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Der Israelit · 1885-01-12 · Heft 3 (12.1.1885) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 3 (12.1.1885)
Date
1885-01-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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47 und hebräische Bücher habe man auf der Landstraße gefunden und hierhcrgebracht. Beim Abbruch des alten Schulhauscs fand ich ein vergilbtes Mannscript, welches nur durch Zufall hierher gekommen sein kann; möglicherweise stammt es gar von jenen Ermordeten. Mit demselben wurden am 21. Jjar des Jahres 5525 (1765) zwei Mitglieder der Gemeinde Glückstadt (in Holstein) ausgesendet, um bei den größten Gemeinden für den Neubau einer Synagoge zu kollektircn. Der hebräische Aufruf schildert mit beredten Worten, wie das seit alten Zeiten^) den portugiesischen^ und deutschen Inden gemeinsame Gotteshaus in Glückstadt baufällig geworden sei und der Ginsturz drohe. Der König habe einen Neubau in seiner Gnade gestattet, aber die Gemeinde könne nicht allein die Mittel dazu aufbringen, daher habe man dieses Buch angcfertigt und die beiden Sendboten mit der Sammlung beauftragt. Unterzeichnet ist der Aufruf von folgenden Nabbinen und Vorstehern: 12*0 P nucrn 01128 ,rpy ron ppn ,7"2T JWDtr 1"C2 DC71P ,D1“)22'C8 p"pQ 7 "2? l7 2"8 7"T pj>2'7 2'7 DJ1128 rMCna 2H71 '2X 8"87 p ,7812" 12 rare pri8 ,821278 p7lZ)2Q 2'7 1Q"2 2'2"v '118 ,7"s 7812" P M2LN P '7p7))t ,222*12781 P21Z-2 TP2 p D'lD8 .7"t 72'22'tf8"D Aus den neu folgenden Eintragungen ersehen wir, daß die beiden Männer während des Sommers in Hamburg, Altona und Wandsbeck gesammelt haben, tut Ellul befanden sie sich in' Amsterdam, wo sie besonders bei der portugiesischen Gemeinde reiche Unterstützung erhielten, (allein von dieser über 250 Ti:87i8 'ii7v). Von dieser Stadt gingen sie nach London und mögen die Absicht gehabt haben, bei ihrer Rückkehr die bedeutendsten rheinischen und süddeutschen Gemeinden zu besuchen, wohin sie aber niemals gekommen sind, denn von der Eintragung in London ab ist das Blatt leer. Der übrige Tbeil des circa 150 Blätter haltenden Mannscripts besteht aus -2'ii'm 'pi7Ti j22ii aus dem Munde vieler damaliger Rabbiner gesammelt und bunt unter einander geschrieben. Dazwischen befinden sich Recepte, wie inan Anis-, Wachholdcr - und andere echte Branntweine, auch Berliner Blau und andere Farben fabricirt u. f. w. Es lväre interessant, wenn man vielleicht von *) In Glückstadt hatten sich ans Einladung des Äönigs Ehristian IV. vom 25. November 1622 eine Anzahl portugiesische Familien aus Amsierdam niedergelassen, vgl. Tr. Graz IX. 527. Glückstadt ans näheren Aufschluß über den Verlauf dieser Mission erführe. Earl Brisch. Wannfried, 6. Januar. Eine seltene Feier hat am 31. Dezember v. I. in unserer Stadt stattgesunden. Das israelitische Joseph Meiburg'sche Ehepaar feierte am gen. Tage das 50jährige Ehe- Jubilätun im stillen Familienkreise. Ter Jubilar, im Alter von 76 Jahren stehend, ist geistig und körperlich noch rüstig, während die 60jährige Jubilarin schon seit mehreren Jahren ans Bett gefesselt ist. Bon allen Seiten wurden dem Jubelpaare, welches sich leider nicht in günstigen Vermögensverhältnisse» befindet, aber stets fleißig und bieder war, Geschenke überreicht und auch von Sr. K. K. Majestät lief auf Antrag des Unterzeichnete» ein Gnadengeschenk von 30 M. in Gold ein, welches durch den Herrn Bürgermeister Tcllgmann dahier unter Gratulation und anerkcnncnSwerthcn Worten dem Jubelpaare übergeben wurde. Auch das Hans Rothschild zu Frankfurt a. M. ließ durch die hics. Herren Gcmcindc-Acltestcn ein nahmhaftcs Geldgeschenk überreichen. Möge es Gottes Witte sein, daß Herr Mciberg sein Böttcherhandwerk, dem er schon mehr als 50 Jahre mit dem größten Fleißc oblag, noch eine lange Reihe von Jahren fortfnhrc und seine Frau ihm dabei zur Seite stehen. I. Oppenheim, Lehrer. Ocstcrr.-Ungar. Monarchie. Gr. Tapolcfän, im Dcccmber. Im vorigen Monate wurde hier eine schlichte Frau, NamcnS Golde Roth, in dem seltenen Alter von S2 Jahre» zu Grabe getragen. Den Worten der heiligen Schrift entsprechend, ,12127 p'is: 12T, daß das Andenken des Gerechten immer segensreich wirkt, möge das fromme Leben der Verewigten in diesen weitverbreiteten Blättern gewürdigt werden. Frau Golde Roth war die Tochter eines allgemeinen, hochverehrten Mannes 7i piy7 1212 I.1122. Er vcrheirathete sic mit einem armen Bachur R.' Anschcl Roth, der zu den vorzüglichsten Schülern des berühmten mährischen Landrabbincrs Rabbi Mordechai Bcnct 7"ü"? gehörte. Wenn auch Pi.lv 7'P"t 7'2*28 in Folge seines kleinen Wirkungskreises als Dajon der hiesigen Gemeinde keinen Weltruf hatte, so war er doch ein anerkannter 111.1 7112, von seinem '21 und 7m dpti 7y2 p.82,1, in dessen Responscn sein Name wiederholt vorkommt, hochgeschätzt. Diese Ehe war trotz des sehr beschränkten Einkommens eine äußerst glückliche; denn als

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