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Der Israelit · 1885-03-05 · Heft 18 (5.3.1885) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 18 (5.3.1885)
Date
1885-03-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Feuilleton. Zokaim Ketzer. (Gine wahre Begebenheit.) Milgetheilt von Nalhan .netter. IV. „(5i, Herr Schalem," sagte der fremde, „was ist Ahne» denn passirt, daß Sie sterben wollen?" Moses Mang in die Hohe und betrachtete erstaunt den Fragenden. Gs war ein großer, schöner Mann, von kräftiger Statur, in noch säst jugendlichem Alter. Ein schwarzer Bollbart umrahmte sein wetiergebränntes Gesicht. Moses erinnerte sich nicht, den Mann jemals gesehen zu haben, und doch kamen ihm Gestalt und Stimme bekannt vor. „„Ich heiße nicht Scholem,"" entgegnete er ans die Frage des llnbekannten, „„mein Name in Mose« Brettener."" „Ich meinte, Sie seien der Sohn des reichen Scholem in H." „„Ich war seine Pslegesohn."" „Sic waren? Sind Sie es denn nicht mehr?" „„Mein Pflegevater hat mich fortgejagt."" „Da haben Sie wohl dumme Streiche begangen? Verzeihen Sie meine Neugier', aber ich meine es gut mit Ihnen: ich möchte mich Ihnen gern dankbar erweisen." In diesem Augenblicke durchzuckte cs Moses wie ein Blitz. „„Ha,"" rief er, „„Sie sind der Mann, der in der Verkleidung eines alten Bettlers im vorigen Winter im Hanse meiner Pflegeeltern zu Mittag gegessen hat!"" „Ha, ha, ha, Schabbeskngel und Bohnen und gefüllten Gansbraten nebst Brannlelvein in Hülle und Fülle! Hat vorzüglich geschmeckt. Und Sie haben Mitleid ulkt dem halbnackten Bettler gehabt und haben ihm einen warmen Winterrock geschenkt, und dafür bin ich Ihnen noch Dank schuldig. Niemand soll sagen, daß Johann Fever jemals undankbar gewesen." Als Moses diesen Namen hörte, wurde er leichenblaß. Johann Fever lvar der Anführer einer berüchtigten Nänberbande. Der Nanberhauptmann lächelte, als er den Jüngling erbleichen sah und weidete sich an seiner Verlegenheit. „Ja, ja," sagte er, „ich bin der berüchtigte Räuber, vor dem die ganze Gegend weit und breit erzittert. Aber, Ihr braucht Cmch nicht vor mir zn fürchten, ich beraube niemals Leute, die mir Gutes gethan haben. Durch meine Spione hatte ich erfahren, daß der reiche Scholem in H. im vorigen Winter eine große Summe Geldes für eine fälliggelvordene Hvpothek eingenommen hatte. Verkleidet ging ich ins Hans, um die Gelegenheit auszuspuren, wie ich mich am Besten in den Besitz des Geldes setzen könnte. Ihr aber habt mich freundlich ausgenölnulen, habt mich ins warme Zimmer geführt, habt mir zn essen und zn trinken gegeben, märet attesammt freundlich und liebevoll gegen mich, und da habe ich den Gedanken aufgegeben, meine Wohlthäter zu berauben. Und nun erzählt mir, Moses, was habt Ihr für Streiche gemacht, daß Gner Pflegevater (such davon gejagt hat." „„.Herr Hauptmann ..... ."" „Dummes Zeug, ich heiße nicht Hauptmann, ich heiße Fever." ,,^,Ich habe keine dumme Streiche gemacht, Herr Fever. Meine Pflegeschwester liebt mich nnd ich liebe sie."" „Ihr habt gegenseitig keinen schlechten Geschinack. Tie Perl, nicht wahr, so heißt sie? ist ein Prachtmädcl und Ihr seid ein schmucker Bursche. Nun, hat der Alle etwas dagegen?" „„Ich bin arm, Herr Fever, nnd besitze nichts, rein gar nichts."" „Gi, der Schottin har ja Geld geling." „(5t verlangt, daß seine Tochter einen reichen junge» Mann ans B. heirathe, nnd als sie sich dessen weigerte und dem Vater erklärte, daß sie Niemanden anders wolle als mich, da hat er mich davongtjagr." „Da soll doch eine Million Donnerwetter dreinschlageu! Ist der Hai solch ein elender Goldprotze! Warte, den wollen wir schon kriegen. Hier, junger Mann, meine Hand daraus, daß ich Glich Helsen werde. Dieser Scholem soll erfahren, daß ich die Geldprotzen hasse." Moses ergriff die ihm dargebotene Hand nicht. „„Herr Fever,"" sagte er, „„wenn Sie Böses gegen meinen Pflegevater im Schilde führen, so bitte ick) Sie dringend, davon abznlassen. Gr ist nieiit Wohlthäter und hat sich meiner, als ich eine verlassene Waise war, liebevoll nnd väterlich ange-- nominal. Lieber null ich ans das Glück meines Lebens verzichten, nnd wenn cs in meiner Macht sieht, so werde ich nicht dulden, daß ihm etwas zn Leide geschieht."" „Ihr seid ein wackerer, junger Mann, und ich i i 1 1 I 1 8 I

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