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Der Israelit · 1885-04-23 · Heft 32 (23.4.1885) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 32 (23.4.1885)
Date
1885-04-23
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Die Colonie ",">22 fc'KT. hat die geschilderten Ais. stände nie kennen gelernt. Ihre Insassen durften von vornherein Häuser bauen und haben fruchtbares Land vor sich, das sie freudig bearbeiten, als ob sie von Jugend auf nur Ackerbau betrieben hätten, und bald hoffen sie, ohne jede fremde Hilfe selbstständig dazustehen. Der Tüchtigste in dieser Colonie ist ein aus Safed gebürtiger Jehudi, der Anfangs nur aus dem Grunde aufgenommen wurde, um zu erproben, ob auch die eingeborenen Juden zum Ackerbau sich eignen. Seine Kenntnisse in der Landessprache und der Lebensweise der Bewohner waren für die übrigen (Kolonisten von nicht geringem Wertha Es erübrigt mir noch, über die dritte und kleinste der genannten Colonien, nämlich über ''nS>an “TID\,, noch Weniges zu sagen. Dieselbe, am Meromsee gelegen, umfasst zwölf Familien mit sechsunddreissig Seelen. Sie kämpft schon seit zwei Jahren gleichfalls mit grossen Schwierigkeiten, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Durch eine einmalige kräftige Unterstützung könnte sie desto eher zur Selbstständigkeit gelangen. (Nach einer Bemerkung der Redaction des "T2EH,, ist ihr diese Unterstützung durch die in Kattowitz versammelt gewesenen „Zionsfreunde“ bereits zu Theil geworden.) Zum Schlüsse wende ich mich noch an die Gegner der jüdischen Colonisationsbestrebungen, welche gewiss Unrecht daran thun, über eine Angelegenheit den Stab zu brechen, welche erst die Probezeit durchmachen muss. Ich bin der festen Ueberzengnng, dass die Ackerbauer anderer Gonfessionen, wenn sie solchen Schwierigkeiten von Seiten der Regierung begegnet wären, wie dieses bei den jüdischen Golonisten der Fall war, sammt und sonders dem heiligen Lande den Rücken gewandt hätten. Hätte die Regierung den Ausländern gegenüber sieh nicht so feindselig gezeigt, so hätte die jüdische Colonisation ohne allen Zweifel gedeihen müssen, aus welchem Lande auch die Golonisten zugezogen wären, wenn anders die richtigen Leute hierzu gewählt wurden. So lange aber die türkische Regierung hierfür nicht gewonnen wird, welcher schon der Ausdruck Colonisation verhasst ist, halte ich es für das Beste, die Colonisationsversuche durch eingeborene Juden und türkische Unterthanen anstellen zu lassen. Ich selbst kenne viele Jnden in Safed, die hierzu durchaus geeignet sind. Mau kaufe daher mit aller Ruhe und Vorsicht geeignetes Land, baue allmählich Häuser und suche dann die geeignetsten Leute zur Niederlassung ans. Diese Leute müssten alsdann nach Verlauf einer bestimmten Zeit das Land bezahlen und so lange dieses nicht geschehen ist, sich vollständig den Anordnungen der Gründer unterziehen. Jedenfalls ist es dringend nothwendig, Land anzukaufan; findet der Käufer Anfangs nicht die geeigneten Juden zur Ansiedelung, so kann er ohne jedes Risico dasselbe zunächst durch Araber bebauen lassen. Ich vergass noch zu bemerken, dass vor einiger Zeit Juden aus Polen in der Nähe von Tiberias 2000 Acres Land angekauft haben. Man versichert mich, dass sie genügende Mittel zur Gründung einer Colonie besitzen. Da sie wissen, dass die Regierung ihnen die Bewilligung zum Häuserbau verweigern wird, so petitioniren sie bei derselben um das Recht, in den Unterthanenverband einzutreten und sind zur Zeit noch der Antwort gewärtig. "Wird ihr Gesuch zurückgewiesen, so wollen sie ihr Land durch Araber bebauen lassen und abwarten, bis die Zeit kommt, wo sie selbst auf ihrem Lande wohnen dürfen. Nachbemerkung der Redaction des "T2E«T\ Der Schreiber vorstehenden Briefes ist ein angesehener Christ, der den Zionsfreunden längst bekannt ist und sich in Galiläa niedergelassen hat, um den Fortgang der jüdischen Colonisation zu beobachten. Sein Rath für oipZionsfreunde ist gut und zweckentsprechend und so aufrichtig, dass wir demselben so lange entsprechen müssen, bis die bestehenden Hindernisse beseitigt sind. Druck bou David Souls SBolff in Magdeburg

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