Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 25-26 (30.3.1885)
- Date
- 1885-03-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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420 daran sollen wir immer denken und sollen es darum aussprechen an iebeui Morgen, wenn wir aufstehen, und anr Abend, wenn wenn wir uns niederlegen, auch." Der Knabe hatte mit gespannter Ansmerksamkeit den Worten des Vaters gelauscht. „Verstehst Du es jetzt?" fragte dieser. Viktor nickte. „Jetzt verstehe ich es ganz gut, und ich werde es auch alle Tage beten, ganz gewiß." „Mein braves Kind," sagte Herr Maibanm, indem er ihm Haar und Wangen streichelte. „Und soll ich daun auch die langen Fäden, die Du an mein Arbakanfos angenäht hast, ansehen und küssen, so wie Du es thust?" „Das kannst Du auch thun." „Ja, aber ich möchte gern wissen, warum Du das thnst. Die langen Fäden sind gar nicht schön, warum hast Du sie daran gemacht?" „Weil der liebe Gott gesagt hat, daß wir au den Ecken unserer Kleider solche Fäden knüpfen sollen." „Das hat der liebe Gott gesagt? — Aber, warum küssest Du sie immer?" „Warum hast Du vorhin die liebe Mutter geküßt?" „Weil ich sie lieb habe," erwiderte der Kleine lächelnd, „und weil ich ihr sagen wollte, daß ich Alles thun will, was sie haben will." „Nun sieh, ich habe die Fäden auch lieb, und will auch Alles thun, an was sie mich erinnern wollen." Der Knabe schüttelte verwundert den .Kopf. „Die Fäden können doch nicht sprechen, dg können sie Dich doch auch an nichts erinnern!" „Doch, Kind, doch. Der liebe Gott hat gesagt, wir sollen uns solche Fäden an unsere Kleider knüpfen, und immer, wenn wir die Kleider anzichen, sollen wir die Fäden ansehen und uns dadurch erinnern, daß wir immer Alles thun müsse», was der liebe Gott uns befohlen hat, und daß wir nie etwas thun dürfen, was der liebe Gott verboten hat, und wenn wir auch noch so große Lull dazu hätten. Wenn wir diese Fäden ansehen und uns dabei denken, daß Gott uns Dieses oder Jenes verboten hat, so wird es uns viel leichter werden, es zu lassen." Viktor drückte die Schaufäden an seine Lippen. „Ich werde immer brav fein, ganz gewiß. Und wenn ich einmal große Luft haben werde, etwas zu thun, was der liebe Gott verboten hat, dann werde ich mein Arbakanfos über mein Nöckchen anziehen und die Fäden immer ansehen. Da werde ich ganz gewiß nichts thun, was der liebe Gott nicht haben will." (Fortsetzung folgt.) Das End' bin ich von jedem Beten, Benn Oll hebräisch mich willst lesen I And wenn das letzte ich entbehre. Den Änfang zu dem End' verkehre, Aulrt's als Äbrahams Lohn betrachten: Lm Deutschen darfst Dn's nicht verachten. A. M. In seid, Krakau. Auslösung erfolgt in Nr. 26. Die Namen der richtig Lösende» werden, wenn uns solche dis längstens Dienstag Vormittag den 7. April zngegangen, in der salzenden Nummer veröffentlicht. „Der Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Vogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterrcichische Banknoten laut Eonrs. — Tirecte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., sür's Ausland 18 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: An die Führer der jüd. Orthodoxie in Ungarn. — Der hohe Berus Israels. — Die vier Kinder. — Zeitungsnachrichten und Correspvndenzen: Oesterr. - Ungar. Monarchie: Aus dem Reutraer Eomitate. — Feuilleton: Gerettet. — Räthsel. — Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzm: Deutschland: Pfungstadt bei Darmstadt. Posen. — England: London.— Feuilleton: Papyrus Erzherzog Rainer. — Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Oesterr.-Nngar. Monarchie: Pefth. Budapest. — Marokko (Telegramm). — Inhalt der belletristischen Beilage: Erkenntniß. — Die Juden in Marokko (mit Illustration). — Der Sanddragoner. — Räihstl. — Preis-Räthsel. — Ouadrat-Räthsel. — Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" gr. Bleiche 4L. Druck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz. (Hierzu drei Beilagen.)