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Der Israelit · 1885-04-27 · Heft 33 (27.4.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 33 (27.4.1885)
Date
1885-04-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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546 dienste dieser kurzen Spanne Zeit können sie nicht sich und ihre Familie ein ganzes Jahr hindurch ernähren; man müßte sie mit Pflug, Ackergeräthen u. s. w. versehen, ihnen die Möglichkeit verschaffen, daß sie ein Stückchen Erde pachten können, das sie für eigenen Gebrauch, für Wintervorräthe bearbeiten und anbauen können. Man könnte sie vielleicht verpflichten, die vorgeschossenen Summen in Raten zurückzuzahlcn. Rumänien besitzt ferner fast gar keine Industrie, es bezieht die meisten, selbst die alltäglichsten Dinge vom Auslande. Die städtischen Juden eignen sich zu industriellen Arbeiten; man müßte eine praktische Industrieschule gründen, wo alle industriellen Erzeugnisse gelehrt und gearbeitet werden, deren Rohproducte im Lande zu finden sind und die als Hausindustrie betrieben werden könnten. Rumänien würde — ist zu glauben — ein solches Unternehmen moralisch unterstützen, da seit Kurzem die Regierung bestrebt ist, eine Industrie im Lande zu gründen. Den städtischen Juden würde dadurch nicht nur eine neue Existenz gegründet werden, die Rumänien nicht ohne seinen eigenen Schaden stören könnte, sondern selbst die erbittertsten Feinde der Juden müßten vor diesen neuen Beweisen der Nützlichkeit der Juden ihrem Gekläffe Schweigen gebieten. Im klebrigen verweisen wir auf die Broschüre selbst, die wir unsern Lesern nur empfehlen können. Zeiiungsnachzichtcn und Corresporrdenze». Deutschland. Aus Rheinland wird uns geschrieben: Ihr gesch. Blatt brachte im vorigen Frühjahr die Notiz, daß ein in Elberfeld bestehendes jüdisches Hotel sich streng ritueller Aufsicht unterstellt habe. Es wird deshalb viele Ihrer Leser interessiren, daß diese Aufsicht, nachdem das Hotel in andere Leitung übergegangen ist, vollständig ausgehört hat. Breslau. Dem Jahresbericht der hebräischen Unterrichts-Anstalt über das Schuljahr 1884/85, von Rabbiner Dr. P. Neustadt, entnehmen wir: Mit dem Beginne des neuen Schuljahres tritt die Anstalt in das neunzehnte Jahr ihres öffentlichen Bestehens. Das stete Wachsthum, dessen sie sich, namentlich in den letzten Jahren, zu erfreuen hatte, giebt uns auch für die kommende Zeit berechtigten Anlaß zu freudiger Hoffnung. Mit 'großer Genugthunng können wir . diesmal auf die Erfolge des verflossenen Schllljahres znrückblicken. Die Schule wurde am 21. April 1884 mit 144 Zöglingen (123 Schülern und 21 Schülerinnen) erössnet; hinzngckommcn sind während des Schuljahres 41, ausgetreten 23, somit schließen wir das Jahr mit 162 Schülern ab. Der Unterricht selbst konnte im Allgemeinen einen ungestörten Fortgang nehmen. Auch in diesem Jahre fanden in herkömmlicher Weise Feierlichkeiten amrnxnV- und rmo-Feste statt. Die Letztere war diesnlal eine um so erhebendere, als mit ihr eine Vorfeier zum Andenken an den herannahendeu hundertsten Geburtstag des Sir Moses Montefiore Baronet verknüpft war. Der erste Lehrer der Anstalt, welcher die Festrede vor dem zahlreichen Zuhörerkreise hielt, endete diese mit der Verkündigung der Gründung eines neuen Vereins, der den Namen des edlen Phklantropen trägt. Der Zweck dieses Vereins ist, arme Kinder (Knaben und Mädchen) in höhere Schulen (Bürgerschulen, Gewerbeschulen, Gymnasien rc.) unterzubringen. Voraussichllich wird der Verein schon zum nächsten Schnlterniin (Ostern 1885) acht Kindern die Wohlthat angedeihen lassen und damit den segenbringenden Anfang machen' kölmen. Es ist uns eine angenehme Pflicht an dieser Stelle der Wohlthäter zu gedenken, die ihre Anhäilglichkeit zu unserer Schule, wie in früheren Jahren durch nennenswerthe Zuwendungen in Geld oder Büchern, zu erkennen gegeben haben. An ersterer Stelle steht wiederum der so edle Wohlthäter aus der Provinz Hessen, der unsere Anstalt außer der Geldsendung von 300 Mark mit drei reichlichen, werthvollen Büchersendungen in 237 neuen Exemplaren noch bedachte, und unsere Synagogen-Gemeinde, deren Vorstand uns die Anzeige zugehen ließ, daß die bisher gewährte Subvention von 180 Mark auf jährlich 400 Mark erhöht worden ist. Ferner wurden fünf würdige Schüler der Anstalt mit der Rohr'schen Prämie in Summa von 30 M. von Herrn Th. Oschinsky bedacht. Die Einnahmen betrugen 3230 M., die Ausgaben 2807 M. Aus dem Hnudsrückcn. Im Dorfe S., Kreis Kreuznach, besuchen die jüdischen Schüler wie allgemein gesetzlich, die cvangel. Ortsschule. Der jüdische Unterricht wird täglich in mehreren Stunden, in der Zwischenzeit, und zwar von einem Lehrer ertheilt, der seines Ainies aufrichtig und treu waltet. In der letzten Zeit nun ist eine Verfügung herabgelangt, wonach etliche Mal in der Woche Bibcllesen abgehalten werden soll. Zu dieser Bibelstunde wurden auch die hies. israel. Schüler zugezogen und aufgee

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