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Der Israelit · 1885-01-26 · Heft 7 (26.1.1885) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 7 (26.1.1885)
Date
1885-01-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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uutcvitüßc«. Gern möchten wir für diesen Zweck eine noch viel größere Summe verwenden, wenn es unsere Mittel nur erlaubten; jedoch geben wir uns der angenehmen Hoffnung hin, das; der Wohlthätigkeitssinn unserer (Glaubensgenossen immer kräftiger pnlsircn und so zur' Verwirklichung dieses hohen Zieles in ausgedehnter Weise beitragen wird. Das im vorjährigen Rechenschaftsberichte erwähnte Bittgesuch, welches die hiesige Talmnd-Thora- Schule an das hohc.Kgl. Staatsminiftcrium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten richtete, auch den israelitischen Präparandcnlehrern Altersznlagen und Pension zu gewähren, wurde von hoher Stelle, ans prinzipiellem' Bedenken, abschlägig beschiedcn. Sowohl für den naturgeschichtlichen, als auch für den geographischen Unterricht wurden in diesem Jahre wieder neue Lehrmittel angeschafft. Bon den Schülern des Oberknrscs traten sechs in die israel. Lehrerbildungsanstalt zu Würzbnrg ein. Zwei Schüler des Mittelknrses bestanden die Aufnahmsprüfung an dem israel. Seminar zu Köln mit guten! Erfolge. Die Frequenz unserer Anstalt blieb hinter der in früheren Jahren nicht zurück: sie wurde von 6:! Schülern besucht. Schon seit mehreren Jahren macht sich der Mißstand fühlbar, daß Knaben, namentlich aus Hessen, erst in vorgeschrittenem Alter zur Vorbereitung der hiesigen Schule übergeben werden. Auf die Beseitigung dieses pädagogischen Fehlers möchten wir hindurch 'hinwirken, denn wenn irgendwo der Gumdsatz: Z'Iumoell 1'rmrrr ul pi (larkau“ „Bestrebe dich, den .Knaben frühzeitig in die Pflichterfüllung einznführen," seine Geltung hat, so ist dies hier der Fall. Die Einnahmen betrugenoto« M.; die Ausgaben 6964 M. Aus Thüringen. Am 8. Januar d. I. wurde in Eisenach die neuerbaute Synagoge eingeweiht. Die Eisenacher Zeitung berichtet hierüber Folgendes: Wie dieser Tage angckündigt, hat heute Vormittag Uhr die feierliche Einweihung der neuen Synagoge stattgefnnden. Nachdem die Mitglieder der Gemeinde und viele Eingeladenen aus hiesiger Stadt und anderen Orten in der schön ansgeftatteten und zu Ehren des Tages mit Grün hübsch geschmückten Synagoge Platz genommen — im Schiff die Männer, auf den Emporen die Frauen —, begann die Feierlichkeit außen mit Uebcrreichung des Schlüffels durch Herrn Fischer als Stellvertreter des leider erkrankten Bauleiters Herrn Architekt Hermann Hahn unter entsprechenden Worten an Eultnsvorstehcr Backhaus;, der mit Dank und der Bitte, daß dieses Gotteshaus dem Schutze der Stadt empfohlen sein möge, das Hauptportal erschloß. Unter dem Gesänge des Psalms „Gesegnet, die da komme» im Namen des Herrn" betrat der Fcstzng, dem Kinder mit geschmückten Stäben vorangingen, die Vorhalle und danach unter weiteren Gesängen das Innere des Tempels. Vier geschmückte Gesetzrollen wurden vorangetragcn, worauf der Großherzogliche Landrabbiner Herr Dr. Salzer, die Herren Bezirksdirektor v. Bcnft, Geh. Regierungsrath Roese, Bürgermeister Peffer, die Herren vom Gcmcindcrath und Kirchengcmeindevorstand und die israelitischen Enltusdeputirteu folgten. Nachdem die Gesetzrollenträger am Altar Ausstellung genommen, wurde voni Vorderer das Gebet „Wie schön sind deine Zette" vorgetragcn, worauf unter Wechselgefängcn feierlicher Umzug und Einstellung der Geschrocken in die heilige Lade erfolgte. Der hiermit verbundene, vor der heiligen Lade vom Landrabbiner vollzogene Wciheakt machte auf alle Anwesende einen sehr erhebenden Eindruck. Worte des Dankes und der Fürbitte, wie sie treffender und geeigneter nicht gewählt werden konnten, kcnnzeichneten die Bedeutung der Erbauung dieses Gotteshauses in unserer Stadt. Nach dem rituellen Gebet für das Großherzogliche Haus und das Vaterland, vom Landrabbiner vorgetragen, folgte der Gesang „Sammelt euch, o Brüder" und dann die Weihepredigt des Landrabbiners. Dieselbe knüpfte nach erhebender Einleitung an das Psalmwort 145,18 an. „Nahe ist der Herr Allen, die ihn anrufen in Wahrheit." Und wir gestehen, daß es eine ausgezeichnete Weihepredigt war, die Herr Dr. Salzer hielt, ausgezeichnet durch ihre tief religiöse, wahrhaft humane und dabei doch dem Ncligionsbekenntniß voll gerecht werdende Haltung. Der Prediger schilderte die Bedeutung und den Werth des Gotteshauses in so. fesselnder Weise, das; die andächtige Versammlung ihm mit gespannter Aufmerksamkeit folgte. Für nahe und ferne Kreise würde Herr Dr. Salzer sich Dank erwerben, wenn er diese Predigt veröffentlichen wollte. Auf den Gesang „Die Himmel erzählen Gottes Ehre" hielt der Landrabbiner ein sehr erhebendes Schlußgebet, in das er das Großherzogliche Haus, Kaiser und Reich, das Vaterland und dessen Regierung, unsere Stadt, deren Obrigkeit und und Bewohner, die israel. Gemeinde und deren Vorstand, den Bauleiter und dessen Mitarbeiter einschloß und besonders auch Alle, ohne Unterschied des Bekenntnisses, die zu Gott bitten oder ihm danken, der göttlichen Gnade empfahl. Ein dreifaches Amen schloß das Gebet und auch die Feierlichkeit, die auf

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