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Der Israelit · 1885-04-13 · Heft 29 (13.4.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 29 (13.4.1885)
Date
1885-04-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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469 Es gereicht uns zur besonderen Genugthuung, unseren Gönnern und Wohlthätcrn die erfreuliche Mittheilung machen zu können, daß das zurückgelegtc VereinSjahr als. ein günstiges zu bezeichnen ist, sowohl was die Vermehrung der Einnahmen des Vereins , als die dadnrch bedungene erhöhte Leistungsfähigkeit desselben anbelangt. Die Einnahmen des Vereines im abgelanfenen Jahre betrugen fl. 5121.04 gegen fl. 4694.90 im Jahre 1683; die Ausgaben — ohne Bedeckung des Deficites vom vorangegangenen Jahre fl. 4656.31 gegenüber fl. 4411.78 im Vorjahre. Diese Zunahme der Einkünfte des Vereines um fl. 426.14 bei gleichzeitiger Vergrößerung der Ausgaben um fl. 244.53 bedeutet für die verflossene Periode einen neuerlichen, und wie wir mit Recht zu behaupten glauben, wesentlichen Fortschritt in dem Gedeihen unseres Unternehmens. Wenn wir noch hinznfügcn, daß wir das abgclanfene VereinSjahr, das mit einem aus dem Jahre 1883 herrührendcn Deficite von fl. 98.88 begann, mit einem Baarübcrschnffe — dem ersten seit Bestand des Vereines überhaupt — von fl. 365.85 beschließen konnten, so haben wir in großen Zügen unsere vorjährige Eaffagebahrung skizzirt. Dieses günstige finanzielle Resultat verdanken wir mehreren Factoren. In erster Linie der israelitischen Enltnsgcmcinde Wien, welche der seither wiederholten Bitte des Vereines um eine entsprechende Beitragslcistuug Folge gebend, uns einen JahreSznschnß von fl. 300 gewährte, hingegen der Verein die Verpflichtung cinging, sämmtlichcn israelitischen Patienten im hiesigen allgemeinen Krankenhause, die bei der lobt. Eultnsgemeindc um Verabreichung der Koscherkost ansnchen, dieselbe zu verabfolgen. Eine von dem Vorstandsmitglicde Herrn Moses Hirschler eingelcitcte Sammlung erzielte ein Ncttocrgcbniß von über fl. 400 für den Verein. Diese und andere Mehreinnahmen, die durch Bemühungen vieler unserer geehrten Mitglieder — erfreulicherweise auch auswärts — hcrvorgerufcn wurden, hätten unbedingt ein noch besseres Eaffaresnltat zur Folge gehabt, müßten wir nicht die bedauerliche Thatsachc registriren, daß eine, allerdings unwesentliche Anzahl bisheriger VereinSmitglicder die Leistung des gezeichneten Jahresbeitrages verweigerte nnd demnach statutengemäß dem Vereine nicht mehr angehörr. — Auffallender Weife rangircn in dieser Rubrik diesmal auch vier Eorporationcn, wodurch der Verein einen jährlichen Entgang von fl. 80 beklagt: es find dies die löblichen EnltuSgemcindcn von Darnow, Krakan, Brünn nnd Pilsen. Von den zwei erstgenannten Gemeinden wirkt dies um so befremdender, als der größte Theil der vom Vereine Verpflegten constatirtermaßen Galizianer sind. Die Zahl der von demselben im abgelanfenen Jahre verabreichten Rationen überholte die des Vorjahres um ein müßiges Mehr. Sein besonderes Augenmerk richtete der Verein jedoch auf die Speisung der Kranken während des letzten Pessach-Festes. Nicht nur, daß sämmtlichen, seitens israelitischer Patienten im hiesigen allgemeinen Krankenhanse an den Verein zahlreich eingclaufencn Gesuchen nm Verabreichung der Peffachkost ausnahmslos entsprochen wurde, erhielten die Betreffenden außer der vom Vereine an gewöhnlichen Tagen verabfolgten Mittagskost, noch Frühstück nnd Jause, nebst einer ausreichenden Ration Mazzes. Noch mehr, in Anbetracht der religiösen Wichtigkeit des Genusses nur ungesäuerter Speisen während der Pessach-Feiertage, beköstigte der Verein auch sämmtliche diesbezüglichen Bewerber anderer Anstalten, und zwar: in den sonstigen Spitälern Wiens, der niederösterrcichischen Finde lanstalt, Wiener Vcrsorgungshans rc. Der Aufwand von nahezu fl. 500 während dieser achttägigen Intervalle erscheint in Berücksichtigung dieser mehrseitigen Thätigkeit begründet. Wenn aus dem Gesagten die zu Anfang dieses Berichtes ausgesprochene Ansicht, das eben beendigte Vereinsjahr sei als ein günstiges zu bezeichnen, im Großen und Ganzen auch gerechtfertigt erscheint, müssen wir dennoch gemahnend bemerken, daß auch unsere dermaligeu Mittel viel zu schwach sind, als daß wir unserer Aufgabe, allen im hiesigen allgemeinen Krankcnhause nntcrbrachtcn israelitischen Patienten die Koscherkost zu verabreichen, Nachkommen könnten! Nein, dazu bedarf es noch vieler Opfer und Anstrengungen jedes Einzelnen von uns! Tenn, wenn der Verein, im abgelanfenen Jahre seine Thätigkeit auch erweiterte, konnte er doch nicht allen an ihn herangetretenen Ansprüchen Nachkommen. Wir richten daher auch diesmal an unsere vcrehrlichen Mitglieder und Gönner die eindringliche Bitte: „Unserem Vereine nicht nur für die Folge ihre „Unterstützung angedcihen zu lassen, sondern dem- „selben auch neue Wohlthätcr und Förderer zu ge- „winnen suchen, damit derselbe endlich in die Lage „komme, seiner gestellten Aufgabe vollends gerecht zu „werden". Die ausgesprochen menschenfreundliche Tendenz unseres Vereines bietet jedem religiös denkenden Glaubensgenossen genügenden Grund znm Beitritte nnd ist jede, selbst die kleinste Gabe erwünscht. Beitritts-Erklärungen, sowie Spenden werden

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