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Der Israelit · 1885-04-16 · Heft 30 (16.4.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 30 (16.4.1885)
Date
1885-04-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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48o und bereits mehrere Länder Asrita's bereift hat, wird demnächst eine längere Tour durch Egnpten, Abessynien und Arabien machen, mn die Lage der Inden in diesen Ländern ,;u studiren. Leine allgemeinen und namentlich seine Sprachtcnntnissc befähigen ihn insbesondere zu diesem schwierigen Unternehmen. Paris. Monatsbericht (Januar nnd Februar) der „All. Isr. Univ." (Schluß. Ter Schochet S. Heim und vier andere Israeliten, welche seit mehreren Jahren in TreSca, Distrikt von Dorokoi, wohnten, wurden ausgewiesen. (*lit ähnlicher Fall fand in Zovistrea statt, wo ein armer Schneider, Vater von einer zahlreichen Familie nnd seit dreißig Jahren dort ansässig, vertrieben wurde, nur weil er Jude ist. . Beifolgend einige Beispiele vom Wortlaut der Sommationen, welche im Jahre 1888 nnd 1881 an einige Juden gerichtet wurden, damit sic ihren Aufenthaltsort verlassen: Gemeinde Dulcefti, Bezirk Lirctdegiß, Tiftrict Roman. Nr. -120, Avril 5/17. iss:*,. — In Folge eines im Gemeinderath gefaßten Beschlusses, welcher im Protokoll vom 5/17. April Nr. 428 verzeichnet ftcht, wird der Herr Meier Abramowitz ersticht, die Gemeinde binnen 5 Tagen vom Tage des Empfanges dieses Schriftstückes an gerechnet, zu verlassen , da er nicht die Eigenschaft dcS rumänischen llnterthancn besitzt. Im Falle einer Weigerung seinerseits werden andere Maßregeln gegen ihn getroffen. Königreich Rumänien, Bürgermeisteramt der Gemeinde Loma, District von Dorohoi. Nr. 460, 16. Juli 1884. — An Herrn Jacob Sin Lmicl, Diener. — Mein Herr! Im Einklang mit den Verordnungen 1664, 1672, 1690 und 1710 des Herrn NnterpräfecLen, und auf Befehl dcsTiftrict-Präfcctcn, ersuche ich Sie, binnen 21 Stunden die Gemeinde zu verlaßen, mn sich wo anders hin zu begeben, widrigenfalls Lic mit Gewalt fortgcbracht wurden. Die Lage der Israeliten Rnmänicns ist im Jahre 1884 eine eben so traurige gewesen, als bisher. Bereits am 7. und 8. Januar fand in Iassn ein ökonomischer Eongreß statt, welcher sich hauptsächlich damit befaßte, Maßnahme» zu treffen, um die Geschäftsthätigkeit der Juden zu erschweren. Dieser Eongreß war eS, der zuerst die Verordnung gegen die Hansirer ausarbeitete, eine Verordnung, die späterhin von der Kammer nnd dem Senat votirt nnd von der Negierung in Kraft gesetzt wurde. Man weiß, daß dieser Beschluß ungefähr 20,000 Israeliten in das tiefste Elend gestürzt: in einigen Ortschaften ist die Verordnung mit furchtbarer Strenge angewandt worden. Unglückliche, welche ihre Kleidungsstücke verkauften, um ihr Leben zu fristen, wurden als Eolporteurc fcstgenommen und verurtheilt; desgleichen Leute, die vom Markte mit Lebensmittel zum eigenen Gebrauch znrückkehrlen. Auch im Jahre 1884 wurde das Gesetz bezüglich der Naturalisation der Inden mißachtet. Mehrere Israeliten haben die Naturalisation verlangt, nnd, obgleich sic alle vom Gesetze geforderten Formalitäten erfüllt hatten, nnd die nöthigen Schriftstücke bei der Kammer cingcrcicht hatten, wurde ihr Gesuch zurückgewiesen. Nicht einer von ihnen wurde natnralisirt. Anbei eine neue Thatsachc als Beweis, wie sehr die Beschlüsse der Behörden von mislicbigen Gesinnungen gegen die Inden bccinffußt werden. Tie Regierung hatte verlangt, daß das Torf Moinesti zur Stadt erhoben würde, die Kammer sprach sich dafür ans; der Senat aber legte ein Veto ein, um nicht gezwungen zu sein, in Folge dieser Umgestaltung, den zahlreichen dort angcsicdelten Inden den Bodenbesitz zu gestatten. Man weiß, daß die Juden in den Städten, nicht aber in de» Dörfern Bodenbesitzer sein dürfen. Der Ministerpräsident Bratiano erließ im Jahre 1884 ein Eircular an die Präfccten mit der Verordnung, daß sie den Israeliten, welche nicht um ihre Naturalisation tingekommen wären, keinen Paß verabfolgen dürften. Dieser Erlaß fügte den israelitischen Geschäftsleuten, welche Geschäfte halber nach dem Ausland mußten, großen Schaden zu. Tie versammelten Studenten zu Galatz haben ihren israelitischen Eomilitionen untersagt, sich bei ihren Arbeiten zu betheiligcn. In verschiedenen Gymnasien wurden die israelitischen Zöglinge von ihren christlichen Mitschülern mißhandelt, ivas sich des Beifalls des Lehrers erfreute. Mehrere Schnldircctoren verweigerten sogar die Aufnahme von israelitischen Schülern. Unter dem Vorwände, daß sic Fremdlinge seien, wies die AnShcbuugs -Eomission zu Brmla alle israelitischen jungen Leute vom Militärdienst zurück. Der Präsident sprach die Ansicht auS, daß ihre Anfuahmc in der Armee ihnen ein gewisses Anrecht auf Naturalisation geben würde, was durchaus vermieden werden müsse. In Verlad handelte die Eomission gerade umgekehrt; sic nahm alle jungen Israeliten, die sich stellten, ans, selbst diejenigen, welche das Gesetz als unbrauchbar oder als Ernährer ihrer Familie von dieser Pflicht entbindet.

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