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Der Israelit · 1885-04-20 · Heft 31 (20.4.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 31 (20.4.1885)
Date
1885-04-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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tl)ttn den Weg, den sie wandeln sollen", „den Weg. das ist das Neben von Wohlthaten". (Baba Blezia 80 d. Baba Manul looa.) Das^ LLort mar sagt dem noch den gcsammten Verkehr mit den Mitmenschen hinzu, wie unsere Weisen (in der Mechiltha) zn 2 B. M., (5. 15, V. 2ü lehren: *•: bzr htici Na« rfi ,nt:fyn i»rja norm r-v-pr, '<V2%7\ “Hü mnan nr> ™cs«3 jnui avn »nr mm >2 L"p zorcn vby „Und was recht ist in Seinen Augen sollst du 11)1,11," „das ist der geschäftliche Verkehr; daraus lernen wir, daß, wer Treue und Glauben übt im geschäftlichen Verkehr, sich das Wohlwollen seiner Mitmenschen erwirbt, und die heilige Schrift rechnet es ihm so hoch an, wie wenn er die ganze Gotteslehre erfüllt hätte." Wir haben mit dieser Erörterung schon einige der im vorigen Kapitel aufgeworfenen Fragen beantwortet. Wohl ist Rabbi berechtigt nach dem 'Wege zu fragen, den sich der Mensch erwählen soll, denn es handelt sich hier nicht um die stricte vorgeschriebenen Gottesgebote, sondern um das Neben von Wohlthaten, um den Verkehr mit den Mitmenschen und da hat jeder Mensch das Recht und die Pflicht, sich die Art und Weise zu erwählen, die seinen Fähigkeiten und den von ihm zu erwartenden Leistungen am meisten entspricht. Auch die Hinzusngnng des Wortes mtr ist erklärt, da dieses den Begriff des Wortes -perweitert. Rach dieser Auseinandersetzung durfte auch die Beifügung -nyv iTiS" nicht wegbleiben. Gehen wir nun zu der Antwort über c-nti p b mx?n‘ rvtnjfr rraer. sirar P. „Jede (That), die Ruhm bringt dem, der sie thut und die ihm Ruhm bringt von den Menschen." Wir haben im vorigen Kapitel daraus aufmerksam gemacht, das; das Wort rn^p> zu yn nicht pastt: cs scheint uns daher eine andere, schon von Rasch! angeführte Lesart tnsty* „seinem Schöpfer" die richtigere zu sein. Die Uebersetzung würde dann lauten: „Welches ist der rechte Weg, den der Mensch sich wählen soll? Jeden, der ihm Ruhm bringt bei seinem Schöpfer und Ruhm von den Menschen. Das; das Wort in dieser Weise in der hebräischen Sprache gebräuchlich ist, ergibt sich aus Jjob (5. 31, V. 15. Dort wird gelehrt, das; auch der Sklave von uns als Bruder geachtet werden muß. -riN cm: tan, map %«ny psn x^n. „Hat nicht mein Sch opfer im Mutterschooße auch ihn gemacht, hat Gr uns nicht in gleicher Weise im Mutterschooße bereitet?" Heißt aber 'xxy, mein Schöpfer, so kann man auch *.-.“•'1^ mit „seinem Schöpfer" übersetzen. Nachdem wir dieses eruirt, wird uns mich klar werden, warum Rabbi den Ansdruck mjen gewühlt, was wir im nächsten.Kapitel erklären werden. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichtc« und Correfpondenzen. Deutschland. Würzburg. Dem Jahresbericht des' Israel. Lehrervereins für das Königreich Bayern vom fünften Jahre seines Bestehens 1884 entnehmen wir: Der 81. Dezember 1884 bezeichnet eine wichtige Zcitgrenze in der Geschichte unsres Vereins. Dieser Tag schließt denen Gründnngsperiode insoserne ab, als das bis dahin erwachsene Vereinsvermögeu nach § 1". Abs. 1 der Satzungen das unantastbare Grundkapital desselben bildet und der Verein jetzt in der Lage ist, seine Ilnterftützungsthätigkeit zu beginne». Dieses Grundkapital beträgt Bt. 9099.24. Zn unsrem Bedauern haben wir in diesem Jahre fast in allen Zweigen unserer Einnahme außer bei den Rubriken Eintrittsgelder und Beiträge der ordtl. Mitglieder einen Rückgang zn verzeichnen. Wir glauben, daß an diesem Ausfälle viele unserer ordentlichen Mitglieder mitschuldig sind, da wir überzeugt sind, daß dieselben theils gar nicht, theils nicht mit der erforderlichen Energie für die Interessen des Vereins innerhalb ihrer Gemeinden thätig sind. Wir fordern sie deshalb abermals auf, doch keine Gelegenheit vorübcrgcheu zn taffen, namentlich keine Veranlassung, welche jüdische Herzen zur Wohlthätkgkeit anzuregen pflegt, ohne auf deu Verein aufmerksam zu machen, insbesondere aber, sich fortgesetzt zu bemühen, dem Vereine außerordentliche Mitglieder zuzuführen. Als Ort der nächsten Generalversammlung wählte die jüngste Generalversammlung die altehrwürdige jüdische Metropole Fürth, der Verwaltung die genauere Festsetzung des Tages überlassend. Die Einnahmen betragen 2880 M. Ans Woftpreußen. Die Schwurgerichtsverhaudlung gegen den Flcifchermeister Josef Behrend aus Skurcz wegen Mordes ist nach einer uns zugchenden Mittheilung auf' den 24. April er. auberanmt worden und wird vor dem Schwurgerichtshof zu Danzig stattsirtde». Dieser Verhandlung liegt ein viel Anfsetzeu erregender Fall znm Grunde, welcher zunächst zu der Verhaftung mehrerer jüdi-

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