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Der Israelit · 1885-02-02 · Heft 9 (2.2.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 9 (2.2.1885)
Date
1885-02-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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150 halten wird, begonnen werden. Welche andere Schriften noch zur Aufnahme gelangen, soll näher mitgetheilt werden, sobald die Schwierigkeiten, welche die HerbeischaffnnHvon den diesbezüglichen Abschriften noch bietet, beseitigt sind. Fernere Beitritts-Erklärungen nimmt entgegen Dr. Berliner, Berlin, 151 Jnvalidenstraße. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wie». Der Generaldirector der galizischen Karl-Ludwigsbahn, Hofrath v. Sochor hat angeordnet, daß der Bedarf an Bürsten für diese Eisenbahn von den in dem Wiener isr. Blindeninstitut ausgebildeten Zöglingen, welche nach Galizien zuständig sind, angefertigt und geliefert werden. Dadurch ist den blinden Handwerkern eine ehrenhafte Existenz begründet. Es ist das der erst; Fall, daß ein Berkehrsinstitnt von dem Range der Karl-Lndwigsbahn blinde Handwerker mit der Lieferung des ganzen Bedarfs an einem Artikel beauftragt, mtb gewiß wird diese Thatsache nicht verfehlen, das Vertrauen in die Arbeit der Blinden in den weitesten Kreisen zu erhöhen und die Berechtigung, sowie die Bedeutung der Blindenbildung als einen Theil der allgemeinen Volksbildung zu beweisen. Nngvrrr. Der ung. Kultusminister hat, sowie in den vorigen Jahren auch Heuer, einen foliantgroßen Bericht auf den Tisch des Abgcordneten-Hauses gelegt, der das Bild des gesammten Kultur- und ttnterrichtswescns in Ungarn vollständig aufrollt. Unter andern lehrreichen und interessanten Daten, die im solches ministerielles Referat enthält, ziehen ganz besonders jene unsere Anfmerksamkeit auf sich, die auf das ung. isr. Schulwesen sich beziehen. In der That sind dieselben diesmal derartiger Natur, daß sie eines jeden Israeliten Herz freudig anschwellen und mit Genugthnung erfüllen müssen, wenn er, der Gelegenheit hat zu erfahren, wie ein ung. Parlament gewisse Landesdeputirte sich nicht entblöden, gegen die ung. Jndenheit die Anklage zu erheben, daß sie mit dem Genius des magyarischen Volkes nicht betraut, beffeu neuesten Bestrebungen, die Unterrichtsanstalten alle in echt ungarischem, nationalem Geiste zu pflegen und zu erhalten, fernbleibt, nun in diesem Berichte die lauteste Widerlegung dieser Zeihung in der zuverlässigsten Weise, in von staatlicher Seite statistisch erhobenen Zahlen ausgedrückt sieht. Ich meine demnach, der Leser des „Israelit" wird mir nicht übel wollen, wenn ich, um sie weiteren Kreisen zugänglich zu machen, einen Artikel aus der jüngsten Nummer der ung. Monatschrift „Etesito," dem Organe des ung. isr. Landeslehrervereines hier reprodnzire, der diese Daten parallell mit denen der andern Confessionen znsammenstellt und sich darüber wie folgt äußert: Besondere Anfmerksamkeit verdienen jene Stellen im Berichte, die den Unterricht der nng. Sprache als einen im Sinne des XVIII. Gesetzartikels vom Jahre 1879 obligaten Lehrgegeustand, beleuchten. Die diesbezüglichen, unsere Confession betreffenden Ergebnisse stellten sich also heraus. Im Schuljahre 1883/4 waren zusammen 16,090 Volksschulen im Lande, davon waren 516 oder 3,12 °/0 isr. Confession und unter diesen wieder 350, wo die ung. Sprache als Unterrichtssprache gebraucht ward. Während von 8347 solcher Elementarschulen, wo die ung. Sprache nicht als Unterrichtssprache gebraucht wurde, blos 166 israelitische bezeichnet werden und auch von diesen haben, wie der Bericht sagt, 82—49 °/0 mindestens in 2. Linie die vaterländische Sprache als Lehrgegenstand ausgenommen. Specificirt nach Confessionen resultiren sich in Bezug auf Schulen, die die ung. Sprache als Unterrichtssprache gebrauchten, folgende Prozentsätze: Die Unitarier (welche im Punkte der Beibringung der Staatssprache aller Confessionen vorangehen) ganze . . . . 100 °/0 Die helvet. ref. Confession.98,1®/, Die israelitische. 67,8®/, Die röm. katholische.55,9°/0 Die Augsburger evangelische .... 22,5-/, Die griechisch-katholische .. 6,4-/, und schließlich die griechisch-orientalische Kirche aus ihren 1807 Volksschulen den verschwindend kleinen Bruchtheil von 0,04-/, blos. Aus Angeführtem ist sonach zu ersehen, daß die isr. bonfession verhältnißmäßig das Meiste dazu beiträgt, daß der magyarische Geist und das nationale Gefühl im Vaterlande genährt werde, da sie sich hierin unter 7 Glaubensgenoffenschaften nur von zweien, von der nnitarischen und der reformirten nämlich übertreffen läßt, während die römischkatholische, die zur gesammten Einwohnerzahl 47-/, gibt, blos die 4., die Augsburger die 5. Rangstufe einnehmen und die andern 2> dem Lande 3 Millionen Einwohner gebenden, mit Autonomierechten versehenen und auf ihre Nationalität stark pochenden Confessionen, die griechisch-katholische und die griechisch-orientalische, trotz Gesetzes und trotz allgemeinen Magyarisirungsansturmes so gut wie gar nichts mehr thnn, daß ihre Kinder patriotisch erzogen werden. Und dennoch, fragst Du: „Wer soll

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