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Der Israelit · 1885-05-07 · Heft 36 (7.5.1885) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 36 (7.5.1885)
Date
1885-05-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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604 Das ist das beste Mittel, es in kürzester Zeit gegen alles, was sonst ein Kinderherz erfreut, gleichgiltig, ich möchte fast sagen blasirt zu machen. Und das ist nicht gut, entschieden nicht gut. Der Junge hat einen Hellen Kopf, er ist im sechsten Jahre, ich würde ihn in die Schule schicken, ein Kind gehört unter Kinder." Herr von Königstein schüttelte den Kopf. „Ich glaube es noch nicht wagen zu dürfen; später vielleicht, gegenwärtig wäre es gefährlich. Sie glauben nicht, was es mich für Mühe gekostet hat, ihn zu überzeugen, daß er kein Jude ist. Die Maibaum's, es sind in Wirklichkeit brave gute Leute, so lange ich lebe, werde ich mich ihnen verpflichtet fühlen, und das Kind hängt an ihnen, ich wäre glücklich, wenn es nur halb so an mir hängen würde; aber was für Ideen sie dem Kinde in den Kopf gesetzt haben —" „Ich hatte Gelegenheit, mich davon zu überzeugen," erwiderte der Sanitätsrath lachend, „das Bürschchen behauptete doch, ich wäre recht dumm." „Er ist ungemein schlagfertig," fuhr Herr von Königstein lächelnd fort, „und mit der Zeit wird er wohl diese Geschichten vergessen. So lange er sie aber noch nicht vergessen, darf ich ihre nicht mit Fremden in Berührung bringen. Durch irgend einen Zufall könnte er erfahren, daß er als Jude geboren ist, und dann hätte ich das Spiel vollends verloren." „Sie müssen ihn aber doch unterrichten und erziehen lassen, denn, Sie nehmen meine Freimüthigkeit hoffentlich nicht übel, Ihr Erziehungstalent scheint nicht weit her zu sein." „Dem kann ich grade nicht widersprechen, und darum habe ich glich auch schon nach einem Hofmeister umgesehen. Von zuverlässiger Sekte ist mir ein tüchtiger junger Mann empfohlen worden, der schon im Laufe kommender Woche eintreffen wird. Er hatte ursprünglich die Absicht, in das Piaristenkloster zn D . . . cinzutreten, doch das Falliment und der kurz darauf erfolgte Tod seines Vaters nöthigten ihn, für seine Mutter und seine Schwester zu sorgen, weshalb ihm ein Posten als Hofmeister sehr erwünscht ist." „Hoffen wir, daß Sie eine gute Acquisition gemacht haben; Ihr Vittor gebraucht einen Mann, der ihm gewachsen ist. Und mit den Fleischspeisen machen Sie's, wie ich Ihnen gerathen habe." (Fortsetzung folgt.) (Hebräisch.) Art 2 im Aerus oft gefährlich; Nil 2 bin ich unentbehrlich; Nil n Dir oft beschwerlich; Nit ktlken begehrlich. Budapest. R. Cal. Nohn. Auflösung erfolgt in Nr. :18. Tie Namen der richtig bösem den werden, wenn uns solche bis längstens Dienstag Bonniltag den 12. Mai zugegangen, in der folgenden Nummer veröffentlicht. Auflösung des Räthsels in Nr. 34: „Der Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen BestrUitngen an. — Inserate 25 Pfennige dir dreigespalteue Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Fratlcozusenduug unter Streifband pro Iahrgaitg für Delltschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'» Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusende». Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Bäler. — Der Mord des Knaben Cybulla vor dem Schwur- Gericht. — Zritungsllachrichten und Correspondenzen: Rußland: Petersburg. — Feuilleton: Gerettet. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. 2mat Berlin. Posen. Frankfun a. M. — Oesterr.-Nngar. Monarchie: Prag. Krakau. — England: 2mal London. — Palästina: Jerusalem. — Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" gr. Bleiche 45. Druck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz. (Hierzu eine Beilage.)

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