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Der Israelit · 1885-04-20 · Heft 31 (20.4.1885) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 31 (20.4.1885)
Date
1885-04-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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503 scher Handelsleute geführt hat. In der Nacht zum 22. Januar 188-1 war unter der Brücke des im Kreise Prcuß. Stargard gelegenen Torfes Skurcz der 14jährige Käthnersohn Onofrius Eybnlla, wie seiner Zeit mitgcthcilt worden, ermordet linb in der gräßlichsten Weise zerstückelt und verstümmelt anfgefnnden worden. Bon Ortsbewohnern wurde der Verdacht der Thäterschaft gegen den jüdischen Handelsmann Josefsohn gelenkt', welcher unter Mitwissen, resp. Mitwirkung der jüdischen Kauslcutc Boß neu. und .jun. ans religiösem Fanatismus diese Thal verübt haben sollte. Diese drei Personen wurden festgcnommcn und mehrere Monate in Haft gehalten. Da aber die ciugelcitctc Untersuchung leine Anhaltspunkte für diesen Verdacht ergab, so wurde im April vorigen Jahres vom Minister des Innern der hiesige Kriminal-Kommissar Höst nach Skurcz entsendet, um weitere Nachforschungen dort zu veranstalten. Diese ergaben die Schuldlosigkeit der drei verhafteten Kaufleute, welche auf freien Fuß gesetzt wurden, und führten zu der Verhaftung des Flcischcrmcisters Behrend unter dem dringenden Verdachte, die scheußliche Dhat verübt zu haben. Gegen Behrend «katholisch) ist nach der Beendigung der Voruntersuchung vom Staatsanwalt die Anklage wegen Mordes erhoben worden, die nunmehr vor dem Schwurgericht zn Danzig zur Verhandlung gelangen wird. S ch w e i z. Solothurn (Schweiz), l7. April. Leopold Oppenheim, ein israelitischer Geschäftsmann von Hengnau, gcb. 182», hatte sein Revier in Stadel (Bezirk Dielsdorf, Kanton Zürich) und Umgebung. Letzten Dienstag Morgen (7. April) wurde er in einem Hause in Stadel zum letzten Mal gesehen; dagegen wurde dann gestern Morgen in der Nähe von Stadel die Brieftasche des Oppenheim mit Blut befleckt gefunden. Banknoten, die er gewöhnlich für einige tausend Franken darin trug, fehlten gänzlich. Zur gleichen Zeit fanden Kinder bei der Brücke im Dorf Hochfcldcn ein Pakctchen mit Wcrthschriften «Obligi und dergleichen) und gleich nachher wurde daneben in der Glatt ein männlicher Leichnam entdeckt und herausgeuommen. Es war die Leiche Oppenheims. Geld oder Gcldcswcrth trug er nicht mehr auf sich. Oppenheim wurde sehr wahrscheinlich in Stadel schon am Tag in einem Hause erschlagen und der Leichnam bis in die Nacht behalten und dann mehr als eine halbe Stunde weit durch das Torf Hochfcldeu hindurch in die Glatt befördert. Ein Hochfcldcr hörte um halb l2 Uhr einen Karren beim Hause vorbei gegen die Glatt und in sehr kurzer Zeit wieder znrückfahrcn. In demjenigen Hause, in welchem er zum letzten Mal gesehen wurde, bei H. Hauser, Amtmann, hatte Oppenheim von diesem Geld einkassirt nnd dafür Onittnng und Abstellung gegeben. Im Keller des Hauses wurde ein Eonvert mit der Adresse L. Oppenheim gcfiluden. Dagegen fehlt der Karren, welcher angeblich gestohlen worden sein soll. Die Sektion ergab, daß Oppenheim mit einem runden, harten Gegenstand erschlagen worden. Beide Schläfcnlinien sind zertrümmert und die Schädelbasis gerissen. Im Nachen stak ein Stück Tuch. Biele Rippen sind zerbrochen. Hauser ist verhaftet. Salomon Nordmann. O c st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien. An den österreichischen Abgeordneten Rabbiner Bloch ist ans Krakau folgende Mittheilnng gelangt: Der jüdische Bäckermeister, der im Bett'schen Hause in der Wolnicc am 2(». v. M. Ostcrbrod buck, trat während der Arbeit vor die Thürc, um ein wenig frische Luft zn schöpfen nnd sah, wie ein Mann nnd eine Frau, die ein Kind an der Hand führten, in das Nachbarhaus nnd dort in den Keller gingen. Nach kurzer Zeit kamen sie lviedcr, aber - ohne Kind. Er stellte sic zur Rede, wo sie das Kind gelassen hätten: sic wurden verlegen nnd der Bäcker ließ rasch entschlossen, die Polizei holen, welche die Verhaftung der Beiden vornahm. Man untersuchte deu Keller und fand das Kind erlliordet. Qcdcnlmrg, l l. April. In der gestern Vormittags unter Vorsitz des Obergespans Fürsten Paul Eszterhazn abgehaltencn Sitzung des Verwaltnngsansschusscs kam ein Erlaß des Eultus- und Ilnterrichtsministers August v. Trefort zur Verlesung, der sich sehr scharf über die israelitischen Matrikel-Verhältnisse ansspricht. Der Minister erklärt in diesem Erlasse, daß der in Wien lebende Rabbinats-Assessor Hirsch in verschiedenen Orten Oesterreichs Trauungen vollziehe, die daun regelwidrig gemäß einem Nebereiukommcn in einem Anhänge der Matrikel der Mattcrsdorser israelitischen Gemeinde eingetragen werden. Der Fall, um den es sich handelt, ist folgender: Der in Szitl-Sarkanu (Eomitat Oedenburg) lebende Kreisarzt Dr. Wilhelm Szauer hat als Mcdiekner in Wien mit einer Dame, Namens Helene Goldmann, eine Ehe

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