Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 17 (2.3.1885)
- Date
- 1885-03-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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287 durchdrungene und von Humanität befreite Weiherede, welche große» Beifall fand und ihren (tinbrutf nicht verfehlte. Es verlief diese hohe Feier in sehr schöner Ordnung, und wird gewiß für viele, die ihr beiwohnten ein schönes Andenken sein. O e st e r r. - llng a r. M o n a r ch i e. Wien, 2.">. Febr. Soeben erhalte ich Ar. r> Ihres s. gesch. Blattes, in welcher ein mit H. gezeichneter Referent aus Prag über meinen dort gehaltenen Vortrag: „Die geistige Bewegung des alerandrinischen Iudenthums re." in anerkennendster Weise reserirt, wofür ich demselben meinen wärmsten Dank ansspreche. Jedoch muß ich mir im Interesse der Sache zu erlauben bemerken, daß der Herr Referent, so sorgfältig er auch meinem Vortrage gefolgt, doch einen Passus irrthümlich anfgefaßt hat. Auch Homer hat zeitweilig geschlafen. Der Herr Referent sagt nämlich n. Ä.: „und wenn der Vortragende davon sprach, daß zur Zeit, als das Indenthnm in Palästina zu altern anfiug, dasselbe in Alerandrien zu neuer Blüthe und zu neuem Leben erwacht . . . ." Das, mein sehr verehrter Herr Referent, habe ich nicht gesagt! Ich habe zuviel Respect vor dem palästinensischen Indcnthnm jener Icit, dessen über alles Lob erhabenes Wirken ich nicht genug zu rühmen vermag, als daß ich so oberflächlich über dasselbe nrlheilcn sollte. Ich sprach nur von einem Altern der griechischen Wissenschaft und meine diesbezüglichen Worte lauteten: „Dieses Incinandcrflnthcn des hellenischen und orientalischen Geistes zog eine auserlesene, andächtig lauschende, jüdische Schaar mächtig an. Sie sog gierig an den Brüsten griechischer Weisheit, und merkwürdig! im selben Maße als diese (die griechische Weisheit) unter der Pflege ihrer mattherzigen, heimathlichen Träger zn altern ansing, verjüngte sie sich in den .Köpfen ihrer jüdischen Jünger, verlieh ihr der jüdische Geist, der sic reinigte und verklärte, neue, nie geahnte Schwungkraft, die sic zum begeisterten, jugendlichen Herold der sinaitischen Lehre machte." Ich hoffe, daß diese Behauptung, unanfechtbar, und bitte Sic, hochgeehrter Herr Rcdacteur, diesen Irrthnm richtig zu stellen. Ihr ganz ergebener Friedländer. Prag. Am 21. d. M. beschloß der dem Lcsepnbliknm des „Israelit" bekannte Gelehrte Dr. H. Eh re »treu den Epelns der im heurigen Winter vom Asikc-Jehuda-Vereine veranstalteten, wissenschaftlichen Vorträge. Dr. Ehrentrcu gab „eine cnltnrgefchiclttliche Skizze ans dem jüdischen Altcrthnmc" und begann mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit der Enlturgefchichte, da diese die genaueKenntniß des Volkes, der Elegierten liefert, während die Weltgeschichte nur zu oft eine Geschichte der Regierenden ist. In der lfultnrgeschichte wird wieder das Hauswesen erhöhte Bedeutung haben, weil es uns das Haus, ein anschauliches Bild des jeweiligen Enltnrznstandes im engsten Rahmen gibt. Deshalb wählte Dr. Ehrentrcu das HauS im jüdischen Altcrthnm znm Mittelpunkt seiner cnltnrhistorischen Skizze. Er beschrieb nicht nur in klarer Weise die einzelnen Bestandtheile des Hanfes, sondern gab auch sehr geistreiche Ausschlüsse über biblische und talmndische Benennungen derselben. So z. B. gleich anfangs das in der Mischna ftelini XI. 2 erwähnte nt;,?, bei welcher Stelle R. Lippmaun .Heller bemerkt, er habe eine Erklärung dafür nicht finden können, was jedoch, wie der Vortragende nachwies, den „Thürklopfcr" bedeutet. Er führte uns sodann auf die sr'ty (Obergemach), prärisicrte diesen Begriff und wies durch mehrfache Belege nach, daß man sich hier in biblischer und talmndischer Zeit, zn wichtigen Ereignissen und Beschlüssen zusammcufaud. lieber die Treppe n:n gelangte mau in den Hofraum mit der Vorhalle und in die Wohnzimmer. Die in Midrasch Echa initgetheilte Erzählung, wonach ein Vater seinem Sohne im Traume erschien und ihm .Kappadorien als den Aufbewahrungsort seiner Schätze angab, und welchen Traum R.' Ismacl dahin deutete, der Schatz müsse sich im 20. Balken (kappa-dokus. der 20. Balken) finden, kann als Beleg gelten, daß die Eonftrnction der Himmcrdeekc die Balken frei ließ, wodurch an der Decke verborgene Winkel zur Aufbewahrung von Kostbarkeiten entstanden. Der Vortrag schilderte mm die Eintheilnng der Gemächer und ihre innere Einrichtung, wobei bemerkenswerth ist, daß trotz der abgesonderten Franengcmächer das sociale Leben der Inden, die heute im Orient übliche strenge Absonderung der Frauen von den Männern nicht kannte, ar: hieß das Hans des Schwiegervaters, weil für den Gatten nur jener Thcil des fchlviegerväterlichcn Hanfes von besonderem Interesse war, ans dem er seine Frau geholt hatte. Bei den Frauen stand eine sehr große Anzahl von Schnluckgegcnsländcn in Verwendung, was jedenfalls ans das in Blüthe stehende .Knnftgewcrbe der Israeliten schließen läßt. Ncbcrhanpl wurden Handel und Gewerbe bei den Inden schwunghaft betrieben. Der Stamm Scbulnn beschäftigte sich vorzugsweise mit Glasindustrie, und diese must zur höchsten Pol«