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Der Israelit · 1885-01-15 · Heft 4 (15.1.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 4 (15.1.1885)
Date
1885-01-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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56 erthcilt werden, sondern es soll der Unterricht im Hebräischen und in der Bibel dazu benutzt werden, die Grundlehren der jüd. Religion aus den dort niitgetheilten Worten zu begründen. Der sich hieran anschließende Antrag Kroner: „Der elementare Religionsunterricht knüpft sich an die biblische Geschichte und an das Hebräische an" wird angenommen. Die anderen Bestimmungen werden durch Annahme des folgenden Antrags erledigt: „Eine Anzahl wichtiger Bibclbcrse (besonders aus dem Gebctbuchc), die Festtage, der Festkalender, der Dekalog werden den Kindern zu eigen gemacht. In der Oberstufe systematischer Religionsunterricht: Hinweisung auf die Quelle der Rcligionslehre, Glaubens¬ und Pflichtenlehre, begründet aus der heiligen Schrift und der nachbiblischen Literatur." In der Nachmittagssitzung (4 Uhr) wird über die noch unerledigte Frage des G e s ch i ch t s u nterrichtes verhandelt. Auf Antrag Dr. Bärwald wird eine Commission eingesetzt, welche den generellen Bestimmungen über die Geschichte noch einige Bemerkungen über die Methode des Unterrichts vorausschicken soll. Der übrige Theil des Entwurfes über Geschichte wird angenommen. Mit der Erledigung dieses Punktes sind die vier Referate beendet. Nunmehr wird die Frage zur Discussion gestellt, wie das festgestclltc Material, die generellen Bestimmungen, praktisch zu verwerthen seien. Dr. Werner (Danzig) beantragt, daß auf Grund der von der Versammlung beschlossenen Bestimmungen nunmehr ein Normallehrplan von einer Commission ausgcarbeitet werden solle, welche die vier Referenten, die drei Präsidenten und zwei praktische Volksschullehrer bilden sollen. In der Discussion über diesen Antrag tritt Dr. Kroner (Erfurt) in warmen Worten für ihn ein. D r. I n t r o s i n s k y (gegen den Antrag- Werner) : „Es wird ein Normalplan festgellt, nachdem man sich nicht richten muß, sondern richten kann. Zur Ausarbeitung dieses Planes ist keine Commission nöthig. Wenn Sie die verschiedenen Lehrpläne (gemäß dem Vormittags angenommenen Antrag-Dr. Bärwald) an die Lehrer schicken, so wird der eine oder der andere nach irgend einem Plane arbeiten, seine Erfahrungen sammeln und sie dem D. I. G. B. einsenden. Der neue Normalplan muß voll den Lehrern ausgehen, nicht von den Gelehrten. Die Lehrpläne, die heute hier besprochen und bearbeitet worden sind, mögen für junge Leute von 18—20 Jahren sein, für Kinder enthalten sie viel zu viel und sind zu wenig einfach. Die Gelehrten haben nur an die Religion gedacht, der Elementarlehrer berechnet aber auch, was das Kind sonst noch zu lernen hat." Cornelius (Rotenburg) beantragte folgende Resolution - „Es ist wünschenswerth, daß die Normalplanfrage im Anschluß an das hier gewonnene Material Gegenstand der Berathungen in den Lehrerconfcrenzen werde und daß das Resultat derselben dem D. I. G. B. zur Zeit zugesandt werde." Dr. Zuckern» an de l: „Ich bin der Ansicht Werners; es ist wünschenswerth, daß der Normalplan ausgcarbeitet werde." Dr. Bärwald: „Wir sind mit dem ernsten Willen zusammen gekommen, uns über einen Plan zu vereinigen, aber es ist ganz evident zu Tage getreten, daß wir es absolut nicht können. Diametrale Gegensätze lassen sich hier nun einmal nicht vereinigen. Die einzige Möglichkeit besteht daher darin, daß wir sämmtliche Pläne mit den von uns angenoinmenen allgemeinen Bestimmungen in Brochürenform an die Lehrer versenden. Diese können dann von. den Lehrern, die langjährige Erfahrung besitzen, bearbeitet werden. Ich bin gegen den Antrag-Werner und für Cornelius." Dr. Prager: „Als heute Morgen die Bestimmung erfolgte über das, was wir zu Tage fördern wollen, konnte ich eine gewiste Wehmuth, ein schmerzliches Gefühl nicht unterdrücken. Ich weiß sicherlich, daß wir Alle hier gearbeitet haben im Schweiße des Angesichts, mit einer Hingabe, welche die größte Anerkennung verdient. Daß wir aber auseinandergehen und zu dem Resultate gekommen sind, welches die Verhandlungen heute früh ergaben, daß wir 6 Normalpläne in die Welt senden, halte ich für etwas Horrendes. Ein Elementarlehrer, der in einen: kleinen Orte zu Hause sitzt, erhält generelle Bestimmungen über das, was wir hier zu Tage gefördert und dazu 6 Normalpläne. Der Elementartehrer wird nun einen herausgreifen, ihn mit den anderen vergleichen und mit der Zeit verdreht werden. Er wird nicht wissen, daß wir nur deshalb so viel Pläne hinaussendcn, weil wir uns nicht haben einigen können. Daher hat mich der Antrag froh gestimmt, daß eine Commission gewählt werden soll, und bitte ich Sie, für diesen Antrag einzutreten." Sommer (Hannover) für Antrag-Werner. D r. B ä r w a l d: „Ich habe den Wunsch, daß das Werk von den Herren unternommen werde, ohne daß sie von uns dazu beauftragt sind. Wer hindert Sie denn daran? Aber verlangen Sie doch nicht, daß wir am Schluß unserer Verhandlungen

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