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Der Israelit · 1885-02-05 · Heft 10 (5.2.1885) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 10 (5.2.1885)
Date
1885-02-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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162 Australien und wurde 1857 Mitglied des ersten gesetzgebenden Nathcs der Kolonie von New South Wales. Im I. 1876 kehrte er nach England zurück. Er war Direktor der. nationalen Bank von Queensland und andrer bedeutender Handclsnntcrnchmungcn. Er soll ein beträchtliches Vermögen hintcrlasscn und Legate gemacht haben. Rußland. Petersburg, 2?.. Jan. Wie bekannt, liegt dem jetzigen sinni'schen Landtage auch ein Gesetz vor, das den Aufenthalt der Juden in Finnland regeln soll. Bisher ist in Finnland gesetzlich eigentlich nur denjenigen Inden der Aufenthalt gestattet, die in russischem Militärdienste gestanden haben. Es rvohncn aber auch andere Inden in durchaus frcnndschaftlichcm Verkehr mit den andern Bewohnern dort und werden von der Negierung nirgends behelligt. Nur im Jahre 1882 versuchte der finnische Senat einige jüdische Familien ausznweisen, aber, soweit ich mich erinnere, kam es nicht zur Ausführung, da die Presse den Beschluß heftig tadelte. Die jüdische Bevölkerung Finnlands wird auf etwas über 1000 Köpfe geschätzt. Ans Warschau, wird gemeldet: Ein Ministcrial-Erlaß an die Gouvernements-Negierungen bestimmt, das; künftig in Rußland den Juden mit Auslandspässen Erlanbnißscheine zur Eröffnung von Handels- und Jndnstricgcschäften in Städten des Kaiserreichs nicht mehr gewährt werden sollen. P a l ä st i n a. Jerusalem. Jüngst wurde eine dahier eingelvandertc Familie ans acht Personen bestehend von den sogenannten „Sabbatiancrn" in Ungarn ins Jlldcuthum ausgenommen. Dieselben sind materiell gut situirt und beabsichtigen sich als Kolonisten in Palästina niederzulasscu. Feuilleton. Aer Konrier. Historische Erzählnng^von S. Kohn. (Verfasser von .Gabriel.") (Fortsetzung.) Der dem höchsten Adel angehörende Officier schien voll dem Tone des Doktors verletzt und sprach gereizt: „Ich muß es Ihnen nur offen gestehen, es erscheint mir nicht ritterlich, sich in die Geheimnisse eines Todtcn, der dies nicht zu verhindern vermag, einzndringen. Sind Sie nicht auch meiner Anficht, geistlicher Herr?" hatte der Fürst an meine Entscheidung appellirt. „Ich kam nicht dazu, meine Ansicht auszusprechen, denn der Doktor antwortete rasch:" „Euer Durchlaucht, Sie sind Ihrer Geburt, Erziehung imd Gesinnung nach Hocharistokrat, ich bin eines armen Bauern Sohn, ein Plebejer — in Ihren Kreisen mögen andere Anschauungen gelten, als in meinen, womit ich aber durchaus nicht behaupten will, daß sie die bcffcrn sind; aber zu Ihrer Beruhigung will ich Ihnen sagen. Durchlaucht, das; die Franzosen, welche sich mit Vorliebe die ritterliche Nation nennen, dem Grundsätze huldigen: Im Kriege gelten alle Mittel: auch Lüge, Betrllg, einen Grundsatz, den ich, der Plebejer, verabscheue. Marschall Lannes hat im Tecember 1805 den österreichischen Fcldmarschall-Lieutenant, Fürst Karl Auersperg-Trautson, dadurch belogen, daß er vorgab, es sei ein Waffenstillstand abgeschlossen, der ehrliche, österreichische Edelmann traute dem französischen Filou, ließ die Donanbrücke nicht — wie er erhaltenen Auftrags gemäß gesollt — abbrechen, beförderte so den Uebergang der Franzosen und brachte die Hanptarmee in die höchste Gefahr. Seine Leichtgläubigkeit wurde hart bestraft, er wurde kassirt, seiner Orden beraubt, zur Festungsstrafe verurtheilt. Wenn wir in den Schriften eines verwundeten Gefangenen, der allerdings mittlerweile gestorben ist, Einblick nehmen, begehen wir nicht das allergeringste Unrecht, erfüllen wir nur unsere Pflicht." Der Regimcntsarzt, der schon während er so sprach, die Schriften entfaltet und aufmerksam durchgeschen hatte, brach jetzt plötzlich ab und rief erstaunt. „Ahl .... Die Schriften enthalten wohl nicht die geringste Aufzeichnung über die Stärke und Stellung der feindlichen, aber desto genauere über jene der verbündeten Armee. Sehen Sie Herr Fürst, er hielt ihm das Papier vor die Auge», die Gesammtstärke der Armee, die Zahl der Pferde, die Kanonen, die Stärke der einzelnen Korps . . . . jenes des Generals Barklay de Tolly, des Prinzen von Württemberg .... dann war der Doktor wieder in seinem leisen Lesen fortgefahren, um sich nach kurzer Zeit wieder mit einem lauten Ausrufe zu unterbrechen. „Herr Pfarrer, der Ort hier heißt ja Nenhof, nicht wahr? Es muß hier wohl einen Beamten geben, der Arnsberg heißt? Ich finde hier ein Schriftstück, wie ich annehme, die Copie eines Berichtes an den französischen Oberbefehlshaber Grafen Vandamme, worin der Schreiber behauptet, die Daten von dem grand-bailli, ich glaube.

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