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Der Israelit · 1885-01-15 · Heft 4 (15.1.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 4 (15.1.1885)
Date
1885-01-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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o4 brachte er das größere Opfer, um sei» Volk zu retten. Die überströmende Liebe für sein Volk hinderte ihn, sein Leben zur Heiligung des göttlichen Namens hinzngeben. So war Aharon. Ihn schmückten nicht nur die erhabensten Tugenden, die herrlichsten Eigenschaften; auch das, was ihm als Jehl er ungerechnet wird, entsprang der unendlichen Liebe, die sein Herz erfüllte. Wie anders dagegen Moschch! Auch er umfaßte sein Volk mit unaussprechlicher Liebe. Dem strafenden Richter, dem allmächtigen Gott gegenüber war er der beredteste Fürsprecher der ihm anvertranten Heerde, des verirrten Volkes. Er ist bereit, sein Leben für. sie zu opfern. „Wenn Du nicht verzeihen willst ihre Schuld," spricht er zn Gott, „so lösche mich aus dem Buche, das Du geschrieben." Und er ruht nicht, bis er durch inbrünstiges Flehen die Verzeihung des Allerbarmers erlangt hat. Tann aber tritt er den Verirrten gegenüber mit der für die Rettung des Volkes nothwcndigen Strenge. Er zermalmt das Götzenbild und läßt die Aufrührer tödten. Er kannte keine Rücksicht gegen die Verführer, um die Verführten ans den rechten Weg znrnckznbringen. So war Moschch der rechte Herrscher und Aharon der rechte Priester. Wäre Aharon an Moschehs Stelle gewefeik, das Volk wäre verwildert und hätte nicht der hohen Ausgabe zngesnhrt werden können, für die Gott cs bestimmt hatte. Wie Moschch in seiner Weise unendlich groß und unerreicht war, so war es Aharon in der seinigen. Die beiden großen Brüder ergänzten sich gegenseitig. Moschch verstand zu strafen, wo cs nothwendig war, und Aharon sühnte. „Er stand zwischen den Todten und den Lebenden, und der Plage wurde Einhalt gcthan." (4. B. M. E. U V. l.i). pnNi nco wn — mrci pn« *r.n 'tc p‘ptr. „Das sind Aharon und Moschch — das sind Moschch und Aharon; sie waren, jeder in seiner Weise, an Größe und Bedeutung gleich. Die JcN'girtenlronferc'nz deutscher - Schilsinänner. (Schluß.) Dr. B ä rwald: „Als wir hier znsammcnkamen, haben wir wohl gewußt, daß Männer sich vereinigen, die einen entgegengesetzten religiösen Standpunkt vertreten. Wir wissen wohl, was die Einen vom Opferdkenst halte» und was »ach ihrer Ansicht von den Gebeten beibehalten werden muß» und was die Andern darüber denken; wir sind aber nicht hierhergckommtn, um diesen Streit zn schlichten, darauf haben wir von vornherein verzichtet. Ich will hier nicht von meiner Stellung zn den Opfergcsctzeu sprechen. Wir haben gestern beschlossen, nur die allgemeinen Bestimmungen festzusetzen und die Lehrpläne, in denen sich der Gegensatz zeigen wird, der Lehrcrwelt zn übersenden. Wer den Berliner Normalplan liest und den Neferentenplan damit vergleicht, wird den religiösen Gegensatz sofort erkennen. Ich traue demRefcrentenplan so viel Takt z», daß, wenn er aus Leviticus gewisse Stellen auswählt, auch diejenigen berücksicht, die allen Kindern aus den verschiedensten Häusern gleich werth fein werden. — Legen Sie, m. H., die Hand aufs Herz, jeder von uns ist über die höchsten Tinge noch nicht klar. Ich bitte daher, hierüber hiuwcgzugehcu und den Gesichtspunkt festzuhalten, daß wir, so verschieden wir auch in unseren religiösen Ansichten sind, dennoch das gemeinsam haben: Der Lehrcrwelt etwas Fruchtbares für den Religionsunterricht zn bieten." Die Versammlung kehrt nach diesem Zwischenfalle zur Berathung über das Referat (llebersetzen aus dem Pentateuch) zurück. Nach dem Vorschläge des Referenten (Tr.Kroner) sollten ans jedem Buch 00 Verse alljährlich, also im Ganzen 250 Verse, dnrchgcnolnmen werden. Dr. Bärwald beantragt: „Es ist alljährlich eine der Zeit entsprechende Anzahl von Stellen ans den fünf Büchern Moses vorzutragen, darnnter solche, welche für die Religionslehre wichtig sind." Dr. Krön er: „Der vorgelegte Plan hat nur den Zweck, Anregung zu geben, damit die Versammlung innerhalb dieses Planes Beschluß fasse. Setzen Sie weniger fest, doch geben Sie eine bestimmte Zahl an!" Tr. H o l z m a n n: „Sie wollen allgemeine Bemerkungen den verschiedenen Lehrplänen, die Sie an die Lehrer versenden, bekgcben. Diese allgemeinen Grundzüge widersprechen aber den einzelnen Ausführungen anderer Pläne. So z. B. widerspricht der Berliner Normalplan dem Satze des Rcferentenplancs: „Tie Kapitel dürfen nicht zerstückelt werden." Dr. Vogel st ein: „Wenn Nur uns nach den Worten des Vorredners richten, so dürften wir in den einzelnen Plänen nur den Grundgedanken und die Methode erörtern und müßten uns davor hüten, das Geringste zn erwähnen, was als Bemängelung des einen oder des anderen Lehrplanes erscheine»

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