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Der Israelit · 1885-03-02 · Heft 17 (2.3.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 17 (2.3.1885)
Date
1885-03-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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genau angebcn. - - Vors.: Ist von einem christlichen Mitglicde beantragt worden, das; irgend ein Mitglied für Alexander die Bürgschaft übernehmen sollet - Menget Das kann ich nicht sagen. - Premierlemenant a. D. Gvrlid: Herr Alexander bar die Kassengeschäfte ganz vortrefflich geführt, und es war sehr schwer, einen anderen Kassircr zu finden, weil zu diesem Amt viel Zeit erforderlich ist. - Vors.: Wurde der Reihe nach bei allen Kommissionsmitglicdern angefragt, ob Jemand das Amt annehmen wollet - Zeuge: Ja, aber es erklärte sich Niemand dazu bereit. Darauf wurde von Jemandem der Vorschlag gemacht, die Kasse dem Alexander zu lassen, da ja ein anstergerichrlicher Vergleich mit seinen Gläubigern mit Bestimmtheit zu erwarten wäre. Vors.: Hat ein Jude diesen Vorschlag gemacht? . Zeuge: Das weis; ich nicht mehr. - Vors.: Hat ein christliches Mitgl'ed eine Bürgschaft seitens der Inden für Alexander verlangt? — Zeuge: Davon ist keine Silbe wahr. — Vors.: Ist der Unterschied der Konfessionen in der Kommission je zum Ausdruck gekommen V — Zeuge: Wir haben niemals nach Konfessionen gestimmt. Tic Zeugen Bezirksvorsteher Andreak, Stadtverordneter Morche und .Herr v. Garz deponiren tu demselben Sinne, wie die übrigen Zeugen. - Zeuge Le Brav: Aach meinem Gefühl war es nicht angezeigt, .Herrn Alexander die Kaffe noch weiter zu lassen. — Bors.: Ist eine Bürgschaft verlangt worden? -- Zeuge: Gin solches Verlangen ist gar nicht gestellt worden. Als einziger Entlastungszeuge ist der Zahntechniker Iaensch erschienen. Derselbe erklärte aber noch vor seiner Vereidigung, daß er sich eventuell durch seine Aussage einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen könnte. Der Verrheidiger sprach in Folge dessen die Vernmthnng ans, daß der Zeuge wahrscheinlich der Urheber des inkriminirten Artikels wäre. Es muffe somit ans die Aussagen dieses Zeugen verzichtet werden. Bezüglich des zweiten in dem Artikel der „Staatsbürger-Zeitung" erwähnten Falles erklärte der Privatkläger, das; der Bittsteller ein gewisser Abrahamsohn gewesen sei, den er als einen der Unterstützung würdigen Matur gekannt habe. Der Mann sei allerdings naef) Amerika gereist, aber erst mehrere Monate nach dem Gesuch und keineswegs deshalb, um sich seinen Verpftichtnngen zu entziehen. Es wurden hierauf mehrere Vorstandsmitglieder des Vereins gegen Verarmung und Bettelei im Stralauer Stadtviertel, die sämmtlich Christen sind, vernommen. Bezirksvorsteher Koch gibt an, eS wäre voll Abrahamsohn ein Gesuch um ein Darlehen von :unr'Mark bei bem BereinSvorstand eingegangen. --- Bors.: An wen werden von dem Verein Darlehen gegeben? - Zeuge: An Solche, die materiell in eine mißliche Lage gekommen sind und denen man tvieder aufhelfen will, wenn sich die Petenten dieser Wohlthar würdig zeigen. Das Darlehen wird ganz zinslos gegeben. Vors.: .Haben Sie bezüglich des Abrahamsohn recherchirt: - Zeuge: Ja, ich ging in die Wohnung des Bittstellers und erfuhr, daß er für die Wohnung 12UO Mark zahle. Seine Iran suche den größten Theil davon möglichst gut zu vermiethen. Als Kommissionär verdiene er kaum so viel, als er zum Leben brauche. Dem Wirth wäre er für rückständige Micthc moo Mark schuldig, so das; ihm jener bereits mit der Exmission gedroht habe. —- Bors.: Wie war der Petent eingerichtet? - Zeuge: Ganz gut, aber hochherrschastlich war es gerade nicht. - Bors.: Hatte er eine goldene Uhr und goldene Kette? — Zeuge: Nein. Ich habe nüch bei Herrn Siraßrnann erkundigt und habe von ihm erfahren, daß er den Petenten gar nicht kenne, das; ihm aber seine, Straßmanns, Iran gesagt hätte, daß sie die Frau Abrahamso» kenne und sie für sehr fleißig halte. Ich beantragte die Gewährung des Darlehens, dasselbe wurde aber nicht bewillig:. Ein zweiter Rechercheur har ebenfalls die Ablehnung beantragr, aber nid)! ans persönlichen, sondern ans prinzipiellen Gründen. Nachdem noch mehrere Zeugen, belastend deponirt hatten, wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 100 Mark eventuell zu w Dagen Gefängnis; vernrchrilt. Ans Lothringen. Freitag Abend den 20. Februar fand in Sierck die Einweihung der neuerbanten Synagoge statt. Wie ich erfahre, hatten sich von Nah und Fern unzählige Fremde, sowie Freunde und Bekannte der hiesigen Einwohner, hier eingefnnden, um der hohen Feier hier beizuwohnen. Nach Beendigung eines Gesanges und Gebets, adgchaltcn noch im alten Lokale, fand die feierliche Uebcrfnhrnng der heiligen Thorarolleu nach dem neuen Tempel statt. Unter den erschienenen Gästen, welche sich dem großartigen Zuge anschlossen, bemerkte mail den Herrn KreiSdircctor von Tiedenhofen, als Bctretcr der Regierung, den Herrn Rabbiner von Pfalzbnrg, in Vertretung des Metzer Dberrabdiners, sowie noch die Herren Architekten, Bürgermeister, Beigeordnete u. s. w. Nach Uebergabe des Schlüssels und Erschließung des Tempels, > hielt der Rabbiner, eine von wahrer Gottesfurcht

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