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Der Israelit · 1885-03-16 · Heft 21 (16.3.1885) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 21 (16.3.1885)
Date
1885-03-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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|D ihrem SöjShrlgem ZlldULum die heniunWen Md aufrlchttsssen Gtülkwünsche dardrlngrn;u können. Wir knd wohl nur Zuschauer del diesem aber es erfüllt uns mit freudiger Kenugthuung. die Semuhungen der Söhne Israels auf der Sahn des Fortschrittes und der Aufklärung von so schönem erfolge gekrönt iu sehen, es drängt kch uns dodel die Uedmeugung auf« dag die Sprossen Israels nicht nur unserer Mchllenlikde. sondern auch unserer worolischcn und historischen verwandtschaftsliede vollkommen würdig sind." Diese Worte, mit feltencr Aufrichtigkeit mib nicht wiederzugebender Innigkeit gesprochen, verfehlten nicht, den tiefsten Eindruck auf die zahlreichen Zuhörer hervorznrnfen. Zchaim Ketzer. (E ine wahre Begebenheit.) MilgecheiN von Narhau NeUer. VII. Seit der Stunde, da Herr Scholem seinen Megcsohn ans dem Hanse gejagt hatte, waren Friede und Frohsinn von ihm und den Seinen gewichen. Zuerst war Fran Gütchen, durch die laute Stimme ihres Mannes herbeigezogen, in das Eomptoir geeilt. „Was hast Dn mit Moses vorgehabt?" fragte sie. „„Der Lunlp, der Betteljunge! Ich habe ihn weggejagt."" „Was hat er verbrochen?" „„Er hat der dummen Gans, der Perl, verrückte Dinge in den Üopf gesetzt."" „Das hat er nicht gethan. Im Gegentüekl, er war immer bescheiden und zurückhaltend. Das; Perl ihn lieb gewonnen, ist wirklich kein Wunder." „„Du wußtest es?"" „Ich weiß es seit langer Zeit." „„llnd Du hast dazu geschwiegen?"" „Mit wem sollte ich darüber reden? Mit Dir, der Du so jähzornig bist?" „„Du hättest es nicht so weit konnnen lassen sollen."" „Warum nicht? Ich wüßte für unsere Perl keinen bessere» Mau» als Moses." „„Der Habenichts!"" „Was schadet's? Haben wir nicht Geld genug? Hast Du nicht ein großes Vermögen von Deinen Elter»! ererbt und ein nicht minder großes von den meinigen? Ist unser Geld und Gut nicht von Jahr zu Jahr gewachsen? Haben wir nöthig, für unser einziges Kind einen reichen Schwiegersohn zu suchen? Ist nicht Moses ein junger Manu, der alle gute Eigenschaften besitzt: fromm, brav, ehrlich, tüchtig, fleißig, bescheiden, schön von Ansehen und Gestalt? Ist er nicht dazu geschaffen, nuscre Tochter glücklich zu machen?" „„Aber meine schönen Pläne! Wenn Perl dem jungen Uffcnheim ihre Hand reichen möchte, so würden lvir ebenfalls nach B. ziehen und in der großen Stadt unfern Neichthum genießen können."" ' „Da würdest Tn iuich zurücklassen müssen. Ich gehe nicht fort von hier auf meine alten Tage. Hier bin ich geboren und erzogen, hier habe ich eine lange Reihe von Jahren zufrieden und glücklich gelebt: hier will ich auch den Abend meines Gebens zubringen, hier will ich sterben und bei meinen Eltern begraben werden. Wenn Tn nach B. ziehen willst, so magst Du es thnn. Ich bleibe hier." „„Dunnncs Zeug! Ohne Dich werde ich doch von hier nicht fortziehen! Du wirst Dich schon überreden lassen."" „Niemals. Wohin ist Moses gegangen?" „„Ich weiß es nicht. Er wird heute Abend schon wkedcrkommcn."" Die Nacht brach herein, aber Moses kehrte nicht nach Hause zurück. Perl sagte kein Wort; allein ihr betrübtes Aussehen, ihre kummervolle Miene fielen Herrn Scholem schwer aufs Herz. Am andern Morgen wurden Boten ansgeschickt, nach Moses zu suchen. Man erfuhr, daß er in den Wald gegangen, aber ans demselben nicht zurückgekehrt sei. „Er wird sich ein Leid angethan haben," sagte Fran Scholem tief bekünnnert. „„Er lvird von Räubern angefallen und ermordet worden sein,"" sprach Perl und brach in Thränen aus. Herrn Scholem war es nicht wohl zu Muthe; er bereute seine llebereilnng. Seine Fran überhäufte ihn mit den bittersten Vorwürfen. Vorher hatte sie nicht den Muth gehabt, mit ihren» Manne von dem Verhältnis; der jungen Leute zn sprechen; jetzt schalt sie von Morgens früh bis Abends spät und jammerte die halbe Nacht hindurch. Noch schwerer als die lauten Borwürfe seiner Fran traf ihn der stille Borivnrf, den er von dem kummervollen Antlitz seiner Tochter las. Auch in anderer

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