Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 13 (16.2.1885)
- Date
- 1885-02-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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218 zum Jahre 1597, in welchem Jahre er, bereit« im Greisenalter stehend, nach Prag zurückkehrte, um das Oberrabbinat zn übernehmen, wo er im Jahre 1609 am 18. (ylüil vielbetranert mib vielbeklagt starb. Noch wenige Tage vor seinem Tode schrieb er in einer Approbation zu dem Werke r ^2, das sein Schüler versagte, die Worte: „.veil ihm, er förderte das veil Vieler, und fein Wirken findet reichen Lohn," welche Worte, wie sein Biograph beuterll, aus sein reich gesegnete« Leben die vollste Anwendung finden. Die« ist in xifir.se der Lebensgang dieses seltenen Manne«, wie er sich aus den gründlichen Forschungen des Verfassers ergibt. Selbstverständlich sonnten nur hier nur eine dürre Skizze, von dem liefern, was in dem Werke selbst, in reichbeleluer Schilderung und in anziehender Weise, obgleich ans streng historischer Forschung bevuljeut», des Weiteren ansgeführt ist. Besonders hervorznheben ist, die sehr gelungene Motivirung für den vielfachen Amtswechsel des Rabbi Völuc, welche Dr. (9rün an der Hand der historischen Thatsacheu darlegt, Gbenfo genaue Ausschlüsse erhallen wir über feine reiche schriftstellerische Thätigkeit, über sein Familienleben und über seine Verwandschaft. Dies alles ist mit lichtvoller Ätlarbeit und in anziehender Schilderung geschrieben, so daß Jeder diese Schrift mit Nutzen und Vergnügen lesen wird. Wer das Leben des Rabbi Löive ben Bezalel schildern will, mich sich auch mit der Volkssage auseinandersetzen, indem er nachznweisen sich bemühen must, wir dieselbe entstanden ist und auf welche Momente im Leben des Helden sie sich stützt, respektive, welche Anhaltspunkte sich ihr geboten haben, »un daran ihr Gewebe von Dichtung imb Wahrheit anznknüpsen. Wir gestehen offen, das; wir darauf weniger Gelvicht legen, denn die Volkssage ist im Allgemeinen nicht sehr originell im Gesinden und sie überträgt oft ganz dieselben (Gebilde ans ihre verschiedenen Helden. So z. B. scheint cs verlorene Mühe zu sein, die Gvlemsage ans dem Leben oder ans der Lehre des R. Löwe zu erklären, wenn wir sehen, das; Ghacham Zcwi Rcspp. 96 dieselbe Sage von feinem Grostvaler erwähnt. Und das; dieselbe im Mittelalter überhaupt nicht selten war, sehen wir ans Göthe's Zauberlehrling, aus der Faustsage und ans des Paracelsus „De «runenitionc rerum natul alium1* wo eine genaue Anleitung zur Verfertigung eines „Homuneulus" gegeben »vird. .Herr Tr. Grün versucht auch diese Sage vom Rabbi Löwe ans geistreiche Weise zu erklären, wie er denn auch die ansbreitete Gelehrsamkeit deselben auf halachischen und agadischem Gebiete, ln der Mathematik, Astronomie re. nach Gebühr würdigt. Die verdienstvolle Schrift sei den» auch Laien wie Gelehrten aufs Beste empfohlen, jeder von ihnen wird darin etlvas Belehrendes und Anregendes finden. De. E—t—. Zeituugsttachrichtett und Correfpvudenzen. D e u t s ch i fl ii b. Berlin, 8. Febr. Am vergangenen Dienstag hielt der Verein „Gsra" feine erste Generalversammlung ab. Zunächst »vurde ln derselben auf eine Anfrage des Herrn Dr. Xtarpelcs vom Vorstand eine Notiz im „Israelit", die auch in „Hamagid" und „Hamelitz" übergegangen war, daß der Verein 6:><»o Mitglieder zähle, dahin berichtigt, daß allerdings soviel Mitgliedskarten zur event. Anmeldung versandt waren, das; aber die Zahl der »virklichen Mitglieder nur dreitausend und einige.Hundert betrugen. Ans dem Rechenschaftsbericht ergiebt sich eine Ginnahme von ca. 2ooo Mk.; davon sind 150 Mt. an Herrn Dr. Salvendi gesandt, viele Hundert Mk. auf ein Vercinsorgan, Vereinsmedaillen und andere hübsche Dinge verausgabt worden; der Lassenbeftand beträgt gegen 600 Mk. Angesichts dieses traurigen Resultats wurde in der sich an den J)f cchens cha ftsbericht a nsthl testenden, ftü rm i scheu Deba tte das (Seutralcomite auf das heftigste angegriffen. Dieses vertrat die Ansicht, der Verein müsse, bevor er in Wirksamkeit trete, erst einen grasten Fonds sammeln, um nach Jahren der Mission ein genügendes Gleichgelvicht bieten zu können; daher »väreu auch für einige Hundert Mk. Papiere gekauft worden. Dieser naiven Auffassung gegenüber, wurde aus der Versammlung betont, dast der Mission Mittel zur Verfügung stünden, wie sie der Verein nie erhalten würde: der Verein solle durch augenblickliche .Hilfeleistung der bedrängten Glaubensgenossen seine Aufgabe zu erfüllen suchen und nicht die mühsam gesammelten Gelder für unbestimmte Zwecke Jahrzehnte lang in der Piaffe halten. Schließlich wurde beschlossen, das; sobald 60t) Akk. zusammcngekommen wären, ein Drittel sofort für palästinensische Zwecke verwendet »vcrden sollten. Bei der Neuwahl wurde Dr. .Hartwig .Hirschfeld zun» Präsidenten, Herr Kalmus zum Schatzmeister gewählt. Wir können dem jungen Vereine nur rathen, »venn er seine (fxiftenzberechtignng nicht eiubüsten will, recht sparsam mit seinem Gelbe umzugehen und nicht Hunderte auf überflüssige Dinge auszngeben, sonder» vielmehr