Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 24 (26.3.1885)
- Date
- 1885-03-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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400 Heitungsttnchrichlen und Csrrefpondcnzctt. Oester r. -Ungar. M o n a r ch i c. Brunn. Von der hohen k. k. Statthalterei in Brunn wurde folgendes Rundschreiben an die israelitischen Enltnsgcmeinden in Mähren versendet: In den meisten, vielleicht in allen Indengemeinden Mährens werden die Angelegenheiten des israelitischen EitltnS nicht von einem Enttusvorstandc, sondern von dem für die politiscljc Gemeinde gewählren Gcincindevorstandc besorgt, was zn manchen Unzukömmlichkeiten geführt hat. In Folge dessen wurde seitens des Ministeriums für Enltns und Unterricht die Ausscheidung der israelitischen Enltnsangclcgcnheitcn aus dem Wirkungskreise der politischen Isracliten-Gcmcinde augeorduct und zu diesem Behnsc die Verhältnisse alter israelitischen Enltusgcmeindcn in Rtähren insoweit einer Regelung unterzogen, das; jede israelitische Eultnsgcmcinde mit einem den gegenwärtigen Verhältniffen und dem Stande der Gesetzgebung entsprechenden Statute versehen sei und für jede Eultnsgcmcinde ein Gcbietsnmfang festgesetzt werde. Doch wurde seitens des genannten DUnistcrimns neuerlich hervorgehoben, das; dem ursprünglichen Erlasse nicht die Absicht zu Grunde lag, eine Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der Israeltc» dnrchznführcn, sondern blos den Wirkungskreis der politischen Israclitcngcmcinden insoweit cinznengen, als die Verwaltung derEultusangclcgenhcitcn selbstständigen und zn constktnircndcil Enltnsgcmcindcn zngetheilt wurde. Behufs Eonstitnirnng dieser neuen Eultusgemcindcu wurde seitens der k. k. Statthaltern im Wege der politischen Bczirlsbchörden die Verfügung getroffen, das; von den Mitgliedern der israelitischen Eultusgemcindcu eine eigene Enltnsgemeindcvcrtretmig gewählt werde. In dieser Wahl sind sämmtliche Mitglieder der Enltnsgemcinde, ohne Rücksicht darauf, ob sic dem Verbände der politischen Ortsgemeinde angehöreu oder nicht, einznladen. Die Enltnsgcmcindevcrtrctnng hat sonach den Vorstand zn wählen nnd sich zu con'stitniren. Sobald die Eonstitnirnng der Enltnsgemcindcvertrctnng vollzogen sein wird, hat die politische Israclitengcmcinde an die ersten alle die Enltnsangclcgcnhciten betreffenden Akten, das der Enltnsgcmcir.de gehörige Vermögen, die Stiftungen, Fondc und Anstalten ordnungsmäßig zn übergeben, lieber den Akt der Uebcrgabc ist ein Protokoll aufzunehmen. Die Eultnsgemeindc hat sodann die Mitglieder der Enltnsgemcindcvcrtretung und des Vorstandes der politischcr; Behörde erster Instanz anznzcigen und das Uebergabsprototoll entweder im Originale oder in beglaubigter Abschrift vorzulcgcn. — Der Gebietsnmfang der neu zu constitnirenden Enltnsgemcinde hat den Gebietsnmfang der politischen Israelitcngcmeinde zil umfassen. Sollte die neu constitnirte Eultnsgemeinde es für nothwendig halten, ein Statut zu besitzen, so ist dasselbe nach Maßgabe der bestehenden Verhältnisse tzu verfassen und der k. k. Statthaltcrei zur Bestätigung vorzulegen. R u iu «nie n. Bukarest, js. März. Als die „Dimes" vor einiger Ieit einen Artikel veröffentlichte, welcher eine drastische Schilderung der an den Inden in Darabany (District Torohoi) begangenen Grausamkeiten enthielt, erhob die „Independance roumainc" ein großes Geschrei, bezeichnte die Ausführungen des Eitpblattcs als Verlenmdnngen und forderte, das; die Regierung scncm Artikel ein geharnischtes Dementi entgegensetze. Der Schrei der Entrüstung, tvelchen die „Indöp. ronm." ansgcstoßcn hatte, fand kurz darauf auch im Parlamente einen Widerhall nnd der Senator Herr Gcrgely lief; cs sich nicht nehmen, die Regierung bezüglich derselben Angelegenheit zn interpcllircn, obschon man ihm vorher nahe gelegt hatte, ans Opportnnitätsgründeu diese Interpellation lieber zu unterlassen' Der Minister Herr Eampincann, dem die Aufgabe zuficl Herrn Gergclv zu antworten, befand sich inst in keiner sehr angenehmen Lage, denn die Vorgänge in Darabani waren ihm recht wohl bekannt, aber er konnte sich weder entschließen die Thatsache znzngcftehcn, weil er begreiflicher Weise nichr dazu beitragen wollte, "Rumänien in den Augen Enropa's zu discreditiren, noch mochte er dieselbe direct in Abrede stellen, um der „Dimes" keine Veranlassung geben auf die Angelegenheit .zurückzukommen und etwa gar unwiderlegbare Beweise für die Richtigkeit ihrer Angaben bciznbringen. Er zog sich daher in möglichst diplomatischer Weise aus der unangenehmen Affaire, wobei aber seine Rede immerhin den Eindruck .zurückließ,als ob er selbst nicht an die Wahrheit der von dem Londoner Wcltblatte erzählten Thatsacheu glaube nnd man darf wohl annchmen, das; die Mehrzahl der Bewohner Rumäniens ebenfalls überzeugt war und wohl noch ist, daß Alles auf Verleumdung beruhe. Run hat sich kürzlich abermals ein Fall ereignet, der so empörend ist, das; sich die Feder sträubt denselben niederznschrciben. Der Sachverhalt ist folgender: