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Der Israelit · 1885-04-16 · Heft 30 (16.4.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 30 (16.4.1885)
Date
1885-04-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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490 / Wie die hiesigen Metzger im Gegensatz zu unserem Thierschntz-Verein über das Schächten denken, geht aus einer Erklärung von 16 der angesehensten diesigen Metzger hervor, die sich Seite 62 der erwähnten Schrift findet und wörtlich lautet: Die Unterzeichneten christlichen Metzger Karlsrnbe's erklären hiermit, das; sie den älteren Schlachtmethodcn den Vorzug von den neueren (Bouterole und Schnßmaskc) geben. - Obwohl der hiesige Thierschutzvercin Prämien ans die Verwendung der Schlachtmaske setzt, wird dieselbe nur ganz vereinzelt benutzt, weil sie sich als unpraktisch und mit vielen Qualen für die Thicre verbunden, gezeigt hat. Für das gute Aussehen und die bessere Haltbarkeit des Fleisches empfiehlt sich das Schächten, weil bei diesem 'Schlachtverfahre» die Thiere am Vollständigsten ausbluten. K a r l s r u h e, 2. Januar 1885. Philipp Stetter. Hugo Bösch. Louis Schneider. Inl. Morlock. Andreas Dratz. Gustav Dietrich. Wilh. Hofmanu. August Scherer. Hugo Melder. Will). Errleben. Fried. Jos. Bott. Friedrich treuer. August Deuuig. Karl Ditlus. Hermann Hecht. Michael Kern. Auch von dem hiesigen Hofthierarzt und Medizinalresereur im Groß!). Ministerium des Innern, Herrn A. Ly dt in findet sich Seite 1.44 der genannten Schrift ein Gutachten zu Gunsten des Schächtens. Herr Lydtin ist Präses des hiesigen Thierschntzvereins. Daß auch liberale Blätter dieser lvüsten Agitation ihre Spalten öffnen, ist ein recht bedauerliches Symptom. Es wäre zu wünschen, das; die Schrift des Herrn Dr. Ehrmann, welche alle diese und ähnliche Ausstellungen schlagend znrnckweist, hier und in der Umgegend recht vielseitige Verbreitung finde. Pose«, im März. Audiatur et altera pars! Dr. Hans v. Bülow, der mit der Meininger Kapelle hier 2 Eoncerte gegeben, wurde vorher von dem Inhaber der hiesigen Bote und Bock'fchen Musikalienhandlung, die den Vertrieb der Billete besorgte, über die auch in diesenBlättern gebrachteMittheilung von seinem iudeufeiudlicheu Auftreten in Petersburg befragt, worauf er von Petersburg ans telegraphisch erwiderte, die betreffende Eorrespaudenz sei tendenziös entstellt, die Ablehnung der Goldmark'schen Eompofition sei nur deshalb erfolgt, weil die Einübung derselbe» nicht rechtzeitig habe stattfinden können. Bei den in dieser Woche hier gegebenen Eoncerte» kam auch thatsächlich eine Mendelssohn'sche Piece zur Aufführung. Nach den beim Schluß des Schuljahres ausgegcbeneu Programmen des hief. Gymnasien sind auf dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasium unter 607 Schülern 248 jüdische, am Marieu-Gymnasinm unter 674 Schülern irr« jüdische, an der vereinigte» Vorschule beider Gymnasien unter 245 Schüler» 77 jüdische. Ocsterr.-Ungar. Monarchie. Pefth, 26. März. In der heutigen Sitzung des Oberhauses beantragte Graf Stephan Esterhazy die Wiederherstellung des Alineas betreffs eines israelitischen geistlichen oder weltlichen Vertreters. Frraf Stephan Karolyi spricht sich dagegen aus. Minister-PräsidentTisza betont, erhöbe feinen Standpunkt hinsichtlich einer Vertretung der Juden im Oberhause aufrechterhalten, obzwar die Motivirnng des Ausschusses in der Hinsicht der Wahrheit entspricht, das; die Israeliten keinen allgemein anerkannten kirchlichen oder weltlichen Vorstand besitzen. Eben deßhalb aber wurde in der Vorlage der Ernennung eines israelitischen Vertreters durch Se. Majestät in Aussicht genommen. Er fei überzeugt, das hohe Haus, welches seit 1867 jede ans Aufhebung der Rcchtsungleichheit der Eonfefsionen abzielende Verfügung und die Emancipatiou der Inden selbst acceptirte, durch Zulassung einer israelitischen Vertretung nur seiner Tradition treu bleiben würde. ES sei auch nicht einzusehen, welche Gefahr ans der Theilnahme eines durch Se. Majestät ernannten israelitischen Vertreters für das Hans entstehen könnte. Hier könnte weder von Antipathie noch Sympathie die Rede sein; hier müssen die politischen Gesichtspunkte erwogen werden, und cs läßt sich nicht in Abrede stellen, daß die israelitischen Bewohner Ungarns ein derartiges Gewicht besitzen, daß ihre Vertretung im Hause vollkommen gerechtfertigt wäre. Redner wünscht somit, daß Punkt d wiederhergcstellt werde. Einer Mißdeutung möchte der Minister-Präsident in jedem Falle ans dem Wege gehen, daß nämlich ob nun der fragliche Punkt ausgenommen werde oder nicht — der Beschluß des Hauses kein Präjudiz dafür bilde, daß der Betreffende in Folge Ernennung durch Se. Majestät auf anderer Grundlage ins Oberhaus gelange. (Instimmnng.) Baron Nikolaus Vay acceptirte die Allsicht des Abgeorduetenhanses, daß die Vertretung der Israeliten im Gesetze ausgesprochen werden solle. Der Antrag Eszterhazy's wird abgelehnt. ^pesth, 9. April. In der heutigen Sitzung des Special-Ausschusses des Abgeordnetenhauses über die Oberhansresorm wurde in die Special-Debatte

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