Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1885)
- Date
- 1885-01-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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diesem Resultate so glänzend zum Ausdrucke gelangt. Wer hätte es vor vier Jahrzehnten für möglich gehalten^ das; ein Palästinavcrein im Jahre 18S5 viele Tausende von Mitgliedern auf dem ganzen Erdkreise um seine Fahne würde vereinigen können? Hannover, 12. Januar. Zum Nachfolger des nach Karlsruhe gegangenen Herrn Dr. Schiffer wurde zum Stiftsrabbincr Hierselbst Herr Dr. M arcus-Olitzk i, Schüler des Rabbiner-Seminars zu Berlin, gewählt. Herr Dr. Olitzki wird in den nächsten Tagen sein neues..Amt antrctcn. Iarotschirr, 9. Jan. Bor wenigen Tagen feierten die Pietrkowski scheu Eheleute hicrsclbst das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Festrede für das würdige Jubelpaare, welches von Kindern, Enkel- und Schwicgcrkindern die aus Rah und Fern hcrbekgccilt waren, umgeben war, hielt Herr Rabbiner Bloch, welcher in herzergreifender Rede die Verdienste des würdigen Jnbilar's als Stadtverordneter und langjähriger Repräsentant der jüdischen Gemeinde hervorhob. Zahlreiche Deputationen, darunter auch Bürgermeister Goldring, übcrbrachten Geschenke und herzliche Glückwünsche. Oester r. - U n g a r. Ri o n a r ch i c. Nngvar, IT Tewcth. Wieder ist eine Größe auf dem Gebiete der jüdischen Literatur und des Talmuds, ein mnthigcr und enthusiastischer Kämpe unseres heiligen Glaubens zu seinen Vätern ins Jenseits heimgegangen, wieder ist ein Stern erster Größe am Horizonte jüdischer Gelehrsamkeit ins Grabe zur ewigen Ruhe bestattet worden in der Person des ’?n;n ptun p"Pi 2-> pnir om:« mo der nrO’in nirnc seine heilige Seele aushauchte. Ter Verstorbene, welcher ein hohes Alter erreichte, hatte viel zur Verbreitung der Gottcslehre bcigctragcn; viele Hunderte Talmndjüngcr lvarcn seine Schüler gewesen. An dessen Bahre hielten zwölfRabbinen D-iocn, ergreifende Reden und trugen dem allgemeinen Gefühle der Trauer Rechnung; auch unser weit über die Marken des großen Ungarntaudes berühmte Oberrabbiner Mannheimer gab seinem tiefen Schmerze über diesen großen Verlust in einer meisterhaft ausgeführtcn Trauerrede Ausdruck, die alle zuThränen rührten. Samuel Ungar. Ans Licbeubürgeu. In der Stadt Szaßrcgeu waren auch seit Jahren einige jüdische Stadtrcpräsentantcn gewählt. Seit mehr als 2 Jahren - - seitdem die Wogen der antiscmitischcu Agitation sich über Ungarn und Siebenbürgen ergossen,' negirte der Bürgermeister genannter Stadt die jüdischen Stadtverordneten ganz und gar, und ließ sie nicht von den stattznhabcndcn Sitzungen in Kenntnis; setze». Da diejüd. Repräsentanten nicht Mnth und Lust zeigten, für die ihnen zngefügte Beleidigung in die Schranken zn treten, so duldeten sic diese Zurücksetzung. Vor drei Monaten trat der gewesene Bürgermeister zurück, er m n ß t e zurücktreten, und ein neuer Bürgermeister wurde gewählt. Bei der ersten Stadtrathssitzung, welcher der ucugcwähltc Bürgerin, präsidirte, erwähnte er das den Israeliten zugefngtc Unrecht, tadelte das eigenmächtige Verfahren des Bürgerin, mit strengen Worten, als recht- und gesetzwidrig. Er protcstirte energisch gegen die grassirende Epidemie des Antisemitismus, die die freisinnige, j ud e n fr e u n d li ch e Stadt verheeren wolle, und ermahnte eindringlich, von dieser gefährlichen Bahn abzulassen und den Frieden zwischen den Eonfcsionen ausrecht zu erhalten. — So erhielt denn das geschmälerte Recht einigermaßen seine Genugthnnng. Der Renegat Berthold Stcrenyi, Sohn des ehemaligen Reform-Rabbiners voir Neupest, Enkel des großen Reformators Fasset von Groß-Kauizsa, wurde wegen Jusultirung eines städtischen Beamten zu dreimonatlichem Arrest vernrthcilt. Dieser fanatischer, verleumderischer Antisemit ivill nach Abbüßung seinerKcrkerstrafe ins Grauer erzbischöfliche Seminar eintreteu — um Geistlicher zu werden. In vergangenen Zeiten konnte ein solch wütheudes ttngcthüin für die Inden viel Unheil anstifte». Heute aber, selbst unter [einen autisemit. Anhängern, verfangen solche böswillige, verleumderische Worte nicht mehr. F r a n k r e i ch. Paris. Da bei der letzten staatlichen Zählung der Einwohner Frankreichs die Eoufcssion nicht berücksichtigt wurde, beabsichtigt das hiesige israel. Eousistorinm, um die Größe der isr. Gemeinde zu erfahren, eine spezielle Zählung aller dahier ansässigen Juden zu veranstalten!! Der Artillerie-Eskadronchef Edgard Wolf lvurdc znm Oberst-Licuteuaut ernannt. Paris, ll. Januar. Letzten Freitag hat sich eine Deputation der „Alliance Jsraclite Universelle" zu dem neu ernannten französischen Gesandten von Marocco begeben, um denselben zn bitten, die Inden in Tanger gegen die schrecklichen Hetzen der dortigen