Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 9 (2.2.1885)
- Date
- 1885-02-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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151 verbrannt werden?" erhältst Du die Antwort: „Der Jude." Am überraschendsten und für unsere Konfession am vortheilhasLesten fällt der Vergleich aus, wenn man die Fähigkeit des ungarischen Volksschullehrerstandes in der ung. Sprache Unterricht zu ertheilen, in Augenschein nimmt. Wie aus dem Berichte ferner zu ersehen, fällt auch hier der Preis den jüdischen Lehrern zu. Denn es waren an 516 isr. Schulen 979 isr. Lehrer im Schuljahre 1883/4 augestellt und es Haben von ihnen, hieher nicht gerechnet, Diejenigen, die zerstreut im Lande an Staats¬ und Gemeinde - Simultanschuleu wirken, 944 mit Erfolg die ung. Sprache unterrichtet. Während zu den Lehrern, deren Zunge in der vaterländischen Sprache nicht geläufig, auch hier die griechischorientalische Glaubensgenopenschaft das größte Kontingent lieferte: sie nämlich 4i°/0; die Äugsb. 29°/0 und die römisch-katholische 10°/0. Zur besseren Veranschaulichung und damit Schamröthe das Gesicht unserer Feinde überftuthe, so sie zur Ansicht bekommen, daß wir in der Erziehung unserer Kinder zu treuen Staatsbürgern den Bedarf an Lehrern, die in ihnen die Liebe zum Vaterlaude anfachen, faktisch decken, möge hier auch der Ausweis derjenigen Lehrer, die im vergangenen Schuljahre die Fähigkeiten besaßen, in der ung. Sprache Unterricht zu ertheilen, specisicirt nach Konfessionen folgen. Von 22,984 in Wirksamkeit gewesenen Volksschnllehrern hatten diese Fähigkeit unter 68 Lehrern unitarischer Konfession . 68— 100 % tt 2870 tt helv. ref. . 2873— 99 % tt 816 tt an Staatsschulen . . 806— 88,8% tt 979 tt isr. Confes. 944— 96,4% n 54 tt an Vereinsschulen . . 52— 96,3% tt 320 tt an Privatschulen . . 304— 96 % tt 3665 tt au Gemeindesimultanschul. 3476— 92,1% ft 7826 n röm.-kathol. Konfession . 7114— 90,9% tt 2141 n angsb. evgl. 1538— 71,8% n 2180 n gricch.-kath. 1540— 70,6% tt 2062 tt griech.-orient. 1223— 59,8% Unter an llerlei speciell an 16,000 Schulen angestellten 22,984 Lehrern waren demnach summa summarum 19,835—86,29% solche, die der ung. Sprache mächtig waren und unter ihnen nehmen, wie die Zahlenreihe ausweist, nach den an Staatsschulen angestellten Lehrern die jüdischen den 4. Rang ein, ein Plätzchen, das wir stolzen Hauptes registriren. Des Interessanten bietet ferner der mehrerwähnte Bericht in Bezug auf die statistische Zusammenstellung der schulpflichtigen Kinder. Diese machten im abgelaufcncu Schuljahr von Seite der jüd. Konfession aus 79,299, eine Summa, die im Vcrhältniß zu der Scelenzahl der gesammtcu jüdischen Einwohner in Ungarn, welche 630,000 betrifft, den Perzentsatz von 7,9% gibt und wonach aus je ein Lehrer 81 Schüler im Durchschnitte fallen; allein 27°/0 besuchte die Schule gar nicht und daraus ergibt sich wieder der Schluß, daß, - wiewohl die Höhe dieses Perzentes nur dem Umstande zuzuschreibeu ist, daß die Juden auf dem Lande iu Dörfern und Pußten zerstreut wohnen, mithin nicht im Stande sind, eine öffentliche Schule selbst zu unterhalten, die ung. Judenheit noch sehr Vieles nachzuholen hat, auf dem Gebiete des Jugendunterrichtes. Während die schulpflichtigen, aber die Schule nicht besuchenden Kinder, von Seite anderer Konfessionen nach den nachstehenden Perzentsätzen zerfallen : Seitens der angsb. evangelischen 12°j0 „ „ römisch-katholischen. 15°/0 „ „ helvetischen . . . 21% „ „ Umtauschen . . . 24% „ „ griechisch-oriental. . 33°/0 „ „ griechisch-katholischen 43% Erfreulich ist indes;, daß die Zahl der schulpflichtigen Kinder bei der jüdischen Konfession seit dem Jahre 1869 mit 129,4°/.. zunahm, eine Zunahme, die Seitens anderer Konfessionen nicht zu constatiren ist; bei der griechisch-katholischen hat sie sich nur um 36,4°/« vermehrt; bei der augsburger evangelischen nm 39,7°/«.; bei der helvetischen um 49,5°/<>; bei der römisch-katholischen um 56°/o und bei der griechisch-orientalischen schon nm 117,3°/». Zum Schluffe thut der Artikel noch des Umstandes Erwähnung, daß der Bericht die zu Schulzwecken verwendeten jährlichen Opfer nicht besonders nach Konfessionen aufrechnet, sondern sie nur mit der runden Zahl von 12 Millionen fl. ö. W. angibt, wiewohl er dabei bemerkt, das; selbe seit dem Jahre 1869 ums vierfache angewachsen sind; allein für unsere Schulen können wir daraus keinen Schluß ziehen; wenn wir selbe dennoch mindestens beiläufig angeben wollen, so können wir es nur auf dem Durchschnittswege thun, und zwar also: