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Der Israelit · 1885-01-19 · Heft 5 (19.1.1885) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 5 (19.1.1885)
Date
1885-01-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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83 Mitglieder und Kinder, welche sich dieser Funktion mit aller Hingebung unterziehen, kurz Verwaltung und Publikum wetteifern in der Hochhaltnng des Gottesdienstes. . Die Realschule fährt fort, die Zugend für Thora und Derech Erez heranzubilden und erfreut sich auf beiden Gebieten des besten Erfolges, ihr reiht sich bestens die Volksschule an, die nach kaum 3jährigcm Bestehen über 150 Schüler und Schülerinnen zählt. Die Mikwc, die schon in ihrer jetzigen Ausdehnung allen berechtigten Ansprüchen entspricht und einen Comfort, wie keine zweite ähnliche Anstalt besitzt, wird bald durch Fertigstellung des im Umbau begriffenen älteren Theilcs für alle Eventnalttäten ausreichende Größe gewinnen. Das von Herrn Baron Wilhelm C. v. Rothschild gegründete und erhaltene und unserer Verwaltung unterstellte Georgine Sara v. Rothschild'sche Hospital entfaltet fortgesetzt eine gesegnete Wirksamkeit zn Gunsten armer Kranken. Die Kaschruthanstalten verbinden Zweckmäßigkeit mit sorgfältiger Handhabung der religiösen Vorschriften. Die Fleischhallcn consumirten 1647 Ochsen, nahezu 14°/0 des städtischen Consnms von 12057 Stück, es ist dies ein Beweis, daß auch Nichtmitglieder in hervorragendem Maaße Abnehmer dieser Institute sind. Nicht allein das Schulhaus, auch das Gemeindehaus bildet thatsächlich ein Lchrhans. Kaum sind die Küidcrstimme» verhallt, welche in die Kenntnis; unserer Religion und in das für das Leben nöthige Wissen durch die Volksschule eingeführt werden, so versammeln sich dort Vereine, welche sich das Studium der heiligen Thora zur Aufgabe setzen. Die Vereine Mckor-Chajim, Lifjas-Chen, Ez- Chajim, der v'v-Berein, die Gcmiluth Ehasodim und die Kibronim Chevra halten in diesem der Thora und Awauda gewidmeten Hause ihre Lchrvorträgc ab, und so wirkt die Rcligionsgesellschaft in ihrer Gesammthcit wie in ihren einzelnen Mitgliedern für die Erhaltung unserer heiligen Religion. Der Bericht schließt mit dem Wunsche, daß der Allgütige diesen Bestrebungen auch ferner seine Huld zu Theil werden laffe und daß er denselben seinen allbefruchtenden Segen ertheile. Wir sprechen hierzu wie die Versammlung ein inniges: Amen! Frankfurt a. M. In der außerordentlichen General-Versammlung des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina wurde der Verwaltungsrath für die nächsten Jahre wie folgt erwählt: Alfred Geiger, Charles Hallgarten, Leopold Hamburger, Arthur May, Jakob S. Posen, Felix Sachs, M. T. Sondhcimcr. sämmtlich in Frankfurt a. M., M. I. Vodcnstcin, Jacob Hamburger, Stadtrath Lachmann, G. Löwenberg, Rabbiner Dr. Nngerleider, sämmtlich in Berlin, Prof. Tr. Grätz in Breslau, Eommerzienrath S. Jaffa in Posen, Ascher Leviin Polziu und Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim. Außerdem gehört dem Verwaltungsrath Herr Henry A.Franklin in London als Kurator einer größeren Schenkung an. Im verflossenen Jahre gingen an Spenden ca. 3800 M., an Beiträgen ca. 2000 M., an Zinsen ca. 3000 M., an Gaben zum eisernen Fonds und Legaten 2400 M. ein; für Kosten der Waffenerziehung waren ca. 10,000 M. erforderlich. Im Ganzen zählt die Anstalt in Jerusalem 14 Interne und 16 Externe. Der dortige österreichisch-ungarische Konsul Ritter von Strauß hat die Anstalt besticht und sich befriedigt über den Zustand und die Kenntnisse der Zöglinge ausgesprochen. Ebenso zwei (?) Herren aus Amsterdam, die zugleich die Zinsen eines größeren Betrages zur thcilwcisen Deckung der Kosten für einen weiteren Waisenknaben zur Verfügung stellten. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Prag, 7. Januar. Gestern Abend hielt Herr Obcrrabbkner Hirsch einen iDcn über den verewigten Landcsrabbincr Rabbi Abraham Placzck 7'r, in der hkcs. Altneusynagoge, ab. Die Räume dieses altchrwürdigcn Gotteshauses waren zum Erdrücken voll, was sowohl für die Beliebtheit des Redners, als auch für die Werthschätzuug der Thora in hiesiger Gemeinde, denn es galt ja der Trauer über den Verlust eines ihrer hervorragenden Träger Ausdruck zu geben, ein ehrendes Zengniß ablcgt. Der Redner hob hervor, wie schwer das Judenthnm gerade durch diesen Verlust betroffen wird, da der Verstorbene noch einer der letzten Repräseulanlen jenes Geschlechtes war, das im Thoraftudknm ausschlicßttch die Aufgabe seines Lebens erblickte, eines Geschlechtes, das die Pflege der geistigen Schätze des vieltauscndjährigen, jüdischen Schriftthnms mit Liebe und Hingebung, niit Eifer und Treue beförderte. Besonders hat' die Landcsjudcnschaft Mährens, deren Landcsrabbincr der Verewigte Dcccnnicu hindurch war, Grund zur Klage und Trauer, denn der Verewigte war noch rvtKCf mr/0ri in diesem Lande, wo einst die Thorapflege und die Thoraerkenntniß in höchster Blüthe stand. Denn wie es von Josef in unserem Wochenabschnitte heißt, daß mit ihm, als dem vornehmsten Vertreter jenes alten Geschlechtes, das in Tugend und Fröm-

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