, welche schon zufrieden sind, wenn die o'vnw der Gemeinde einmal in ihrem Leben n72p erhalte» haben. Von einer Wiederholungsprüfung, wie solches geboten ist und von jeher in Israel Gebrauch war, davon kann in Westphalcn kein Rede sein. Wir kennen eine Masse älterer gwkt, deren n72p von Sutro 7"2"r von 20 und mehreren Jahren her datirt und denen es nicht cinfallt, sich nwo fein zu lassen. Macht man sie auf ihre diesbezügliche Pflicht aufmerksam, so erhält man eine und dieselbe Antwort: „Wir wissen bei uns selbst, daß wir noch rnrnn haben; auch kennen wir die dti, wozu sollen wir uns prüfen lassen? — Wann werden die Wcstphalens zur Einsicht kommen und o7t? 272 zum traditionellen Jndenthum znrnckkchren! Ach, möchten doch die wenigen c'07cn d'ST mit aller Kraft und alle zu Gebote stehenden Mitteln dahin wirken, daß der schon 14 Jahre lang verwaiste Rabbinatssitz von Westphalcn endlich wieder besetzt würde! Wahrlich, wohl nirgend thut das mehr noch als hier. Einen kleinen Anfang zum Besseren erblicken wir in dem Umstande, daß seit einigen Jahren mehrere im Kölner Seminar ausgebildcte Lehrer in W. Anstellung erhalten haben. Sicher werden diese dahin streben, daß in W. ein Geschlecht heraugcbildet wird, von dem der Psalmist sagt: "n '77yi2 inrir' «7t d7d2 d*i7n2 ivr'i! "2'. m»,&i thd nvr croiac vrr «71:1122" w.2di Das walte Gott! M. Rosenwald, eme. Lehrer, Iserlohn. Schweiz. Zürich, 26. April. Tie gestern verlesene mio, worm das: nrrey n« nein n2in „Du sollst Deinen Ncbenmenschen zurcchtwcisenuns vor Augen geführt wird, läßt mich heute zum dritten Riale die Feder ergreifen, um die wankenden D'Tirp anfzufordcrn, doch endlich einmal Ernst zu machen, um die Beseitigung des in der hiesigen Synagoge aiifgcftcfltcu Harmoniums und des bestehenden Tamcngesangvereins — als dem jüdischen Religionsgesctz c'ntgcgcnstchend — hcrbeizuführen. Es kann nicht genug hcrvorgehoben werden, daß die Synagoge gerade von denjenigen am meisten frequentirt wird, welche diese u n j üd i sch e n E i n r i ch t u ngeu nicht wollen, auch fällt dcr Umstand in's Gewicht, daß Glaubensgenossen, welche als Fremde den