Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 41-42 (28.5.1885)
- Date
- 1885-05-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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673 Zettrrugsuachzichten und Correspondenzen. Deutschland. Burgpreppach. nj» D*ya» on: uto *d* ru» d*jid» nnoaa oni. Diese Worte des Psalmistcn sollten sich abermals in ihrer -traurigen Wahrheit bestätigen; denn der immer noch rüstige im 80. Jahre seines Lebens stehende Herr L. Ullmann wurde *i"N ‘i di* von der göttlichen Vorsehung in ein besseres Jenseits abberufcn. Nur in Rücksicht ans die nächsten Verwandten des in Gott Ruhenden hat man es bis jetzt unterlassen, dem Dahiugeschicdenen einen Nachruf zu widmen. Der Entschlafene gehörte zu jenen Männern, die leider in Israel und namentlich auf dem Lande immer seltener werden. Ausgerüstet mit der edlen Tugend der Sanftmuth, der Bescheidenheit, Friedfertigkeit und Zufriedenheit und mit einem bedeutenden Wissen wiro n&npn, repräsentiere er in hiesiger israelitischer Gemeinde, in welcher er mehr als zwanzig Jahre als Kultusvorstcher wirkte, als anch in der politischen Gemeinde, die ebensolange an ihm ein eifriges Verwaltungsmitglied fand, einen Mann, zu dem Jung und Alt mit hochachtcnder Verehrung cmporblickte. Als -nra auf der na*»» zu Fürth wurde ihm das Glück zu Theil, sich die Freundschaft des unvergeßlichen Herrn Rabbiners S. B. Bambcrger d"i zu erwerben. In einem ebenso innigen Verhältnisse stand er zu dem im Jahre 1847 von hier nach Aschaffenburg berufenen Rabbiner, Herrn Abraham Adler y'i. Daß der Verstorbene der Freundschaft dieser erhabenen Männer würdig war, dafür spricht sein ganzes Leben. Unablässig war er bemüht D'ivn nten mny nun in der würdigsten Weise auszuüben. Ebenso wenig er, wenn ihn nicht besondere Umstände zurückhieltcn, im nb*rn versäumte, ebenso wenig , wie er einen Armen mit leerer Hand entließ, ebenso wenig fehlte er an den Stätten, wo sich Leute cinfanden, um das Studium der heiligen,-ron zu bethätigen. Am Grabe verlieh der Freund des Verstorbenen, Herr Distriktsrabbiner A. Hirsch *"j seinem Schmerze ob des Verlustes dieses yao »*>*, anknüpscnd an den Vers moy rfe" in tiefempfundenen Worten Ausdruck. Mögen die trauernden Hinterbliebenen in den Fußtapfen des Verklärten wandeln. Ottensoos bei Nürnberg, 22. Mai. Am 16. d. M. starb dahier der Handelsmann David Klein, Veteran von 1866 und 1870/71, der als Soldat im 7. Infanterie-Regiment "gedient hatte. Der hiesige Veteranen- und Kriegerverein veranstaltete dem. Heimgegangenen Kameraden ein wohlverdientes, feierliches Leichenbegängniß und begleitete die Leiche bis auf den israel. Friedhof in Schnaittach. An letzterem Platze schloß sich der Veteranen- und Kampfgcuoffcnverein Schnaittach mit Fahne und Musik dem Zuge an. Der Vorstand des Ottensoser Vereins, Herr Sommer, gedachte in gewählten Worten des Heimgegangenen und schilderte sein Leben als Vaterlandsverthcidiger. A. W. Berlin, 25. Mai. Das „K ol - Nidre" bildete auch in der vergangenen Woche dasRepertoirstück der Hetzblätter. Der jüdischeHutmacher May, der bekanntlich sich eine Hetzrede aus einer Missionsschrift fabricirt und als der „gelehrte" Talmudist und Gewährsmann des Herrn Stöcker signrirt hatte, erläßt in der „Kreuzzeitung" vom in. Mai gegen Herrn Prof. Dr. Strack eine spaltenlange, nichtssagende Erklärung, aus der wir die folgenden interessanten Sätze hervorhcbcn: „Ich habe nicht nöthig, wie Herr Strack mir insinniren will, mein talmudischcs Wissen lediglich ans Eitate oder, wie er beliebt, Plagiate ans der berühmten Eanlschen MissionSschrift zu basiren. Unter andern wird aber der Kgl. Landrabbincr Dr. Tictin zu Breslau bezeugen müssen, daß ich schon in der frühesten Jugend talmudischcn Studien abgelegen habe. Herr Prof. Strack wäre vielleicht etwas weniger absprcchend gewesen, wenn er gewußt hätte, daß ich in Gemeinschaft mit einem jüngeren Bruder schon im Jünglingsalter jene Sammlung von Epitaphien verfaßt habe, welche der rühmlichst bekannte Talmudist und Doccnt am Rabbiner-Seminar zu Berlin, Dr. A. Berliner, zur Basis seines im „Magazin für die Wissenschaft des Jndenthums" abgcdrnckten Vortrages „Rabbi Jesaia. Berlin" genommen hat, und woselbst er gelegentlich der am l. Mai 1879 stattgcfundenen Feier und Preisvertheilung den historischen Werth dieser Sammlung für die Bibliographie und Literatur des Talmuds in rühmender Weife hcrvorgchobcn hat; daß mein Vater ein zeitgenössischer Talmudist gewesen ist; - -- daß mein Großvater Michael Simon May zu den Tnrim Noten verfaßt hat u. s. w. Ein Mann, der also, wie ich in einer Familie, in welcher der Talmud eine so bedeutende Rolle spielte, ausgewachsen und schon in früher Jugend lernend und mithelfend an den Talmudarbeitcn meiner Familie bcthciligt war. dürfte doch wohl den Anspruch auf Kenntniß des Talmuds und seiner praktischen Bedeutung für das Judenthum erheben können." Gegen dieses Gewäsch des