Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1885)
- Date
- 1885-01-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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57 die formelle Erklärung abgcben: wir haben cs nicht gekonnt, macht Ihr es nun!" D r. We rn e r (als Antragsteller): „Ich verwahre mich dagegen, daß mein Antrag ein Mißtrauensvotum gegen unsere Verhandlungen enthält. Jeder hat es mit feinem Anträge gut gemeint. Lassen Sie uns die Hoffnung mit nach Hanse nehmen, daß wir vielleicht in späteren Jahren einen Plan festsetzen, vielleicht ist cs uns vergönnt, das schöne, ideale Werk des Gemeindebundes zu vollenden. Wählen Sie eine Commission aus bewährten Schulmännern! Eine Hoffnung zu viel hat noch nie geschadet, ein Plan zu wenig schon oft." Bei der Abstimmung fällt der Antrag Werner mit 8 gegen 14 Stimmen, dieN.esolntion Cornelius wird mit 15 Stimmen' a n g enommen. Präsident Dr. Bamberg er ergreift zur Schlußrede das Wort. M. H.! Wir haben zwar nicht in der ursprünglichen Form, aber doch in dem Geiste nach unser Ziel erreicht. Wir haben uns vor dem Vorwurfe der Leicht- und Eilfertigkeit gewahrt. Wir sind uns darüber klar geworden, daß in dieser kurzen Spanne Zeit von zwei Tagen eine solche Riesenarbeit nicht bewältigt werden kann. Wie jene fünf Herren in der Hagada die ganze Nacht über Israels Religion sich unterhielten ohne fertig zu werden, bis ihre Schüler kamen und sie ermahnten, daß cs Tag geworden und ihre Pflichten sie riefen, so ergeht es auch uns : In vielen Wochen könnten wir den Plan zu Ende bringen, aber wir sind hier nicht zu Hanse, die Schüler drängen uns, wir müssen heim zur Arbeit. Wir scheiden mit dem Bewußtsein, einen gemeinsamen Boden geschaffen zu haben, auf dem wir einstig fortarbeiten können. Auf Vorschlag Dr. Kirschstcins drückt die Versammlung dem Präsidium für die treffliche, unparteiische Leitung der Geschäfte seine« Dank durch Erheben von den Sitzen aus. Vorsitz des D.J. G.B. Geh. Rath Kristcler: „Zunächst habe ich eine Pflicht zu erfüllen, ehe ich schließe, die Pflicht des Dankes gegen die Verfasser der Normalpläue und der Gutachten, gegen die Referenten, gegen das Präsidium, Schriftführer und Quästor, gegen die Delegirte», denen wir so viel Dank schulden, gegen unseren Ehrenpräsidenten Steinthal für die vielen Stunden, in denen er mit ihnen, in denen er mit mir manchen Freitag Abend zusammengearbeitrt hat*) sowie gegen den hiesigen Gemeinde- und Schulvorstand. *) Don officieller Seite wird uns mitgetheilt, das; der Herr Redner sich in der Erregung des Augenblickes versprochen hat und vielmehr sagen tvsLtr: .manchen freien Abend." Res. Dr. Bambcrger hat Ihnen bereits einen Nebcrblick über die Resultate Ihrer Verhandlungen gegeben. Ich erinnere Sie an die Kirschstcinschen Worte, daß cs sehr nützlich gewesen sei, daß wir keinen Plan zir Stande gebracht haben. Es herrscht bei uns kein Gewissenszwang, wir wollen, daß jeder sich sagen und lehren kann, was er will. Um diese Freiheit zu wahren, sollen wir gar nicht darnach streben, einen einzigen Normalplan zu schassen, dies ist meine Uebcrzcugnng. Wir können zu solchen generellen Punkten gelangen und sagen: „Das ist der Stoff, das ist die Methode," aber die Verthcilung, den weiteren Ausbau müssen wir dem Glauben, dem Gewissen des Einzelnen und den Verhältnissen überlassen. Ich schließe mit den Worten: Jüngere Kräfte werden nach einer Reihe von Jahren sich zu einem Plane vereinigen, vielleicht zu zweien oder dreien, von denen sie sich sagen, daß sic besser seien, als die vom Jahre 1884. Aber mit dankbaren Blicken werden die Nachkommen einst auf alle die guten Vorarbeiten schauen, die seit vier oder fünf Jahren in dieser Angelegenheit unternommen worden sind." Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 9. Januar*). Vor einiger Zeit verstarb in N e w - A o r k Herr I s a k Honig, ein geborener Mainzer. Sein Bruder, Herr Joseph Honig und seine Schwester, Frau Rothschild, haben zum Angedenken an den Verewigten zwei Legate gestiftet, jedes im Betrage von 1949 Mark n Pf., das eine für die Unterrichtsaustalt der isr. Rcligionsgesellschaft zu Mainz und das andere für den Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer jüdischer Schulkinder. Diese wohlthätigen Stiftungen werden dem Verewigten sowohl wie den edlen Spendern ein dankbares Angedenken sichern. England. Liverpool, a. Januar. Herr B. Neugaß von hier, ein bekannter Philantrop und Wohlthäter der Armen, hat vor seiner ttebcrsicdlnng von hier nach London dem hies. jüd. Armcnvereinc den Betrag von 5000 Doll. (?) zukommeu lassen, deren Interessen zur Erlernung eines Handwerks für arme jüd. Jünglinge verwendet werden sollen. *) Wir wiederhol«! diesen Bericht aus der vorigen Nummer, wcilldaselbft einige, Crt und personen betreffende Angaben unrichtig wiedergegeben waren.