Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 12 (12.2.1885)
- Date
- 1885-02-12
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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sohlossenen Geschäfte 7« Pr° Mille der Verkaufssuuime zur Unterhaltung des Krankenhauses beisusteuern. Das Einkommen des Krankenhauses aus diesen Erträgen war früher ein sehr bedeutendes, ist aber mit der Zeit durch den ausserordentlich verringerten Geschäftsverkehr gar sehr redncirt worden. Das Krankenhaus hat in dem letzten Monate einen Verlust erlitten, der nicht leicht wieder ersetzt, werden kann. Es hat seinen besten Pfleger und Versorger, den als Arzt und Mensch gleich ausgezeichneten Doctor Alexander Purst, welcher von hier nach Berlin übergesiedelt ist, verloren. Die ganze Stadt betrauert und bedauert den Fortgang dieses Mannes. Er war ein Helfer der Armen in Noth und Krankheit und hat diesen edeln Zwecken nicht blos seine Thätigkeit, sondern auch einen grossen Theil sei; es reichen Einkommens gewidmet. Bei seinem Scheiden von unserem Orte hat ihm das Comite eine kunstvoll angefertigte und kostbar ausgestattete Adresse gewidmet, welche folgenden Wortlaut hat: „Hochgeehrter Herr Doctor! Die Unterzeichneten haben es nicht unterlassen mögen, Ihnen bei Ihrem Scheiden von Memel ein Zeichen der Liebe, Verehrung und Dankbarkeit zum Abschiede und zur Erinnerung für alle Zukunft mitzugeben. Sie haben sich nun schon seit einer langen Reihe von Jahren unserer Kranken im Allgemeinen, insonderheit aber unseres „Israelitischen Krankenhauses“ mit unvergleichlicher Hingebung und Aufopferung angenommen, derart, dass kein Wort des Lobes, der Anerkennung und der Dankbarkeit zureicht, um Ihre Handlungsweise gebührend zu würdigen und LU vergelten. Was Sie als anerkannt tüchtiger, fleissiger und gewissenhafter Arzt in dieser Hinsicht geleistet haben, steht noch weit hinter Ihrer edlen selbstlosen Wirksamkeit als Mensch zurück. Ihnen dürfen wir in Wahrheit das Gotteslob aus unserem täglichen Gebete spenden: „Rofe Cholim, Somech Noflim, Sokef Kefufim“. Sie waren nicht blos „ein Arzt der Kranken“, sondern auch „eine Stütze der Fallenden“, „ein Aufrichter der Gebeugten“, „ein Tröster der Trauernden“ und „ein Helfer der Armen“. Hochgeehrter Herr Doctor! Es kann unsere Absicht nicht sein, mit diesem Abschiedsworte unserer Dankespflicht quitt zu werden. — Kein Wort und kein Werk ist bedeutsam genug, um Ihnen zu vergelten, was Sie an unseren Armen und Kranken gethan haben. Allein bei Ihrem Abschiede wollen wir Ihnen zu erkennen geben, dass wir Ihre edle Gesinnungs- und Handlungsweise zu würdigen wissen und dass wir in alle Ewigkeit sein und bleiben werden Ihre Bewunderer, Ihre Verehrer, Ihre in Anhänglichkeit und Dankbarkeit ergebenen Freunde. Memel, Anfang December 1884. Das ständigo Hilfscomitö für die Nothstiinde russischer Israeliten.“ Wir wenden uns nun zur Schule, als dem anerkannt vorzüglichsten Institute des Verein» Für eine jede ihrer drei Abtheilungen besitzt die Schule eine tüchtige Lehrkraft. An der ersten Abtheilung unterrichtet Herr Lieb mann, ein seminaristisch gebildeter und staatlich geprüfter Lehrer, der, nachdem er das Lehrer-Seminar zu Würzburg verlassen, an verschiedenen Orten Süddeutschlands und zuletzt in Homburg v. d. Höhe angestellt war. An der zweiten Abtheilung unterrichtet Fräul. Scharffeter, eine hiesige christliche Dame aus guter Familie, welche mit grossem Lehrgeschick begabt, sich mit Liebe und Hingebung der Kinder annimmt. An der dritten Abtheilung unterrichtet Frau Müller, eine ältere christliche Dame, welche vordem schon viele Jahre hindurch eine Privatschule für den ersten Elementarunterricht sich eingerichtet und geleitet hatte. Die Schule gedeiht, und ihre tüchtigen Leistungen sind selbst von den städtischen und staatlichen Schulaufsichtsbehörden anerkannt worden. Um jedoch zu ruhiiom und gesichertem Bestände zu gelangen, hatte die Schule mehrere Bedingungen zu erfüllen und Schwierigkeiten zu überwinden. Seitdem die Behörden auf die Schule aufmerksam geworden waren, verlangten dieselben, dass für die Schule behufs Fortbestandes die Regierungsgenehmigung nachgesucht werden müsse; andererseits verlangte das deutsche Central- Comitö zu Berlin, dass die für die Schule verwilligten 40000 resp. 50 000 Mark nur eine ihit