Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 18 (5.3.1885)
- Date
- 1885-03-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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2»8 der Mittelschulen. An Unterstützungen wurden 1 100 fl. vertheilt und zu den Feiertagen 1108 Personen mit Geldspenden bedacht. Im Spirale der Religionsgcmcinde wurden im verflossenen Jahresoi bettlägerige nnd 82 io ambulante .Kranke ohne Unterschied der Konfession behandelt, inclusive der von den Armenärzten der (Gemeinden behandelten waren l 2,807 Kranke in Pflege. Unentgeltlich wurden im Spitale 62» Personen verpflegt. Die Anzahl der Berpflegstagc der Patienten des Spitals beläuft sich auf 15,710. Der Pensionsfond der Gemeinde ist auf den Betrag von 90,210 fl. 09 kr., der Erhaltnngsfond des .Knabenwaiscnhauscs auf 619,58«; fl. 9 kr. nnd jener des Taubstummen-Institutes auf 418,592 st. kr. angewachsen. Die Popnlationsbewegung innerhalb der'Gemeinde weist folgende Ziffern ans: Geboren wurden 109?. Knaben und 1046 Mädchen: zusammen 2109 Geburten. Gestorben sind 1462 Personen. Dränungen fanden 557 statt. Die Sitzung nahm den Jahresbericht zur.Kenntnis;. Zinn Schluffe der Sitzung erfolgte die Genehmigung des Bngcts für 1885 nnd die Neuwahl eines Mitgliedes für den Ausschuß. In der nngar. Gemeinde 5uttf lNentracr Cominn ist cs am jüngsten Freitag zu gefährlichen Ausschreitungen gegen die Inden gekommen. Das von Antisemiten gehetzte Volk richtete einen Sturmangriff gegen deit jüdischen Gemeindevorstand, und als die Gendarmen herbeieilten, wurden auch diese angegriffen, so daß sie von ihrer Schießwaffc Gebrauch machen mußten. Tags darauf wurden die Angriffe erneuert, und es mußte Militär rcgnirirt werden. F runfreich. Paris, 1. März. Heute Nachmittag 4 Uhr fand in der Synagoge der nie d« la Vidoire ein Gottesdienst zur Feier des fünfnndzwanzigjährigcu Bestehens der „Alliance Israelitc Universelle" statt. - Wir bemerkten in dem festlich belcuchtcten Tempel unter den Anwesenden außer allen hiesigen Nabbinen, die Barone v. Rothschild, Hirsch, Bananiers v. Goldschulidt, Cahn d'Auver'S, Erlanger, Professor Derubnrg, ferner eine Reihe hoher, politischer, finanzieller nnd gelehrter Persönlichkeiten. Schon lange nicht hat der oben bezeichnete Tempel ein so großes Publikum vereinigt gesehen, als heute. Wir dürfen die Zahl der Anwesenden auf 3000 schätzen. Nachdem der Chor der Borsänger einen Theil des Hallelgebetes gesungen, bestieg Herr Rabbiner Zadok Cahn die Kanzel. Selten hat der-, weitbekannte Redner mit so großem Jener nnd Eifer gesprochen, wie heute. — Herr Zadok Cahn setzte in glänzenden Worten die Leistungen der Alliance auseinander, bewies, daß dieses Institut kein politisches, sondern ein menschliches, moralisches im wahren Sinne des Wortes ist. - Cs ist mir unmöglich, die Rede des Großrabbiners in Folge überhäufter Arbeit auch nnr znm Theile wicderzngeben nnd spreche ich den Wunsch ans, daß der großartige Bortrag des Herrn Zadok Cahn baldigst im Druck erscheinen möge. — Ich führe nur an, mit welch' geistreichen Worten der Redner das Andenken der dahingeschicdenen Vorstandsmitglieder Cremienx, Charles Netter. Rabbiner Landsberg gedachte. - Großartiger noch waren die Worte, mit denen der Redner schloß und mit denen er den Wunsch aussprach, die Zeit bald zu sehen, wo die bestehende „Alliance Israelite. Universelle," nicht mehr allein eine jüdische Institution bleibe, sondern daß diese (Gesellschaft eine „Alliance Universelle" werde, wo alle Menschen sich als Brüder nnd Schwestern umarmen nnd Zusammenleben. Der geistreichen Rede des Herrn Zadok Cahn folgte ein weiterer Gesang mit Aushebung einer Sefer Thora. Zn gleicher Zeit bestieg der Großrabbiner Frankreichs', Herr Isidore, die Kanzel, um den Segen Gottes für das weitere Gedeihen der Alliance zu erflehen, nnd all Diejenigen zu segnen, die dies Institut unterstützen. — Die Feier machte auf die Anwesenden einen lehr erhebenden nnd schönen Eindruck. — Ich aber schließe meinen Bericht mit den Worten: Möge Gott das Licht der Crkenntniß und Menschenliebe leuchten lassen ans der ganzen Erde, auf daß der Haß und der Neid schwinden nnd sich die Völker lieben nach dem Ansspruche: „Haben wir nicht Alle einen Vaters" „Hat uns nicht Alle ein Gott erschaffend" Cdmond Moritz. S 6) w e d e n. Stockholm. Die Schlvedischc Regierung beabsichtigt der Kammer eine Aenderung des bisherigen Eides vorzuschlagen. Für die Inden soll derselbe für die Folge lauten: Bei Gott nnd Seinen heiligen Gesetzen.