Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 9 (2.2.1885)
- Date
- 1885-02-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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145 des allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummen-Jnstitutcs" das Bügerrccht der Stadt Wien taxfrei zn verleihen. Mit Legaten wurde die Anstalt bedacht: von dem seligen Herrn Anton Ascher fl. 300 Papier- Rente, zur Sicherstellung eines Jahresbeitrages für immerwährende Zeiten, von der seligen ftrau Franziska Zappert fl. 400 ö. W., welche in fl. 500 Papierrente angelegt wurden und deren Zinsen zu Jnstitnszweckcn verwendet werden. Herr Bernhard Kohn spendete vier serbische Loose — 400 Francs, bereit Zinsen als Jahresbeitrag auf immerwährende Zeiten für seine verstorbene Gattin zu gelten haben. Dem Vorstande der israelitischen Eultnsgemeinde bringen wir den Dank dar für die der Anstalt zugewendetcn zweckdienlichen Bücher aus der Bibliothek der anfgelaffencn Rcligionsschule in der Seitcnstettcngaffe. Herr Moritz Poltak Ritter von Porkenau machte die Mitthcilung, das; der Vorstand der Eultns-Gemeiude ihn zu seinem Präsidenten gewählt hat und daß er bemüht sein werde, die Anstalt jederzeit nach Kräften unterstützen zu wollen. Für dieses freundliche Entgegenkommen sprechen wir unfern verbindlichsten Dank aus. Unseren besonderen Tank statten wir ab, dem k. k. Notar, Herrn Tr. Emauucl Schiffmann, welcher in cdelmüthiger Mise, mit Berzichtleiftung nicht nur der Taxen, sondern auch selbst seiner baarcn Auslagen, mehrfach die Ausfertigung amtlicher Documcnte mit aller Bereitwilligkeit besorgte, den Zahnärzten Doccnt Herr Dr. Fr. Brum und Herrn Dr. A. Mittler für ihr Anerbieten, den Zöglingen des Institutes jede zahnärztliche Hilfe unentgeltlich angedeihen lassen zu wollen, ebenso dem Herrn Albert Brandeis, der, wie schon seit vielen Jahren, auch in diesem Jahre wieder, die Feuerversicherung des Instituts-Gebäudes und der Mobilien ans Eigenem im Betrage von fl. 35,39 bestritten hat. Im Schuljahre 1883/84 befanden sich im Institute 91 Zöglinge und zwar 56 Knaben, 35 Mädchen, von denen 15 den vollen Verpflegsbeitrag leisteten, während 5 durch die k. k. nicderösterr. Statthaltcrci aus der Bertha Müllncr'schen Stiftung, 12 ans dem ungar.-isracl. Schulfoude, 6 aus dem mähr.-israel. Landesmassafonde, 12 auf Grund von Privat-Stiftungcn und 32 unentgeltliche Aufnahme fanden. Die Einnahmen betrugen 35584 fl., die bis auf 3354 fl. verausgabt wurden. Pefth. Seit Jahren erhielten sämmtliche Eoufcssioncn, die in Zegled Gemeinden "bilden,- also auch die jüdische, 20—30 Joch Feld und l2—30 Klafter Holz von den in der Nähe der Stadt liegenden Gütern des sogenannten Neligionsfonds. Die katholische, lntheranische und protestantische Eonfession erhielten diese Schenkungen auch in diesem Jahre, die Juden aber gingen leer aus. Diese Ausschließung der Juden von der Berthcilnng geschah auf Veranlassung des Enltnsministers Trefort, welcher dem isr. Eultusvorstand, der dieserhalb bei ihm vorstellig war, die Antnwrt gab, daß die Inden keinen Anspruch ans den katholischen Religionsfond hätten. Das ist wohl richtig, und würde der Vorstand überhaupt keine Forderung an diesen Fond gestellt haben, wenn nur die katholische, und nicht auch die lntheranische und protestantische Confession bctheiligt worden wäre. Eine Deputation der isr. Gemeinde hatte vorige Woche dieserhalb eine Audienz beim König, welcher derselben nach Vortrag der Sachlage die Antwort gab: Ich werde mir die Sache angelegen sein lassen, und wenn es .sich Herausstellen wird, daß die übrigen Eonfcssionen betheilt worden, so seien Sie versichert, daß auch die jüdische Gcnieinde einen Antheil erhalten wird. Diese Angelegenheit hat mehr als lokales Interesse. Tie Antwort des Königs bedeutet in erster Reihe eine bittere Pille für den Eultusminister, außerdem sind auch in anderen Gemeinden des Landes ähnliche Verhältnisse wie in Zegled und die Entscheidung der Krone wird für das ganze Land entscheidend werden. (Pest. Isr. Zig.) Adamhof, 28. Januar. Bezugnehmend auf die in Nr. 6 vom 16. d. ans Sablonitz (?)datirte Eorrespondenz erlaube ich mir im Interesse der Wahrheit folgendes mitzuthcilen: Allerdings haben Sc. Majestät der Kaiser, als ich vor 4 Jahren in Folge wiederholter Mißernten um Pachtnachlnß ansnchte, mir in seiner allbekannten Huld und Güte denselben im Betrage von 400 fl. für die Zeit der Pachtdaner zu bewilligen geruht, doch ist mir nicht bekannt, daß der hies. Gntsverwalter sich dagegen im ungünstigen Sinne geäußert hätte und stehe ich mit dem betreffenden Herrn, wie jederzeit, im besten Einvernehmen und kann mir nicht denken, das; er als Ehrenmann sich in dem angegebenen Sinne ausgesprochen hätte. Was Herrn A. anbelaugt, so habe ich nicht die Ehre ihn zu kennen und ebensowenig die Motive, die ihn zu seiner mindestens sonderbaren Handlungsweise veranlaßten, erkläre aber hiermit, künftig weder