Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-04-16 · Heft 30 (16.4.1885) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 30 (16.4.1885)
Date
1885-04-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449532--22000-2511654
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

483 bmig derselben unterrichtete, ljat er sich durch sein eifriges Streben und seine gediegenen Leisinngen allgemeine Anerkennung und dankbare Verehrung bei Schülern und deren Eltern erworben. Durch seine wissenschaftlichen Vorträge im Vereine für jüdische Geschichte und Literatur, über die ja theilweise im „Israelit" berichtet wurde, ist er einem größeren Kreise in rühmenswerther Weise bekannt geworden. Seine homiletischen Sabbatvorträge, größlentheils nach dem Vorbilde seines berühmten Lehrers, des R. Salomon Pleßncr sprachen sowohl durch schöne Form als auch durch reichen Inhalt an und weckten in den Zuhörern Begeisterung für mm und nio*. Ganz besonders aber wird unvergessen bleiben, was Herr Dr. Baruaß hier in seiner Eigenschaft als Secretär des Vereins „zur Beschränkung des Wanderbettels rc." geleistet hat. Mit der Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit eines pflichteifrigen Beamten vereinigte er stets ein thcilnehmendes und warm fühlendes Herz und ein immer offenes Verständuiß für die Bedürfnisse und Leiden der Armen nnd Hilfesuchenden. Allen stand er mit Rath und That, wie ein Freund und Beschützer, bei, und cs ist nicht zum kleinsten Thcile sein Verdienst, daß dieser Verein so rasch Boden gefaßt und eine solche Ausdehnung gewonnen hat. Tic Achtung Aller und die Liebe Vieler begleiten Herrn Dr. Barnaß nach feiner neuen Wirkungsstätte, wo er hoffentlich auch segensreich zu wirken berufen, wo er vor Allem sicher den ihm anvertrauten Kindern ein Vater sein wird. — Breslau. Mit vollem Rechte kann ich heute ausrufcn cvn mica m, heute da ich Ihnen von der ersten Generalversammlung des „Talmudischen Lehrvcreins zn Breslau" zn berichten habe. Vielleicht wird es manchem Leser Ihres gesch. Blattes wunderbar erscheinen, daß von einer solchen Thatsache, welche namentlich in Snddcutschland ri"2 durchaus nicht zu den Seltenheiten gehören würde, soviel Aufhebens gemacht wird. Aber das Merkwürdige an der Thatsache liegt eben nur in dem Worte. Noch vor einem Lustrum hätte man jeden, der dort von einer solchen Möglichkeit gesprochen hätte, mindestens für einen unverbesserlichen Optimisten angesehen, der wohl gar ans Sumpfboden edle Sprößlinge pflanzen wolle. Und heute gedeiht in eben derselben Stadt ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, jüdisches Wissen unter seinen Mitgliedern sowohl als namentlich unter den bv n*p;n im rvz zu verbreiten, jüdischen Sinn nnd Geist zu wecken nnd hie Herzen der Jugend durch die Flammen der Begeisterung für Religion nnd Glauben zn erwärmen. Daß aber der Verein, trotz Anfeindung und Kamps, über Erwarten gedeihe, das eben lehrte die Generalversammlung vom 4. d. M. Dieselbe wurde in Verhinderung des l. Vorsitzenden Bloch, durch den 2. Vorsitzenden Jany eröffnet. In seiner Eröffnungsrede betonte Redner, daß seit unendenklichen Zeiten sich in Breslau keine Versammlung orthodoxer Männer zusammengefunden habe, wie es .-."2 heute der Fall sei. (Aufnahme finden nur Mitglieder, welche nicht roter *>ne sind.) Daß aber die Gründung eines solchen Vereins eine Rothwendigkeit im vollsten Sinne des Wortes gewesen sei, beweise das rasche Wachsthum desselben, welcher schon heute, nach kaum viermonatlichem Bestehen bereits 88 Mitglieder, darunter viele auswärtige, zähle. Dadurch sei es dem Verein bereits jetzt möglich 1!» Kinder in unzs* rmwc, unterrichten zn lassen und so in ihre empfänglichen Herzen den Samen wahrer Gotteserkcnntniß und der Liebe zn unserer heiligen Religion zn pflanzen. Aber auch der andere Theil des Programms: Fortbildung der Mitglieder - habe seine Pflege dadurch gefunden, daß allabendlich von verschiedenen Herren nvjisrei r."x, c-.x wn vorgctragcn wurde. Bislang hätten die Vorträge im rn"vro stattgcfundcn, leider aber habe sich in den letzten Tagen das Euratorinm, angeblich durch die Rücksichtnahme auf das in demselben Hause befindliche Krankenhaus, bestimmen lassen, die Stundenzahl auf ein Minimum zn beschränken. Zwar habe ein Mitglied (Der Vortragende! sofort sein Eomptokr zur Verfügung gestellt, aber leider mangele es dem Verein an den nöthigcn treo. — Hierauf wurden die Herren Rabb. Hirsch—Frankfurt a. M., Hildesheimer—Berlin, Biberfeld-- Berlin, Tiktin- Breslau, Frankel—Breslau, ferner die Herren' Mantefiorc—London, Rothschild—Frankfurt ä. M., G. Hirsch—Berlin zu Ehrenmitgliedern und ferner eine Eommission von 6 Mitgliedern zur Ausarbeitung des Sommerlehrplans ernannt. Darnach schloß der Vorsitzende die Versammlung mit herzlichem Tanke für das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder. Auch wir wollen mit dem herzlichsten Wunsche für das fernere Gedeihen und Wohlergehen des Vereins unseren Bericht schließen. Zugleich aber möchten wir uns die Bitte an alle mm ’2,tx gestatten, den Verein, der mit Anfechtungen von alten Seiten. zn kämpfen hat, zn unterstützen, namentlich aber ifjm das, woran es augenblicklich mangelt, die nöthigcn c-£D so bald als möglich zn übersenden. Zur Empfangnahme ist Herr Ianv, Roßmarkt n, gern bereit, ms nyo ichy njip L" lehren unsere Weisen, nnd wer möchte wohl bezweifeln, daß der Erwerb am leichtesten durch Unterstützung von mm geschieht! " 6-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.