Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 7 (26.1.1885)
- Date
- 1885-01-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Sunset L5ox ffiflt diesem Handschreiben erläuternd hinzu, das; dasselbe allerdings zurückhaltend im Ausdruck sei und sein müsse. Doch lasse es den Standpunkt unseres zukünftigen Präsidenten unmißverständlich hindnrchblickcn. Es sei im Geiste eines wahrhaft demokratischen Staatsmannes abgefaßt. P a l ä st i n a. Der Erlaß, welchen die türkischen Gesandten in Betreff der Einwanderung von Israeliten nach Palästina im Namen ihrer Regierung den ihnen miterstclltcn Generalkonsuln und Konsularbeamten haben zngchen lassen , lautet nach dem „Deutschen Tagbl." folgendermaßen -. „Herr Generalkonsul! In Ansehung der Unznträglichkeitcn, welche in Palästina durch die Menge von Israeliten verursacht werden, die von allen Seiten Herkommen, um sich daselbst niederzulassen, hatte die kaiserliche Negierung die Auswanderung derselben nach diesem Theile des Kaiscrthums verboten. Nichtsdestoweniger gelang es einigen unter ihnen, unter dem Vorwandte von Pilgerreiscn oder Handelsgeschäften Einlaß in das Land zu erhalten, sich dort anzusiedeln und unter Erweckung eines falschen Scheines in der That einzuwandern. Um nun für diese Verhältnisse eine Grenze zu schaffen, hat die kaiserliche Regierung beschlossen, vom Auslände kommenden Israeliten nur unter folgenden Bedingungen Zutritt in Palästina zu gewähren: 1) In ihrem Paß muß ausdrücklich stehen, daß sie als Pilger, nicht aber, um Handel zu treiben, oder sich daselbst anzusiedeln, sich nach Jerusalem begeben. 2) Ihr Aufenthalt in Palästina darf unter keinen Umständen länger als einen Monat dauern. Die Israeliten haben sich ihren in diesem Sinne abgefaßten Paß von dem zuständigen türkischen Konsul visiren zu lassen und sind gehalten, bei ihrer Ankunft sich mit einem Erlaubnißscheine für ihren Aufenthalt von den kaiserlichen Behörden zu versehen. Diese Erlaubnißscheine sind in der gleichen Weise wie die Pässe zu fassen. Ausweisungsordres für Israeliten, welche sich in jene Gegenden begeben, um dort Handel zu treiben, sind um so berechtigter, als Palästina durchaus kein Land für den Handel ist, so daß also ein solcher Grund offenbar nur als Vorwand für die Bemäntelung einer Einwanderung dienen soll. In Folge Befehls der kaiserlichen Regierung ersuche ich Sie, Herr Generalkonsul, diese Maßregeln denen, welche es interessirt, bekannt zu geben. Gleichzeitig sind dieselben davon zu benachrichtigen, daß denen, welche sich nicht hiernach richten, der Eingang in Palästina wird verweigert werden. Aer Konrier. Historische Erzählung von S. Kohn. LAN (Verfasser von .Gabriel.") (Fortsetzung.) Der Generaladjutant hatte sein Notizbuch aus der Brusttasche seines Waffenrockes hervorgeholt und während der Kaiser sprach, sich eifrig Notizen gemacht. Der Monarch bemerkte dies und sprach mit gnädigem Kopfnicken zu Baron Kutschern: „Sie haben doch alle meine Entschließungen gehörig vorgemerkt?" dann sich wieder an mich ivendcnd: „Ist er zufrieden, Wachtmeister Auritz, oder wie er bald heißen wird Wachtmeister Blochner?" Ich habe es euch schon gesagt, meine Lieben, ich war wie betäubt; der merkwürdige Umschwung aller unserer Verhältnisse war mit unglaublicher Plötzlichkeit erfolgt, der Wechsel war für Menfchenverhältniffe fast ein zu jäher! SechsunddreißigStunden früher, hätte ich jeden für einen Wahnsinnigen gehalten, der mir prophezeihet hätte, ich würde frei, euch zurückgegcbcn, als freier Mann in meine Heimath zurückkchrcn, wieder in euren Kreis treten; - ich hätte jeden für wahnsinnig gehalten, der cs ausgesprochen hätte, daß ich plötzlich, unerwartet, das mir unerreichbar scheinende Ziel erreichen, Lea als meine Gattin werde heimführen können; — und nun hatte durch Gottes geheiligten Willen, durch ein wunderbar gefügtes Zusammentreffen von Ereignissen, ein Moment, das Machtwort des Kaisers Altes wunderherrlich gelöst! Ich glaubte zu träumen, fürchtete in dem nächsten Momente aus dein schönen goldenen Traum, zu düsterer Wirklichkeit zu erwachen .... aber ich stand dem Kaiser, dem höchsten Herrn auf dieser irdischen Welt, meinem mächtigen Wöhlthäter und Erretter gegenüber, und ich mußte fast übermenschliche Kraft aufbieten, mich zu sammeln, nicht in wilden, tollen Jubel auszubrechen, nicht vor dem Kaiser nicderzusinken, seine Knie zu umfassen! .... ich war ja noch Soldat .... ich mußte dastehen, starr unbeweglich, wie eine Statue und durfte nur sprechen oder vielmehr stammeln: „Euer Majestät, den tiefsten, allerunterthänigsten Dank für die allerhöchste Huld und Gnade — aller-