Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 5 (19.1.1885)
- Date
- 1885-01-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Ich brauche dem vorstehenden Schreiben kaum ein weiteres Wort lnnzuzufügen, als das; eine Verurthcilnng der Stöcker'schen Agitationsweise um so schärfer wirken muß. wenn sie von einem wissenschaftlich und kirchlich so hochstehenden Manne, wie Herrn v. Octtingcn hcrrührt. Mainz, 15. Januar 1885. Dr. Ludwig Fuld, Rechtsanwalt. Zeitmrgsuachrichten «ud Correspoudenzen. Deutschland. 4-*^° Irankfurt a. M., 13. Januar. In der am 25. v. M. staltgehabten Generalversammlung der Jsr. Religionsgcsellschaft wurden, wie alljährlich, die erforderlichen Ersatzwahlen für die ans dem Vorstande und dem Ausschüsse austretcnden und nach dem Statut für die gleiche Körperschaft nicht wieder wählbaren Mitglieder vorgenommen, auch berichtete der Vorstand über Vorkommnisse und finanzielle Ergebnisse des mit dem 1. October zu Ende gegangenen Geschäftsjahres >883/84. Dieser Bericht enthält manches, was auch für weitere Kreise von Interesse sein dürfte, weshalb ich mir erlaube, Ihnen einiges daraus mitzutheilen. Zunächst wird constatirt, daß alle Anstalten der Religionsgcscllschast sich in befriedigender und erfolgreicher Wirksamkeit befinden und die Bürgschaft einer steigenden Consolidirung kn sich tragen. Der Religionsgescllschaft sind folgende zu den regelmäßigen Einnahmen nicht gehörenden Legate und Zuwendungen zugcflosscn: Ein Legat von M. 1800, das dem Reservefonds der Realschule, der dadurch eine Höhe von rund M. 24,000 erreicht hat, zugewiesen wurde, zwei Frcipläve an der Realschule wurden gestiftet und dafür der reglement-mäßige Betrag von je M. 2600 eingezahlt. Ferner wurde ein Schulgeldfond von M. 2000 gestiftet, dessen Erträgnisse dazu verwendet werden sollen, minderbemittelten Eltern die Zahlung des Schulgeldes zu erleichtern, endlich ist die Summe von M. 4000 tingegangen, um den Grundstock eines Unterstützungsfonds für Lehrer und Lehrerinnen der Israel. Volksschule zu bilden. Um diese Beträge hat sich das Activeapital der ReligionSgefellschaft erhöht. Die durch testamentarische Verfügung der Gnmpertz-Danu'schen Eheleute errichteten Stiftungen sind vor kurzem flüssig geworden und haben die Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers erhalten. Es bestehen solche in einer Anssteuerstiftung zu Gunsten solcher unbemittelter Mädchen, welche die erste Klaffe der höheren Töchterschule der Religkonsgesellschaft absolvirt haben und einer Talmnd-Thorastiftung zum Zwecke des Thora-Unterrkchts au junge Leute. Bide Stiftungen sind mit je Gulden 20u00 boiirt, woran jedoch die Erbschaftssteuer abzngehen hat. Tie Cultusscctiou, — die Cultuskaffe, die Synagogenkaffe, die Fleischhallen, das rituelle Bad, die Friedhofs- und Bcdek Habajith-Kasse enthaltend, hatte eine laufende Gesammteinnahme von rund M. 65900 und eine Gesammtausgabe von Ai. 57 600 so daß solche noch einen Zuschuß au die Schule von M. 9000 leisten konnte. Die Schule hatte eine Ausgabe von M. 98200 und titcl. des obigen Zuschusses von M. 9000 und der über M. 12000 betragenden Mitgliederbeiträge zur Schnlkaffe, Einnahme im Betrage von Ai. 92500, — so daß diese um M. 57OO hinter den Ausgaben zurückgeblieben sind. Trotzdem brauchte der Rcscrvcfond der Schule nicht in Anspruch genonimen zu werden, indem sich nur der Betricbsfoud der Schule um die obige Summe vermindert hat. Um die Einnahme zu erhöhen und die Enltuskaffe in den Stand zu setzen den ganzen erforderlichen Zuschuß zu leisten, werden die Preise der Synagogenplätze etwas erhöht werden müffen. Die Stiftungssection, 16 verschiedene Stiftungen umfassend, hatte eine laufende Einnahme von M. 14,400 und dagegen nur zu verausgaben M. 8600 was einen licberschuß von M. 5800 ergibt. Für die Badbaukasse sind weiter eingegangen Gaben von M. 3000., 500 und 50, so daß sich die Gesammteinnahme für diesen Zweck, auf M. 16,100 erhöht, während die bis jetzt geleisteten Zahlungen M. 30500 betrugen. Da diese Ausgabe» der Herstellung einer dauernden Werth behaltenden Anlage gelten, sind solche nicht aus den laufende» Einnahmen zu decken, und wird der Saldo dem Jmmobilien-Eonto zur Last geschrieben werden. Der Werth der Effekten hat sich durch vortheilhaften Tausch um M. 2000 erhöht, die dem allgemeinen Rcserveconto gntgebracht werden. Auf die einzelnen Anstalten übergehend wird zunächst bemerkt, daß die Synagoge fortfährt den gemeinsamen Anziehungspunkt für die Mitglieder zu bilde», die Würde des Gottesdienstes entspringt dem Anstandsgefühle der Synagogenbesucher, der Ehorgesang, der so wesentlich zur Hebung des Gottesdienstes beiträgt, geschieht nicht durch bezahlte Choristen, sondern durch jüngere