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Der Israelit · 1885-03-26 · Heft 24 (26.3.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 24 (26.3.1885)
Date
1885-03-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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401 Bti her Papierfabrik tu Bacau ist ein gewisser Porumbar al» Bauleiter angcstellt, welcher, unterstützt von einer Anzahl italienischer Arbeiter, die er für seine Zwecke eigen» dressirt hat, so oft c» ihm gelingt, einen Juden in seine Krallen zn bekommen, denselben in ärgster Weise mißhandeln laßt, so das; man ihn in Bacau nicht ander» al» den Henker der Inden nennt. Vergangenen Donnerstag brachte mm ein jüdischer Lohnkntscher — ein noch junger Mann - ein Jahrgast nach der Fabrik und wollte, al» er denselben abgesctzt hatte und bevor er den Rückweg nach der Stadt antrat, seine Pferde noch eine Weile verschnaufen lassen. Aber ehe er sich » versah, wurde er von mehreren Arbeitern überfallen, vom Kutschbock gerissen und nach einem Zimmer gebracht, wo sich alsbald Pornmbar einslelltc, der ihn binden und ohne jedwede Veranlassung in barbarischester Weise durchprügeln ließ, worauf man dem armen Burschen da» Besicht mit verschiedenen Farben bemalte. Pornmbar ergötzte sich anfänglich an dem „komischen" Anblicke seine» Opfer», bald aber fand er diese» Späßchen zn harmlos und schritt nun zu folgender Proccdur: (5t nahm ein Stück Wachslcinwand in der Größe und Form einer Gesichtsmaske, schnitt an jenen Stellen, wo Stirne, Wangen, Nasenrücken und Kinn zn liegen kommen, Löcher an», drückte dicsc Maske, nachdem er die Farbe vorerst hatte entfernen lassen, ans da» Gesicht des Kutscher» und bestrich hierauf die zn Tage liegenden Stellen der Haut mit einer Flüssigkeit (Vitriol), so das; das unglückselige Schlachtopser wahrhaft gräßliche Brandwunden davontrng. Trotz seine» entsetzlichen Jammergeschreies und der flehentlichen Bitte, man möge ihn ziehen lassen, wurde der Mann noch eine volle Viertelstunde dort behalten, während welcher Zeit sich Pornmbar au den Qualen des Gepeinigten weidete; dann wurde er von seinen Fesseln befreit und mit Fanstschlägen aus der Fabrik gejagt. Seinen Schmerz unterdrückend und nur von dem Wunsche erfüllt, sich Gerechtigkeit zu verschaffen, eilte der Unglückliche nach der Wohnung de» Proeurors, um die Anzeige zu erstatten, erhielt jedoch zur Antwort, er möge am folgenden Tage in da» Amtslokal konunen; dies geschah auch, allein die Untersuchung wurde abermals verschoben und da der Mißhandelte ahnen mochte, daß möglicherweise eine Vertuschung diese» Faltes beabsichtigt werde, machte er kurzen Prozeß und fuhr direkt nach Bukarest, um seine Sache hier an competenter Stelle vorzutragen. Vorgestern überreichte der junge Mann dem Justizminister eine Petition, welche eine genaue Darstellung des Sachverhaltes enthielt und hatte die Geungthuung, daß Herr Nacu sofort im telegraphischen Wege die Ordre an da» Tribunal zn Bacau ergehen ließ, man möge die Angelegenheit genau coustatiren. Der unglückliche junge Mensch» den wir zn sehen Gelegenheit hatten, ist an den oben bczcichncten Stelle de» Gesichtes mit schwarzen Brandwunden bedeckt, die noch nicht geheilt, thcilwcise sogar in Giterung übcrgegangcn sind, und wird derselbe nach dem Aussprüche der Acrztc zeitleb ns gezeichnet bleiben. Nachdem der Instizminister von dieser Schandthat bereit» Kenntnis; hat, wird wohl von einer Vertuschung derselben nicht mehr die Rede sein können und cs dürfte sich kein Journal finden, welche» den Math hätte, im vorliegenden Falle von einer Verleumdung zn sprechen. Wir sind weit entfernt für dieses Grcignis; das rumänische Volk verantwortlich zu machen; tauchen ja selbst in den civilisirtcn Staaten Scheusale, vcrthiertc Menschen ans dem Schlamme der Gesellschaft ans, welche ihren Rebenmenschen Verderben bringen; aber dort behandelt man sic wie reißende Thiere und verhindert sie, irgend einen Schaden anzurichten, während hier ein roher, verkommener von brutalen Jnstincten geleiteter Geselle gleich Pornmbar, nicht nur frei nmhergcht, sondern sich sogar der Intimität und de» Schutzes solcher Persönlichkeiten erfreut, welche in erster Linie berufcn sind, derartige Auswürflinge die eiserne Faust des Gesetzes fühlen lassen. Wie'man uns mittheilt, sott dcr Jndenhcnkcr Pornmbarn bereit» ein Dutzend ähnlicher Verbrechen ans seinem Gewissen haben und cs ist nunmehr zn hoffen, das; der Krug, nachdem er schon so lange zum Brunnen gegangen, endlich doch brechen werde. Nur ein strenges Walten der Justiz kann im vorliegendem Falle das Land von dem Vorwürfe befreien, daß man hier Misscthätcr frei schalten und walten lasse. (Bnkarcstcr Zeitung.) R u s; l a n d. An» Rußland. Die „Montcsiorc-Gcscllschast zur (Kolonisation Palästina»" zählt gegenwärtig r>i Zwciggesellschaften, welche bi» auf drei oder vier im russischen Reiche sich gebildet haben. Von den l 0,00l) Mitgliedern ist ein über 40,000 Rubel jährliche» Giiikommcn gesichert. Besondere Sammlungen werden diese Summe vermehren. Außerdem ist eine Vereinigung von etwa 40 Vereinen, welche den gleichen Zweck verfolgen, mit obengenannter Gesellschaft demnächst zn erwarten, so das; dieselbe binnen Kurzem über ziemlich bedeutende Mitteln zn verfügen im Staude sein wird. G r i c d) mi U u b. Korfu. Uebcr einen schönen Akt religiöser Toleranz wird uns ans Korfu berichtet. Vor Kur-

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