Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 25-26 (30.3.1885)
- Date
- 1885-03-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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XXVI. Jahrgang. Lcitcnder Artikel. Literarischer Bericht. 3rr Mose« Montefiorc, Bart. Zwei Predigten zu dessen oo= und 10l »jährigem Gebnrtstage. Bon A. A. Wolfs, Kopenhagen issr>. S. Unter den vielen zu Ehren Moutesiores gehaltenen Reden verdienen die vorliegenden ihre« rüchen Inhalt-? wegen, besonders genannt zu werden. Sowohl die erste Predigt, die au den Text nrfrv» ri'rx n: sich anlehnend, da« reiche Leben des greisen Philantropeu an uns vorüber fuhrt, wie auch die zweite, welche jenen Midrasch, der Adams, Noahs und Abrahams Vorzüge mit denen Moses vergleicht tDebarim rab.il), um Montefiors Thaten zn feiern und besonders hervorznhebcn, wie er gerade als strengfroininer Jude cs verstand, sich die Achtung und *iebc der ganzen Welt zn erwerben, sind gleich fesselnd und lehrreich. Wir freuen uns der Gabe, die der greise Cbcrrabbiner von Kopenhagen uns bietet und suhlen uns umsomehr veranlasst, die treffliche Schrift, die in ihrer Uebersctzung allerdings nicht ganz ihren dänischen llrsprnng verleugnet, zn empfehlen, als der Reinertrag derselben einem wohlthätigen Fwccke bestimmt ist. Für die Leser d. Bl. dürste cs von besonderem Interesse sein zn erfahren, das; der Berf., indem er von grossen Männern der Iudeuheit.sprach, von der Kanzel herab Gelegenheit genommen hat, die über Rabbi Iosclmann „erschienene Lebcusgeschichte" lobend hervorznheben und sic als eine solche zn bezeichnen, die „jede jüdische Familie sich anschaffen sollte." Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. D e u t s ch l a n d. Pfungstadt. An Stelle des kürzlich dahier verstorbenen Direktors Dr. Joel wird mit dem Beginn des neuen Schuljahres Herr Dr. D. Barnas; aus Frankfurt a. M. die Leitung des weithin bekannten Erziehuugsinstitntes übernehmen. ^Derselbe war früher Docent am Rabbinerseminar zn Berlin und wirkte in den lebten Jahren in Frankfurt a. M. Die ausgezeichnete wissenschaftliche'Bildung des Herrn Dr. Barnas;, der in Berlin sein Cberlehrerexameu absolvirt hat, wie seine reiche pädagogische Thätigkeit geben die Gewähr dafür, das: das' Institut, welches unter. Herrn Dr. Joels Leitung sich so bedeutend aufgeschwungen hat, auch weiter in gedeihlicher Weise fortgeführt werden wird. Posen, im März. Wiederum hat unsere Gemeinde einen Mann verloren, der eines ehrenden Nachrufes würdig ist. Der Rentier S. B. Schefftel ist im 72. Lebensjahre nach mehrwöchemlichern Krankenlager verschieden. Bis vor weiiigen Jahren als Inhaber einer hochgeachteten Firma geschäftlich thätig, zog er sich alsdann vom Geschäfte zurück und widmete seine Muße wissenschaftlicher Beschäftigung, der er auch als Kaufmann in Mußestunden abgelegen hatte. Namentlich machte er den Targnm Caldo« zum Gegenstände seiner Untersuchungen und Forschungen: manches Ergebnis; dieser Studien ist bereits in jüdischen Literaturblätteru veröffentlicht und von namhaften Gelehrten anerkennend eitirt worden: auch von Dr. Adler in London, dessen Werk -üV njTü ebenfalls den Targnm behandelt, erhielt er mehrfach anerkennende Anschriften wissenschaftlichen Inhalts. An ein größeres Werk, die Frucht mehrjähriger Studien, legte er eben die lebte Hand, als der Tod feinem Schassen ein Fiel setzte. Der Verstorbene war einer der immer seltener werdenden Männer, die im Geschäftsleben stehend sich die Liebe zur Religion und Lehre der Väter bewahren und zur Förderung derselbell^Zekt und Kraft opfern. Auch als Mensch war er liebenswürdig und von seltener Bescheidenheit, wiewohl er sich der grössten Achtung seiner Mitbürger erfreute. Gr gehörte auch der Verwaltungsbehörden der jüd. Gemeinde und dem Loeal-Gomia der Alliance Israelite an, welche beide ihm öffentliche Nachrufe widmeten. An feiner Bahre sprachen Herr Rabbiner Dr. Feilchenfeld und sein Schwiegersohn, der Rabbiner Herr Dr. Perles ans München. Letzterer hat auch die Aufzeichnungen seines Schwiegervaters an sich genommen, um die Veröffentlichung derselben vorznbereitcu. England.. London. Der verstorbene Eduard I. Emauuel hat zwanzig verschiedenen Instituten und Wohlthätigkeitsanstalten je 20 L. hinterlassen.