Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-02-16 · Heft 13 (16.2.1885) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 13 (16.2.1885)
Date
1885-02-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449517--21674-2511261
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

213 Posen. (Verspätet.) Vor ca. 4 Wochen, an einem Tage mit dem in 'sl)icm Blatte bereits erwähnten Eommerzienrath Iaffö, wurde der Rabbincr Simon Lindermann zu Grabe getragen. — Derselbe, zu Ostrowo geboren, kam vor längerer Zeit hierher und bekleidete bei der?>2'^ rren 12 die Stelle eines Rabbiners und bei der städtischen Mittelschule die Stelle eines Religionslehrers. Sein lauterer Wandel, seine wahrhafte Frömmigkeit, sein seltenes, bescheidenes und leutseliges Wesen machten ihm Jedermann, der ihn kannte, zum Freunde. — Welcher Beliebtheit sich der Mann erfreute, das konnte man am besten ans der überaus regen Betheilignng an der Beerdigung, aus allen Schichten der Bevölkerung, — die Mittelschule war durch ihren Rector, Lehrer und iüd. Schüler und Schülerinnen vertreten — ersehen. -- Trotzdem cs Freitag Nachmittags war, sprach doch, da der Verstorbene ein Oiri gewesen, Herr Gemeinderabbiner Dr. Feilchenfeld an der Bahre und gab in beredten, vom Herzen kommenden und zum Herzen gehenden Worten der allgemein bewegten Stimmung Ausdruck. — y. Hamburg, im Februar. Als vor einigen Wochen der großen Verdienste des Herrn H e y m a n n Mathias für das Gedeihen der Talmud-Thora- Schulc erwähnt wurde, dachten wir nicht, das; dieser vortreffliche Menschensrcnnd so plötzlich von seinem segensreichen Wirken abgernfcn werde; leider hat ihn uns der Tod entrissen und war die Trauer bei der .Lunde seines Ablebens eine allgemeine. Gin beredter Beweis seiner unzähligen Verdienste um die verschiedenen Gemeinde-Institutionen bot die ihm bewiesene letzte Ehre. Im Hause des Verstorbenen hatten sich zahlreiche Freunde eingcsunden nnb ergriff zunächst Herr Lbcrrabbiner A. Stern "'3 das Wort, indem er deu großen Verdiensten, die der Verstorbene bis au sein Lebensende geleistet, Ausdruck gab, ferner widmete Herr Tr. S. P. R a t h a n Worte des Nachrufs. Bei dem Lcichcnzng schloffen sich die Schüler der Talmnd-Thora- Schnlc und viele Freunde an. Am Grabe selbst sprach Herr Philipp Bauer als Präses der Armcn- Eouunission und Talmnd-Thora-Schnle einige tief empfnudene Abschiedsworte, indem Redner der hohen Verdienste, die der Verstorbene während seines ganzen Lebens, der Gemeinde in so überaus edler Weise bethätigt, gedachte. Durch diesen Todesfall erleidet unsere Gemeinde einen herben Verlust, denn man kann dreist behaupten, daß bei Herrn Helimann Mathias weder Eigennutz noch Ehrsucht die Triebfedern zu solch wahrhaft guten und edlen Handlungen cs waren, sondern lediglich Gefühl für sein ideales Indcnthnm und das Wohlergehen und Befördern Unbemittelter. Zunächst ist seine große Thätigkcit zu Gnnsten der Talmnd-Thora-Schnle zu erwähnen, bei welcher der Verstorbene fast -10 Jahre im Vorstande überaus segensreich wirkte: im Schulhause arbeitete Herr Matthias rastlos, täglich von Morgens bis Nachmittags, am Abend konnte man in seinem Hanse stets Glanbcnsbrnder finden, die sich von ihm Rath holten und denen er stets unter Aufgebot aller seiner Kräfte, helfend zur Seite war. Ferner war der Verstorbene im Vorstand der Armen-Eommission, ferner in der Verwaltung der isr. Mädchenschule von 1703, sowie im Vorstand des Vereins zur Bekleidung armer Schüler der Talmnd-Thora-Schnle, und noch bei vielen andern WohlthätigkeitSstiftungen war er Mitglied der Verwaltung. Alle diese Ehrenämter füllte der Verstorbene mit der erdenklichst größten Liebe und mit solcher Hingebung aus, daß das Andenken dcS Herrn Hcßmann Mathias in unserer Gemeinde unvergeßlich bleiben wird. Im IcnscitS wird ihm der verdiente Lohn für alles non rM'ü), welches der Verstorbene auf dieser Welt so überaus großartig auSübtc, zn Thcil werden! O c st c r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien. Es liegt uns der 13. Jahresbericht des israelitischen Mädchen-UntcrstütznngSvcreins vor, der in prägnanter Kürze dessen segensreiche Thätigkcit im Jahre 1334 darlegt. Der Andrang zn dessen Schulen steigert sich von Jahr zn Jahr, so daß der Verein leider nicht im Stande ist, allen Anforderungen der hilfsbedürftigen Petenten Genüge zn leisten. Von den das Institut besuchenden 169 Mädchen fregnentirten 51 die Fortbildungsschule und 118 nahmen an dem unentgeltlichen Unterrichte in den verschiedenen Fächern der Handarbeit Thcil. Diese Fortbildungsschule bereitet die Mädchen für Fachknrsc derart vor, daß sie mit jenen Kenntnissen ausgerüstet sind, welche ihnen die ferneren Lebenswege ebnen, sei cs als Lehrerin, Kindergärtnerin, oder für die höhere Kttnstindustric-Schule, wie auch für das Handclsfach. Zugleich lvird mit Genngthnnng konstatirt, daß die ehemaligen Zöglinge des Instituts, die sich dem Lehr- und Handelssache widmeten, ihre Pflichten auf das Beste und Treueste erfüllen und ein gutes Auskommen finden. Ebenso werden die Schülerinnen der verschiedenen Abthcilnngcn, die dasKlcidermachen, Weißnähcn,Schnittzeichncn, das Maschincnnähen und Maschinenstricken, die Weiß-, Monogramm- und Kunststickerei lernen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.