Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 21 (16.3.1885)
- Date
- 1885-03-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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350 numerische Bedeutsamkeit sei aus beiden Seiten nicht nur wohl, sondern sicher gleich, so bleibt ein ttr- Ihcil wie das vorliegende, welches bei gleichen Gründen pro und eontra. eontra entscheidet, und durch diese Entscheidung einen nach Jahrtausenden zählenden Status quo ante anfhcbt, immerhin ein höchst auffälliges. (Schluß folgt.) Zcitttilgöttachrichtcir und Correspondenzen. Deutschland. Wronke, l". März. Bekanntlich ist unser früherer Rabbiner Dr. N a g c r nach Nawitsch zur Leitung der Seelsorge am dortigen Juchthanse berufen worden. Nachdem die erste Wahl seines Nachfolgers hierselbst nicht die Bestätigung der zuständigen Behörden erhalten, ist Rabbiner Dr. Lichtcnstein ausM'bylin gewählt und bestätigt worden. Der (gewählte trat in dieser Woche seine neue Stellung an. O e ft c r r. - ll n g a r. M o n a r ch i e. Wien, n. März. Die Negierung soll beabsichtigen, dem Antisemitismus schärfer ans die Finger zu sehen. Mit Rücksicht ans skandalöse Ausschreitungen bei einigen Wählcrvcrsammlnngcn jüngsten Datums hat der Polizei-Präsident einen Erlaß hinansgcgcbcn, in welchem den jeweilig als Rcgicrungsvcrirctcr dclcgirtcn Kommissären aufgetragen wird, sofort jede Versammlung auszulösen, in welcher gegen Konfessionen gehetzt wird. Wien, M. März. Der neuen Ministcrialvcrordnnug gemäß wurde eine gestrige antisemitische Versammlung behördlich aufgelöst. Pesth, 14. Mürz. Der Ausschuß des Oberhauses hat in der heutigen Sitzung trotz dem Widerstreben Tisza's den Vertreter der jüdischen Confessio» ans der Oberhans-Ncformvorlagc beseitigt. Prcfrbttrg, 25. Febr. Einen herben Verlust hat die hiesige Gemeinde durch das Ableben eines ihrer edelsten Männer, eines ihrer größten aneD c'.’Ddie, erlitten. Herr B. L. Goldberg 'Jim D;r: mrc tooicn naran unV7npi □'B'irv mene o'ewn 'cn nc~i ist nenn 'D p'r"y gestorben. Das Leichenbegängnis; fand am Sonntag statt. Dem Leichenznge schlossen sich alle hiesige Eapacitfttcu an, da der Verstorbene einer der geachtetsten und geschätztesten, allgemein beliebtesten und vcrehrtcstcn Männer, einer der edelsten und fcstcstcu Charaktere war. An seinem Sarge sprachen in der Wohnung des Dahingeschiedene» ein früherer Zögling des Waisen-Jnstituts und auf dem Friedhofe unser ehrwürdige Oberrabbincr. Des Letzterer! Rede war ergreifend, herzerschütternd, in welcher er die unendlich großen Verdienste des Verblichenen hervorhob, und in ihm den wahren ny >c npiü neny von dem die *ncji sagt, daß darunter ^Ticn neim cm' gemeint ist, erkannte. Er legte den Vorstehern des Waisen-Jnstituts die Lage der Waisen, die jetzt ihren zweiten Vater verloren, der mit aufopfernder Liebe seiner Pflicht als Pflegcvater nachgekommcn, aus Herz, den Verlust zn ersetzen, und empfahl am Ende derselben, sich der Hinterbliebenen Wittwe anzunchmcn. Türkei. In 5ronstantirropct ist die Feier des 25jährigcn Jubiläums der „Alt. Jsr. Ilniv." in einer Weise gefeiert worden, die uns wieder einmal überzeugt, das; die Stellung unserer Glaubensgenossen in der Türkei in manch.'» Beziehungen besser ist, als in einzelnen Ländern Westeuropas. Eine unübersehbare Menge versammelte sich vor dem nencrbauten Tempel, zahlreiche Wagen brachten hohe Gäste, Staatswürdenträger, hochgestellte Beamte und sonstige hervorragende Persönlichkeiten, die gekommen waren, der Feierlichkeit zu Ehren der „Alliance" beiznwohncn. Tie nach portugiesischem Ritus geschmackvoll anSgestattete Synagoge war festlich geschmückt. Tie Festrede hielt der Ehacham Baschi, der die Huld des Sultans für die Juden in schönen Worten würdigte. Bei jeder Gelegenheit, sagte der Redner, überschüttet uns unser glorreicher Herrscher mit seiner Gnade. Aus dem eigenen Munde Sr. Majestät kommen die Worte: „Es wird mich jederzeit freuen, wenn die Juden sich bestreben werden, Beamte im türkischen Reiche zu werden. Dann wird es gewiß keine hohe Stellung geben, die ihnen nicht zugänglich sein wird." Bei dem letzten Brandunglück in dem meistens von Inden bewohnten Stadtviertel der Hauptstadt war Se. Majestät der Erste, der unfern verunglückten Glaubensgenossen zu Hilfe eilte. Er spendete nicht nur reichliche Gaben, sondern bildete selbst ein Hilfscomitä, an dessen Spitze er sich in höchst eigener Person als Präsident stellte. Nach dieser Rede ergriff der anwesende Vertreter der türkischen Negierung das Wort und sagte unter Andenn: .Fs gereicht mir jur besonderen Ehre und wahre» krcude. sowohl lm Namen 5r. Majestät der Snltanr als auch im Namen des ganzen Reicher der tödlichen „Alliance Israellte"