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Der Israelit · 1885-02-26 · Heft 16 (26.2.1885) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 16 (26.2.1885)
Date
1885-02-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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250 imfe Besserung führte. So wurde Hainau selbst feas Mittel zur Erhaltung fees IndcnthnmS. Damals hatte cs viele Inden gegeben, die mit feem Verluste fees heiligen Landes sich frcigcwordeu wähnten von feem Joche feer göttlichen Gebote. Sic alle sahen jetzt ihren Jrrthum ein, ,v?::pi *E'p irr YJs'pir no und beugten sich freiwillig wieder nnter^die Macht fees göttlichen Gesetzes. Seit jener Zeit haben sich diese Vorgänge unzählige Male wiederholt. Sv oft die Juden meinen, das himmlische Joch von sich abwerfen zu können, werden ihre Feinde mächtig und bedrohen sic mit dem Untergänge. Tann aber kehrt Inda zn seinem Gotte zurück und erkennt, daß unser Bestand und unser Halt einzig in in Ihm nnd in Seiner heiligen Lehre. Zeitungsnachrichten nnd Corrcspondcnzen. Deutschland. Bad Nauheim. In Folgendem bringen wir den Rechenschaftsbericht des nunmehr seit tO Jahren dahier bestehenden Vereins für arme jüdische Knrbedürftige. Ohne unbescheiden zu sein, glauben wir doch, trotz der Geringfügigkeit der uns zu Gebote stehenden Mittel mit Gcnngthuung auf die Leistungen nnd Erfolge des vergangenen Jahres znrückblicken zu können. Mit unsrer Einnahme, die größtcnthcils ans Gaben der verehelichen Kurgäste und deren einiger Mitglieder hiesiger Gemeinde resnltirt, mutzten wir haushälterisch verfahren, damit wir, ohne die Grenzen der zur Verfügung stehenden Mittel zu überschreiten, doch möglichst Vielen den Genuß und die Wohlthat einer Badekur ermöglichen konnten. Von den verschiedenen eingereichten Gesuchen mußte trotzdem ein Dheil unberücksichtigt bleiben. Es betrugen die Einnahmen an Spenden 1071 M. io Pf., von Mitgliedern ‘M M. hieraus wurden unterstützt: 7 weibliche, 2 männliche, zusammen fl Knrbcdürslige mit 193 Bädern, 201 Lerpflcguugstagen. Alle Patienten verließen recht befriedigt unsere Stadt, bei einigen war sogar ein ganz glänzendes Resultat zu constatiren. Die Patienten erhielten von uns freie Bäder, Wohnung, Kost, Verpflegung, Bedienung, Medicameutc rc. und wurden unentgeltlich von den Herren Aerzten Dr. med. Groedel und Dr. med. Theodor Lehrt behandelt. Auch hat der Verein einen Fahrstuhl aegnirirt, wodurch cs möglich ist, die durch Krankheit gelähmten nach den Badchänscru, sonne in den Park zn fahren. Bedenkt man, mit welchen geringen Mitteln es auf diese Weise möglich ist, arme, hilflose Leute wieder zn arbeitstüchtigteu, der Gesellschaft nicht mehr zur Last fallenden Menschen zn machen, so mutz man gestehen, daß der Verein noch lange nicht in dem ihm gebührenden Maße unterstützt wird. - Seither waren cs.fast nur Kurgäste, die unsren Verein mit Gaben bedachten. Söll jedoch unsre schöne Sache einen wirklich gedeihlichen Fortgang nehmen, so muß der Verein auf eigene Füße gestellt werden. Bereits ist cs gelungen, wie unsre Statuten cs vorschrcibcn, einen kleinen Reservefond anznsammcln. Diesen auf eine solche Höhe gebracht zu sehen, daß daraus ein kleines Hospital für arme, jüdische Knrbcdnrftige errichtet werden kann, oder, daß zum Mindesten ohne unsre jetzt üblichen Sammlungen bei Kurgästen, welche immerhin etwas Bedrückendes haben, eine genügende Zahl von Kranken durchaus unterstützt werden kann — das ist unser sehnlicher Wunsch. — Hierzu ist cs nothwendig, daß uns von Auswärts Gaben nnd Stiftungen zufließen. Möchten sich doch unter den Lesern dieser Zeilen recht viele befinden, welche unsre Sache fördern helfen wollten. ES gibt gewiß lein menschenfreiindlichcres, Okm wohlgefälligeres Werk als das, seinen kranken, siechen Brüdern zur Wiedererlangung der Gesundheit behilflich zu sein. Gcmmiugen, 22. Fcbr. Am 11. Februar fand in Richen eine seltene Feier statt, nämlich das Fest der goldnen Hochzeit der M a i c r Hanauer'schcn Eheleute. Morgens, l0 Uhr, bewegte sich ein feierlicher Zug in die festlich erleuchtete Synagoge. Voran schritten die U anwesenden Enkel des Jubelpaares (es hat deren 2-t). Dann folgte daS Jubelpaar, rüstig nnd gesund, wiewohl der Mann 80 nnd die Frau 70 Jahre zählen. Hierauf kamen die Kinder des Ehepaares, geführt von dem iüngsteu Sohne, Herrn Lehrer Hanauer aus N cckarbischofSh e i m nnd viele Freunde, Bekannte nnd Verehrer; auch viele Richtjudcn, unter ihnen der Bürgermeister, der RathSschreiber und die Mitglieder des Gemcinderaths. Nachdem einige Psalmen gesungen waren, überreichte der Herr Bürgermeister im Aufträge Seiner Königlichen Hoheit, des Großherzogs, dem Jubelpaare eine

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