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Der Israelit · 1885-01-15 · Heft 4 (15.1.1885) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 4 (15.1.1885)
Date
1885-01-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 4. XXVI. Jahrgang. Zentral - Organ für das orthodoxe Zudenthum. Hcrausgcgebcn von Vi. Lehman» in Mainz. Donnerstag, den 15. Januar 5845 (1885). Leitende Artikel. Woschey und Ayaron. n. Mainz, 12. Januar. Der Prophet Maleachi (C. 2, V. 5. 6—7) gibt uns eine Charakteristik des Hohenpriesters Aharon, wie folgt: Mein Bund war mit tfjm, Leben und Friede, und ich gab sie ihm, Gottesfurcht, und er hatte Ehrfurcht vor mir, und vor meinem Namen war er demüthig; eine Lehre der Wahrheit war in seinem Munde, und Falschheit fand sich nicht auf seinen Lippen; in Vollkommenheit und Redlichkeit wandelte er mit mir und Viele brachte er zurück vom Wege der Sünde. Denn die Lippen des Priesters sollen wahren Erkenntnis;, und Lehre sollen sie suchen aus seinem Munde; denn ein Engel des Ewigen Zebaoth ist er. Aharon war ein Mann des Friedens, der überströmenden Menschenliebe; aber gerade dieses Uebermaß der Liebe war es, das ihn einmal zu weit geführt hat, da unerbittliche Strenge nothwendig war. Zweimal wird uns in der heiligen Schrift Chur, der Schwestersohn von Moscheh und Aharon vorgeführt. Das erste Mal beim Kampfe gegen Amalck, da er mit Aharon gemeinsam die schweren Hände Moschehs stützt. (2. B. M. C. 17 V. 10—12); das zweite Mal, da Moscheh emporsteigt zu Gott. Und er sprach zu den Aestesten: Bleibet Ihr hier, bis wir (Josua und ich) zu Euch zurückkehren, Aharon und Chur sind ja bei Euch; wer eine Streitsache hat, möge zu ihnen hinantreten. — Von da an und weiter tritt Chur in der Geschichte Israels nicht mehr auf. Was war aus ihm geworden? Unsere Weisen erzählen es uns. Als das Volk sah, das; Moscheh säumte, vom Berge Sinai herniederzukommen, verlangte es ungestüm einen sichtbaren Gott. Und Chur trat ihnen entgegen, verwies ihnen mit harten Worten ihr schändliches Begehren. Der heldcnmüthige Jüngling wurde von den Aufriihrern erschlagen; er opferte sein Leben zur Heiligung des göttlichen Namens. Und Aharon? War der edle Hohepriester nicht von gleichem Hcldenmuthe beseelt? Warum gab er dem Volke nach, warum opferte nicht auch er sein Leben, ehe er die Hand dazu bot, ein goldenes Götzenbild zu schaffen? Als Joasch, der König von Juda, nach dem Tode seines Pflegevaters, Lebensretters und Lehrers, des Hohenpriesters Jchojada, von Gott abfiel und den; Götzendienste sich zuwandte, da beseelte der Geist Gottes den Propheten und Hohenpriester Secharja ben Jchojada, und er trat den Sündern entgegen und sprach zu ihnen: Also hat Gott gesprochen: Warum übertretet ihr die Gebote des Ewigen? Es wird Euch nicht zum Heile gereichen, denn da ihr Gott verlasset, so wird Er euch verlassen. — Und sie steinigten ihn auf Befehl des Königs im Vorhofe des Hauses des Ewigen. Diesen Mord, begangen an einem Manne, der zugleich Hoherpriester und Prophet war, hat Gott nicht verziehen. Um desscntwillen ist Jerusalem und der heilige Tempel zerstört worden, um desscntwillen mußte Inda in die babylonische Gefangenschaft ziehen und der Prophet Jermijahn hat das angcdeutet (Echah C. 2, V. 20). M'rai pir '*i enpoa nrp dn „Da erschlagen wurde im Heiligthum des Herrn Priester und Prophet", das ist Secharja ben Jchojada, der zugleich Priester und Prophet war. Auch Aharon ward zugleich Priester und Prophet, und die Erwägung, daß Gott den Israeliten, wenn sie ihn erschlagen würden, nicht verzeihen möchte, ließ ihn lieber dem Volke nachgeben. So

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