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Der Israelit · 1885-05-07 · Heft 36 (7.5.1885) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 36 (7.5.1885)
Date
1885-05-07
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Almosen leben, werden soll. Sie wurden nützliche Mitglieder der Gesellschaft werden und nicht mehr auf das bittere und kärgliche Brod der „Chalukah“, das ohnehin mit jedem Jahre knapper wird, angewiesen sein. Uebrigens könnten auch jetzt schon die armen Juden Jerusalems ihre Lage theilweise verbessern, wenn sie nicht mit einer gewissen Manie an dieser Stadt hingen. Sie könnten nach Jaffa, Assä u. s. w. ziehen und sich dort entweder als Handwerker oder sonstwie ganz schön ernähren. Aber lieber wohnen sie in Jerusalem im elendesten und ekelhaftesten Winkel, als dass sie sich zu so etwas entschliessen, hierin könnten ihnen die deutschen Colonisten als Vorbild dienen, die sich nicht fürchteten, sich an von einander ganz entfernten Plätzen niederzulassen.J "Werfen wir noch einen Blick auf die schon entstandenen jüdischen Colonien. Da ist zuerst die Colonie "nipfi nDÖ«, die fruchtbaren Boden besitzt und von wackeren Leuten bewohnt ist. Würde die Regierung ihnen gestatten, Häuser zu bauen, so würde diese Colonie in voller Blüthe stehen. — Sa marin wird von den Beamten des bekannten Edlen verwaltet und wird, wenn die Colonisten folgsam sind, ohne Zweifel gedeihen; ebenso 'TI3S3 EWV nebst der Colonie "tfSSttn am Meromsee, wo vorzüglicher Boden ist. Die Colonisten haben dort schöne Fortschritte gemacht, zwei Brunnen gegraben und sich* mit Hilfe eines edlen Mannes eine Syna« goge gebaut. Die Colonie "|V3Ä die jüngste von allen, scheint mit den meisten Widerwärtigkeiten zu Jiämpfen zu haben; der Boden ist sandig und hat in diesem Jahre kaum die Aussaat gebracht. Die Aehren sind leer geblieben- Einige sind ausgewandert, die Anderen werden durch die Güte des Edlen erhalten, ohne den die Colonie längst vergessen wäre. Die Colonisten überlegen, wie sie es anzufangen haben, um Menschenhilfe entbehren zu können. Wir haben die Art und Weise, wie sich die Colonisten auf "jVjfcb ihre Lage verbessern können, schon in einem anderen Artikel genau dargestellt. Von den Juden, die durch die süssen Worte der Missionäre nach „Artuf“ verlockt wurden, sind bereits sieben Familien nach Jerusalem zurückgekehrt, sobald die Herren von der Mission ihr wahres Gesicht zeigten. Diese Leute leben natürlich jetzt in Hunger und Elend; aber sie wollen lieber körperlich zu Grunde gehen, als ihren Glauben um Brod verkaufen. Theuere Glaubensgenossen, erbarmet Euch ihres Elends und lasset sie nicht ein Opfer ihres Glaubens und ihrer Liebe zu unserer Religon werden. Helfet, man kann sie gewiss als Colonisten auf irgend einer Colonie verwenden. * ILsl otizen. In der Colonie '7133 wurde das Territorium vertheilt und zwar 5 Hektaren für jede Familie. Der Häuserbau ist vollendet; jetzt werden Synagoge, Schule und Mikwah in drei Stockwerken erbaut; wir hoffen, mit G.’s Hilfe einen Bau zu errichten, welcher der Colonie zur Ehre gereichen wird. _ ✓ Wie wir vernehmen, ist Herr Scheid aus Konstantinopel zurüokgekehrt mit der vom Sultan ertheilten Erlaubniss, für die Colonisten auf Sa marin Häuser zu bauen; der Besitz ist bereits auf den Namen des bekannten Edlen eingetragen.

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