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Der Israelit · 1885-01-15 · Heft 4 (15.1.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 4 (15.1.1885)
Date
1885-01-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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64 Bevölkerung zu schützen. — Der Gesandte, der die Deputation freundlichst empfangen, hat eine sofortige Äbhülfe resp. Einleitung von Untersuchungen zngesagt. — Unter den bei Gelegenheit des Jahreswechsel stattgehabtcn Ernennungen zu Mitgliedern der Ehrenlegion finden wir auch dieses Mal eine große Reihe jüdischer Namen. Edmund Moritz. Paris, n. Januar. Vorige Woche ist der bedenkende Journalist Mortier (Jsr.), (Redactenr des „Figaro") gestorben und wurde derselbe unter großer Bcthciligung zu Grabe getragen. — Herr Zadok Eahn und drei große christliche Gelehrte widmeten dem Verstorbenen Nachrufe. E. Ai. England. London. Der namentlich durch seine unermüdliche Thätigkeit für jüdische Interessen in den weitesten Kreisen bekannte Herr Samuel Montagn wurde von der liberalen Partei einstimmig als Parlamenlskandidat für Hamlets ausgestellt. Der Präsident des Wahlcomites, Herr E. N. Buxton sprach speziell von der Religion Montagus, welche mit unter den Gründen gehöre, die denselben für die Partei acccptabel erscheinen lassen. Was besonders bei dieser Eandidatnr hcrvorzuhcben, ist, daß sie von einem Geistlichen der engl. Kirche Nev. S. A. Barnet, dem sich ein anderer Geistliche Nev. Aday angcschlossen, vorgeschlagcn wurde. Liverpool. Unser Glaubensgenosse, Herr I. F. Ehrcnbachcr hat am 1. Jamlar 2000 Sack Kohlen und 1000 Pfund Fleisch vertheilcn lassen. Ein Fünftel erhielten die jüdischen Armen, für die das Fleisch selbstverständlich rituell znbereitet war, das klebrige wurde christlichen Armen gegeben. Manchester. Am l. Januar ließ der durch seine große Wohlthätigkeit allbekannte Herr Aronsberg durch die Geistlichen der verschiedenen christlichen Kirchen dahier und in Salford an 1000 christliche Armen je 0 Pfund Fleisch vertheilcn. R u M a u b. Petersburg, 11. Jan. Die hier vielfach bezweifelte Nachricht von der Bestätigung der neuen jüdischen Sekte „Nenisracl" durch den Minister des Innern ist thatsächlich erfolgt. Die Regierung ist der Bewegung nicht unsymphatisch; trotzdein wird ein Rückgang derselben gemeldet, da Mißtrauen gegen die Aufrichtigkeit des Gründers der Sekte entstanden ist. Minsk. Am ersten russischen Weihnachtstag (Dienstag den 6. Januar) begaben sich ein Russe und ein Jsraelite, anscheinend insehr vertraulichem Verkehr, ungefähr 12 Uhr, Mittags, in das hiesige Hütcl 'Nowo Moskowski und ließen sich daselbst zusammen ein Zimmer geben. Eine halbe Stunde später ging der Russe ans. Als er bis Abend sechs Uhr noch nicht zurückgekehrt war, begab sich ein Kellner in das erwähnte Zimmer, in welchem er den Ji . aelitcn mit durchschnittenem Hals am Boden liegen sah. Die Polizei fahndet eifrig nach dem Mörder, ohne indes; bis jetzt eine Spur gefunden zu haben, ebensowenig hat man Anhaltungspunkte für die Motive der That. O. L. A m e r i k a. Ncw-Aork. Das erst seit wenigen Monaten gegründete „Moutcsiore Home" für chronische Invaliden zählt bereits 650 Mitglieder, von denen für diesen Zweck 15000 Dollar gespendet wurden. Marokko. Der Großvczicr hat dem amerikanischen Eonsuln, Oberst Mathews angczeigt, daß er die Juden zu Demnar der Rebellion anklagen werde, und daß cs des Sultans Absicht sei, die von den Inden zu Demnat nach Tanger abgesandten Delcgirten als Aufrührer zn bestrafen. Tie in Tanger anwesenden Flüchtlinge haben den französischen Eonsul um seinen Schutz angegangen, welchen dieser auch versprochen hat. Die Lage der Inden im Innern Maroccos ist sehr gefährdet. Tie Thätigkeit, welche der amerikanische Eonsul zu Gunsten der Juden in Demnat entfaltet, ist über alles Lob erhaben; zn bedauern ist nur, daß er von seinen Eollcgcn, den Eonsuln der europäischen Mächte so wenig unterstützt wird. Von anderer Seite wird gemeldet, daß der Sultan den Gouverneur von Demnat zu den Moulondfeiertagen nach Fez eingeladcn habe und hofft man, daß die ehrenvolle Einladung nur ein Vorwand sei, um während seiner Abwesenheit eine gründliche und unparteiische Untersuchung über feine Verwaltung cinleitcn zu können. Qui vivra verra. Neuesten Nachrichten zufolge ist nunmehr auch der britische Eonsul in Tanger instruirt worden, bei der maroccanischen Regierung seinen Einfluß geltend zu machen, daß die Verfolgungen gegen die Juden sofort anfhörcn und der Gouverneur von D. bestraft werde.

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