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Der Israelit · 1885-04-23 · Heft 32 (23.4.1885) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 32 (23.4.1885)
Date
1885-04-23
Page
– (sequence 27)
Language
German
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— 119 — Ochsen, einen Esel und auch noch Geld zum Samenankauf. . . . Oie „Zionsireunde“ in der Nähe von Tiberias haben den zerstörten Oit A r b e 1 angekanft, um dort eins neue Niederlassung zu gründen, VV.., das schon unseren Alten durch seinen Uebertluss an Oel bekannt war, ist immer noch dem Verkaufe ausgesetzt. . . . Ich kann bei dieser Gelegenheit die freudige Mittheilung machen, dass eine Stunde südlich von uns entfernt ein angesehener Glaubensgenosse ein Stück Land für 4500 Fcs. angekanft, hat. Dasselbe liegt in der Nähe des Jordan, am Wege nach Damaskus und ist sehr wasserreich. Ebenso sind noch grosse Strecken Landes mit sehr ertragsfähigem Boden und in quellenreicher Gegend in unserer Nähe nach allen Richtungen hin leicht zu haben* es fehlt nur an Käufern. Mochten doch recht bald auch für diesen fruchtbaren Landstrich vermögende Ansiedler sich finden, damit das Wort des Propheten in Erfüllung gehe: „Es werden wieder gekauft werden Häuser, Felder und Weinberge in diesem Lande.“ (Jerem. 32,16.) Schreiben eines „Zionsfreundes“ aus Caifa. In den letzten zwei Jahren bis heute sind im heiligen Lande im Ganzen sieben Colonien gegründet worden mit einem Personenstände von fünfzehnhundert Seelen. Hiervon gehören vier dem Lande Juda und drei Galiläa an. Heber erstere steht mir weniger ein Urtheil zu, als über letztere, weil ich seit ihrer Gründung in ihrer Nähe wohne. Die Colonie „ A r t u f “ (der Mission zugehörig) kenne ich nur vom Hörensagen. Die zwei Colonien jVwSI,, und "JHpS., werden bekanntlich von einem edlen Gönner in Paris erhalten und ist begründete Hoffnung vorhanden, dass sie bald auf eigenen Füssen stehen werden. Die vierte Colonie im Lande Juda, nämlich "mpfl nns», besteht längst, ist selbstständig, hat aber jetzt noch um ihre Existenz zu kämpfen. Ihre erste Ansiedelung geschah in einer Gegend, wo sie durch das schlechte Klima gezwungen wurden, ihre Wohnhäuser zu verlassen und auf höher gelegenem Gebiete solche zu bauen. Hierin stiessen sie der Regierung gegenüber auf grosse Schwierigkeiten, so dass es Staunen erregt, wie diese Colonisten trotz vielfacher Widerwärtigkeiten den Muth nicht sinken lassen und ihren Posten nicht verlassen. Bei einiger Protection und Unterstützung von Seiten des Auslandes würde auch sie ohne Zweifel prosperiren. — In Galiläa befinden sich drei Colonien: „Samarin“, “HjS IPSO,» und Tu\,. Erstere hatte seit ihrer Gründung, welche vor zwei Jahren geschah, die grössten Kämpfe zu bestehen. Bis vor kurzer Zeit verbot die Regierung ihren Colonisten den Häuserbau, so dass diese in Caifa. das 18 Meilen hiervon entfernt ist, wohnen mussten, ein Umstand, der dem Gedeihen der Colonie bedeutende Hindernisse in den Weg stellte. Wäre dieselbe nicht in jener Zeit der bekannten Gönnerschaft gewürdigt worden, so wären gewiss alle ihre Insassen Hungers gestorben. Trotzdem hielten dieselben vertrauensvoll aus; alle Drangsale und Beschwerden stählten ihre Widerstandskraft und Leistungsfähigkeit bis zur Verwunderung, so dass die Behauptung der Colonisationsgegner, als ob jene Männer nicht zum Ackerbau taugen, durch die thatsächlichen Verhältnisse Lügen gestraft wird. Ich, der Schreiber vorliegenden Briefes, habe diese rumänischen Colonisten damals gesehen, als sie aus ihrer Heimatli kamen, und wenn ich sie jetzt sehe, muss ich unwillkürlich ausrufen: „Gelobt sei Derjenige, der die Geschöpfe wandelt!“ Wer damals die schwachen Körper mit dem Ausdrucke der Willenslosigkeit und dem gramdurchfurchten Gesichte sah und dagegen jetzt schöne kräftige Männer erblickt, kernige Gestalten mit sonnverbranntem Gesichte, deren schwielige Hände genügend es ausweisen, wie sie voll freudigen Muthes und fester Zuversicht den Boden des heiligen Landes bearbeiten, der wird sich sagen müssen, dass diese Leute sicher ihre Zwecke Ausfuhren und zum Ziele ihrer Wünsche gelangen werden. Erst vor kurzer Zeit ist es dem bekannten hochedlen Menschenfreunde gelungen, das grösste Hinderniss zu beseitigen und die Erlaubniss zum Häuserbau von der Regierung zu erlangen. Jetzt, nachdem innerhalb zweier Jahre durch den emsigen Fleiss der Colonisten eine fast verödete Strecke Landes in fruchtbare Felder verwandelt wurde, jetzt steht dem Weiterstreben kein Hinderniss mehr im Wege und die Colonie „Samarin“ wird zweifellos eine Mustercolonie werden.

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